Montag, 5. März 2018

Interview mit Jörn Höpfner - Autor von "Sag mir, was du kaufst und ich sag dir, wer du bist"

Copyright Charlotte Grimm
Interview mit Jörn Höpfner - Autor von "Sag mir, was du kaufst und ich sag dir, wer du bist"

Im Nachgang zu meiner Rezension von Jörn Höpners "Sag mir, was du kaufst und ich sage dir, wer du bist" habe ich die Chance erhalten Herrn Höpfner ein paar Fragen zu stellen - heute bekommt ihr unser kleines Interview zu lesen!
Viel Spaß dabei!


 
1. Wie wurde die Idee zu diesem Buch geboren?



Tatsächlich wie die meisten guten Dinge in meinem Leben: Reiner Zufall! Ich hatte schon ein paar Jahre mit dem Thema Zielgruppen, Nutzertypen usw. geforscht und gearbeitet und stand in meiner Mittagspause in einer sehr endlosen und sehr langsamen Kassenschlange im Discounter einen Steinwurf vom Institut entfernt. Es gab damals einen Apfelmus-Disput mit einer älteren Dame und während das ganze Band vollkommen ausgebremst wurde, verschmolzen meine Arbeit und die Menschen bzw. ihre Einkäufe vor und hinter mir zu einer Idee. Einige Zeit später hing ich dann in einem sehr vollen Regionalexpress nach Hamburg für zwei Stunden fest und war umringt von mehr oder weniger eindeutigen Milieuvertretern. Damals hab ich mich im Stillen gefragt ob das jetzt die Hölle sei oder ob die Hölle nicht doch eine quälend langsame Kassenschlange im Discounter ist… und so war die Idee geboren.





2. Wie lange hat die Fertigstellung gedauert, von der Idee bis zum fertigen Buch in der Hand?



Vom ersten Telefonat mit meinem Lektor bis das Buch auf den Markt kam, sind knapp zwei Jahre vergangen. Ich glaube, ich habe etwa 16 Monate davon mit dem Schreiben bzw. den Korrekturen und Nachbesserungen verbracht. Der Kampf um einzelne Sätze, Zeilen oder ganze Kapitel hat sich ein wenig gezogen. (lacht) Der Rest ist für Absprachen, das Exposé und die Produktion draufgegangen.



3. Was haben Sie typischerweise in ihrem Einkaufskorb und was sagt es über Sie aus?



Meine Freundin liest gerade mein Buch und hat mir vor ein paar Tagen tatsächlich ein Foto geschickt vom Einkaufskorb der Expeditiven mit den Worten „Dein Einkauf, immer!“. Ich fürchte, sie hat was das angeht nicht unrecht, denn Hummus, Ingwer, Kokosmilch und Co. Kaufe ich tatsächlich relativ oft. Aber wenn ich mal ehrlich bin, habe ich meine persönlichen Einkaufsroutinen ganz gut über das Buch verteilt. Die Einkaufskörbe der Expeditiven und der liberal-Intellektuellen, kombiniert mit dem Korb meines Buch-Ichs aus dem sozial-ökologischen Kapitel entspricht schon sehr der Wirklichkeit.



4. Ich gehöre zu einer der Einkaufsgruppen, die sie versuchen zu meiden. Im schlimmsten Fall, wäre ich mit drei Kindern anzutreffen, im besten Fall mit einem (oder keinem). Was sagt mein Einkaufswagen über mich aus: Haferflocken, Gummibärchen, Apfelsaft (naturtrüb), Nudeln, Blaubeeren, Kaki, Ananas, Gürkchen, Cola light, Erbsen, Naturjoghurt, Salami und Gouda. Und man sieht in diesem Fall nicht, dass ich regelmäßig im Hofladen einkaufe und wir selber einen Garten und Hühner haben (somit habe ich noch Gemüse aus dem Sommer in der Tiefkühltruhe, ebenso wie Suppenhühner und Brathähnchen) - Eier gibt es natürlich auch keine gekauften.



(lacht) Ich versuche solche Fragen immer zu umschiffen, da die Quintessenz des Buches (in meinen Augen) ja doch ist, dass es so einfach dann ja doch nicht funktioniert. Aber wenn ich raten würde, müsste ich an dieser Stelle sagen, dass wir viel mehr brauchen, weil jedes Puzzleteil zählt: Wo sind wir? Wie sehen Sie aus? Was haben Sie an? Was sind das für Nudeln? Von welcher Marke ist die Cola Light? Ist der Gouda von der Käsetheke oder aus dem Regal? Geschnitten oder am Stück? Alles ist ein Zeichen. Das Gesamtbild ist immer wichtig.



5. Haben Sie noch weitere Buch-Projekte in der Schublade oder wollen Sie sich auf`s slammen konzentrieren?



Von allem ein bißchen. Ich vermisse die Bühne und werde 2018 wohl wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten zurückkehren. Ob das jetzt Science Slam, Poetry Slam oder ein eigenes Bühnenprogramm wird, steht noch nicht fest, aber eine Rückkehr auf die Bühne wir es geben. An Buchideen mangelt es mir nicht und ich habe viel Liebe für das Schreiben, aber aktuell in Umsetzung begriffen ist (leider) noch keines. Aber ich bin hoffnungsvoll, dass es ein nächstes geben wird.



6. Da ich einen Buch-Blog habe nun meine Standard-Frage: Was ist Ihr Lieblingsbuch?
 

Puuuuh… ein einziges? Das ist hart. Das letzte Buch in das ich mich verliebt habe, war Neil Gaiman „The View from the Cheap Seats: Selected Nonfiction”. Unglaublich gutes Buch, das ganz viel Liebe zum Schreiben und zum geschriebenen Wort transportiert. Aber „Der Fall Charles Dexter Ward“ von H.P. Lovecraft kann ich immer lesen.

 Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben meine Fragen zu beantworten und auch vielen Dank an die Vermittlung über Literaturtest!

Hier kommt ihr noch einmal zu meiner Rezension!

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