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Donnerstag, 23. Mai 2013

Rezension: Markus Stromiedel - Der Torwächter (2) Die verlorene Stadt

Markus Stromiedel - Der Torwächter (2) Die verlorene Stadt

Endlich gehen Simons Abenteuer weiter....

Inhalt:
Simon ist wie sein Großvater ein Torwächter, aber er scheint noch so viel mehr zu sein. In der Welt, in der er sich momentan befindet um seinen Großvater zu retten und gegen Drahn, einen gewissenlosen Herrscher, zu kämpfen, bekommt er die Geschichte von Salvatore, dem Weltenretter erzählt. Er ist Salvatore und kann es nicht glauben, fühlt er sich doch nicht bereit so viel Verantwortung zu tragen. Begleitet wird Simon wieder von der Schneeleopardin Ashakida und auch eine Gruppe Jugendlicher schließt sich ihm an um die Welt und seinen Großvater vor Drahn zu retten...

Meinung:
Anfang letzten Jahres hatte ich das Glück bereits den ersten Teil in einer Leserunde mit Autorenbegleitung lesen zu dürfen – und auch diesmal war der freundliche Markus Stromiedel wieder dabei und hat sich den neugierigen Lesern gestellt.
Ich habe mich so sehr gefreut, da mich der erste Teil schon komplett von sich überzeugt hat und „Die verlorene Stadt“ hat es nun auch wieder geschafft.

Markus Stromiedels Schreibstil zieht nicht nur den jungen Leser in seinen Bann. Nein, die „Torwächter-Saga“ versteht es auch lese begeisterte Erwachsene und junggebliebenen Fantasyfans zu begeistern. Nach den ersten paar Seiten ist man wieder vollkommen in der Geschichte um Simon und Ashakida gefangen.

Das Buch steigert sich in seiner Spannung von Seite zu Seite, man kann nicht mehr aufhören zu lesen und zittert und bangt mit Simon und seinen Freunden mit, bis man zu den letzten Seiten gelangt, die einen bösen, bösen Cliffhanger für uns bereit halten und uns schon auf die nächste Welt einstellen. Und in dieser wird es bestimmt auch sehr spannend!

Selten habe ich ein Fantasy-Jugendbuch gelesen, dass mich so fesseln kann und mit dessen Protagonisten ich so sehr mitgefiebert habe. Viele Fragen bleiben offen und ich bin vor allen Dingen sehr gespannt, wie es wohl mit Ashakida weitergehen wird, denn die manchmal reizbare, aber immer hilfsbereite Schneeleopardin, habe ich sehr in mein Leserherz geschlossen!

Für „Der Torwächter (2) Die verlorene Stadt“ kann ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen und ich denke, dass diese reihe auch ein guter Einstieg für5 lesefaule Jungs sein könnte – bei so viel Spannung und Action!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Markus Stromiedel – Der Torwächter (2) Die verlorene Stadt, im März 2013 im Dressler Verlag erschienen,
286 Seiten, 14,95 €



Montag, 18. März 2013

Sara B. Elfgren & Mats Strandberg - Feuer

Sara B. Elfgren & Mats Strandberg - Feuer

Im zweiten Teil der Engelfors-Trilogie geht es spannend weiter...

Inhalt:
Nachdem die Mädels in "Zirkel" Max, den Gesegneten der Dämonen, ausschalten konnten und so Engelfors retten, geht es nun spannend weiter. Der Rat stellt Anna-Karin vor Gericht, da sie ihre Macht missbraucht hat um andere zu lenken. Außerdem breitet sich die neue Religionsgemeinschaft  Positives Engelfors immer mehr aus - und auch die Dämonen treiben wieder ihr Unwesen in dem schwedischen Städtchen...

Meinung:
Ich hatte hier wieder mal den Vorteil, dass ich beide Bände kurz nacheinander lesen konnte, und dass macht das Lesevergnügen noch etwas größer.

Elfgrens und Strandberg Schreibstil ist wie schon aus "Zirkel" gewohnt gut, sehr bildlich und detailliert.
Manchmal scheint es ein paar Längen zu geben, dennoch gleichen die Autoren, diese durch ihren sehr atmosphärischen Schreibstil immer wieder aus. Es macht einfach Spaß, sich mit den Mädchen gemeinsam auf die Suche nach dem Bösen zu begeben und dieses zu bekämpfen, aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen kommen in "Feuer" wieder nicht zu kurz.

Grade die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Entwicklungen von Minoo, Anna-Karin, Linnea, Vanessa und Ida machen das Buch meiner Meinung nach sehr lesenswert. Sie haben eine große Bürde auf ihre jungen Schultern bekommen, mit der und ihren Aufgaben sie wachsen müssen. Sie müssen ihre Kräfte trainieren, aufeinander achten, vor dem Rat bestehen und es wieder mit Dämonen und der Religiongemeinschaft Positives Engelfors aufnehmen, die sich immer mehr im Ort ausbreitet. Positives Engelfors wird zur Gefahr für die Mädchen, denn diejenigen, die nicht mitziehen wollen, werden ausgeschlossen, angegriffen und sogar auf die Zeitung, in der Minoos Vater arbeitet wird ein Anschlag verübt. Ob der Gesegnete der Dämonen, etwas mit Positives Engelfors zu tun hat, oder sogar zu den Führungspersonen, Elias Eltern, gehört, gilt es nun herauszufinden....

Wirklich schön ist die Tatsache, dass die Mädchen immer mehr zueinander finden. Linnea und Vannessa haben sich gerne und auch Minoo und Anna-Karin wachsen in "Feuer" zusammen. Einzig Ida, bleibt ein wenig außen vor, obwohl sich die Mädchen als Gruppe auch immer mehr zusammen finden. Wieso Ida jedoch so ist, wie sie sich gibt, werden wir auch in diesem Band erfahren - und ich muss sagen, dass es mich schon sehr traurig gemacht hat. Aber das müsst ihr einfach selbst lesen und herausfinden.
Auf jeden Fall merken die fünf, dass sie einander brauchen, vertrauen müssen und die anderen gar nicht so übel sind. Aber es war ja auch schon in "Zirkel" so, dass grade die Ausarbeitung der Charaktere geglänzt hat, und dass ist in "Feuer" nicht anders. Man bekommt einen ganz wundervollen Blick auf die Entwicklungen und dass was die Mädchen ausmacht. Man ist ihnen und ihren Gedanken ganz nah. Ich habe selten ein Buch oder eine Reihe gelesen, in der sich so intensiv mit den Protagonisten auseinander gesetzt wird.

Das Ende war wieder absolut spannend und auch wieder etwas traurig, denn uns muss wieder eines der Zirkel-Mädchen verlassen. Wer es aber ist, und warum, dass müsst ihr auf jeden Fall selbst herausfinden, und ich bin gespannt, wie ihr darauf reagiert. Und der große Showdown ist wirklich richtig toll ausgearbeitet und jetzt heißt es wieder warten - auf den letzten Band der Engelfors - Trilogie!

Magisch, atmosphärisch und spannend! Unbedingt lesen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich beim Oetinger Verlag und natürlich auch Katja, die wieder einmal eine wundervolle Leserunde organisiert hat!

Produktinformation:
Sara B. Elfgren & Mats Strandberg - Feuer, übersetzt von Friederike Buchinger, Februar 2013 im Dressler Verlag erschienen
727 Seiten, 19,95 €





Montag, 4. März 2013

Rezension: Sara B. Elfgren & Mats Strandberg - Zirkel

Sara B. Elfgren & Mats Strandberg - Zirkel

Wer wird den Zirkel bilden?

Inhalt:
In dem kleinen Städtchen Engelfors geht es normalerweise eher ruhig zu, doch das soll nicht mehr lange so sein. bald schon geschehen ungewöhnliche Ereignisse und ein Junge beginnt Selbstmord.
Eines Nachts unter dem Blutmond zieht es die Auserwählten in den Wald, die Auserwählten, die gegen die bösen Kräfte antreten müssen, die in Engelfors um sich greifen...

Meinung:
"Zirkel" ist wirklich ein dicker Wälzer und deshalb habe ich das Lesen dieses Buches auch ein wenig vor mir hergeschoben - da ich aber nun die Möglichkeit bekommen habe, direkt im Anschluss "Feuer" in einer Leserunde zu lesen, habe ich mich an Zirkel herangewagt und wurde nicht enttäuscht.

Der Schreibstil des Autorenduos Elfgren und Strandberg sagt mir sehr zu - sie beschreiben fast alle Situationen und Begebenheiten sehr detailliert und bildlich, so dass man sich das Abenteuer der sechs Mädchen gut nachvollziehen und miterleben kann.
Die Charakterisierung und die Familienverhältnisse der Mädchen sind noch mal eine Sache für sich, denn ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so genau auf die Charaktere und die Umstände in denen sie leben und groß geworden sind eingegangen wird.

Die Auserwählten sind sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die einzigen Gemeinsamkeiten sind, dass sie alle auf das Engelforser Gymnasium gehen und sich nicht riechen können.
Minoo, Vanessa, Anna-Karin, Rebecka, Linnea und Ida sind die Auserwählten, die an ihre Seite den Hausmeister des Engelfors Gymnasium, Nicolaus Elingius, gestellt bekommen. Doch wissen sie alle nicht genau, worin ihre Aufgabe besteht, fest steht nur, dass sie zusammenhalten müssen um zu bestehen und auch um mit ihren Kräften, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln, nur zusammen stark sind.

Viele Leser haben gesagt, dass man diesen ganz speziellen nordischen Krimi/Thriller Einfluss bei "Zirkel" spüren würde - ich habe nicht genug nordische Krimis gelesen, um das bestätigen zu können, aber was ich sagen kann ist, dass die Autoren sehr atmosphärisch und düster, aber auch sehr spannend schreiben.
Wobei die Spannung oftmals wirklich subtil und unterschwellig spürbar ist und offen meistens als Anspannung unter den Auserwählten zu spüren ist.

Ohne allzuviel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass "Zirkel"  ein wirklich gutes Buch ist, dass sich sowohl mit dem privaten Leben der Mädchen und ihre Problemen beschäftigt, als auch mit ihrer Aufgabe als "Hexenzirkel".  Dennoch wirkt das Buch für mich wie ein dicker Prolog für das eigentliche Hauptthema, denn viele Fragen sind noch offen geblieben und man bekommt nur einen kleinen Eindruck über die Fähigkeiten und die Aufgaben, die die Mädchen noch zu bestehen haben.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Sara B. Elfgren & Mats Starndberg - Zirkel, übersetzt von Friederike Buchinger, Februar 2012 im Dressler Verlag erschienen
605 Seiten, 19,95 €

Montag, 18. Februar 2013

Rezension: Andrea Schütze - Hier kommt Greta

Andrea Schütze - Hier kommt Greta

Ein quietschfideles Mädchen mit bunten Ideen 

Inhalt:
Greta lebt mit ihrer chaotischen Familie in einem Haus, in dem sie sich unter dem Dach einen ganz besonderen Rückzugsort eingerichtet hat - dort kann sie sich entspannen oder auch schon mal Sonntagsideen ausbrüten. Der Rest der chaotischen Familie besteht aus ihrer Mama, dem im Haushalt überforderten Papa und den Zwillinge HuPü und dem Kommissar..

Meinung:
Mit "Hier kommt Greta" hatte ich das Vergnügen, ein ganz tolles Buch, der Autorin Andrea Schütze kennenzulernen. Ein Buch, dass bestimmt noch viele Mädels, Jungs und auch Eltern begeistern wird.

Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen, also genau der Zielgruppe angepasst. Frau Schütze beschreibt und das Leben von Greta sehr lebendig und farbenfroh - und genauso ist Greta. Wie auch auf dem Cover abgebildet kommt die im Buch rüber bunt, in Bewegung und gut gelaunt. Und ebenfalls ein wunderbarer Charakter ist der Ex-Polizeihund Kommissar, mit dem man sich natürlich nur im Polizeijargon unterhalten kann - und das kann nur Greta. 

Auch ihre Geschwister HuPü, die Zwillinge, sind wundervoll, sowie ihre ausgeprägte Hass-Liebe zu Spinat, die auch der Papa kennenlernen wird. Greta ist aber auch ein sehr schlaues Mädchen, wenn der Papa in der Küche mal wieder nicht zu Potte kommt, weiß die Kleine, wie sie an ein warmes essen kommt - es wird einfach nicht langweilig mit ihr.

Sehr schön und detailliert sind ebenfalls die schwarz-weiß Zeichnungen in diesem Buch, die es grade den jüngeren Lesern einfacher machen werden, sich die ganze Geschichte vor Augen zu führen.

Zu viel will ich jetzt aber auch nicht mehr zum Inhalt verraten, aber wenn ihr ein spannendes und lustiges Abenteuer erleben wollt, dann solltet ihr "Hier kommt Greta" unbedingt lesen und herausfinden, was ihre grandiose Sonntagsidee ist und was sie auf dem Dachboden treibt!

Wenn ihr noch ein schönes Buch für eure Kinder oder die kleinen Geschwister sucht, liegt ihr hiermit absolut goldrichtig!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Dressler Verlag und es geht auch wieder ein Dank an Katja für diese tolle Leserunde!

Produktinformation:
Andrea Schütze - Hier kommt Greta, im Januar 2013 im Dressler Verlag erschienen
127 Seiten, 8,95 €

Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension: Laura Jarratt - Skin Deep

Laura Jarratt - Skin Deep
Nicht geht tiefer als die erste Liebe

Ein Buch, dass unter die Haut geht und berührt...

Inhalt:
"Hässliche Menschen haben keine Gefühle. Sie sind nicht wie alle anderen. Sie merken gar nicht, wenn du sie auf der Straße anstarrst und dann plötzlich wegschaust. Und wenn sie es doch merken, dann macht es ihnen nichts aus. Sie sind ja keine echten Menschen.
So in der Art habe ich früher gedacht."
(S. 10)

Als Jenna zu Lindsay und ihre Freunden ins Auto steigt, ahnt sie noch nicht, dass nach dieser Nacht nichts mehr so ist wie vorher. Unter Alkohol- und Drogeneinfluss baut Steven, der Fahrer des Wagens, einen Unfall. Nicht alle überleben, aber Jenna hat Glück im Unglück. Sie lebt - aber ihr Gesicht ist zu großen Teilen verbrannt und nun muss sie sich mit ihrem Gesicht anfreunden und den Weg ins Leben zurück finden...

Meinung:
Laura Jarratt  hat ein wundervoll tiefgründiges, liebenswertes, aber auch humorvolles Buch geschrieben. Ein Buch, dass man am liebsten einatmen möchte und nicht mehr loslassen - und eigentlich auch nicht beenden möchte - Jennas und Ryans Geschichte hätte für mich immer weiter gehen können.

Jarratts Schreibstil ist sehr angenehm und einfach zu lesen. Sie versteht es den Leser an die Geschichte, die uns in "Skin Deep" erzählt wird zu fesseln. Sie lässt uns immer eine Seite, ein Kapitel weiterlesen.
Sie hat es einfach geschafft eine kleine Welt aufzubauen, in der ihre Protagonisten leben, leiden und lieben - und sie hat es geschafft, diese Geschichte so zu verpacken, dass man nicht anders kann, als sich mitreißen zu lassen und sich in ebendiese Geschichte und ihre liebenswerten und lebendigen Charaktere zu verlieben.

Wir lernen Jenna und Ryan kennen, die zwei führen uns auch im Wechsel durch das Buch und durch ihre Welt. Jenna trägt von einem Autounfall schwere Narben im Gesicht davon, außerdem stirbt ihre beste Freundin Lindsay. Jenna igelt sich ein und verlässt das Haus nicht öfter als nötig. Damit sie einen Grund hat, das Haus zu verlassen haben ihre Eltern ihr den Hund Raggs gekauft. Doch Raggs sorgt für noch viel mehr, er sorgt für die erste Begegnung von Ryan und Jenna.
Ryan ist ein Nomade, er lebt mit seiner Mutter auf einem Hausboot und hat durch seine Lebenweise auch das ein oder andere Problem. Die Leute verachten ihn und seine Mutter, die wohnungslosen Streuner, und als Kind musste er oftmals eine Portion Prügel einstecken. Beide haben Angst entdeckt zu werden - und doch scheint es das beste zu sein, was den beiden jemals passiert ist.

Ich könnte jetzt noch so viel dazu schreiben, was mich bewegt hat und immernoch bewegt, aber ich bin bei diesem Buch wirklich der Meinung, dass man  es gelesen haben sollte, um sich seine eigene Meinung bilden zu können.

Für mich persönlich sind Jenna und Ryan bis jetzt das Liebespaar des Jahres 2012. Selten hat mich eine Geschichte so sehr berührt, wie diese hier - und noch seltener habe ich mir gewünscht, dass ein Buch nicht endet. "Skin Deep" ist eine berührende Geschichte voll warmer Momente und liebenswerter Charaktere, in der es um das Erwachsenwerden, die Liebe und das Sich-selbst-annehmen-können geht! Unbedingt lesen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Dressler Verlag, für die Organisation der Leserunde bei Katja und für die Möglichkeit, wie immer bei Lovelybooks!

Produktinformation:
Laura Jarratt - Skin Deep, übersetzt von Susanne Klein, 2012 im Dressler Verlag erschienen
351 Seiten, 14,95 €



Sonntag, 30. September 2012

Rezension: Gritt Poppe - Abgehauen

Gritt Poppe - Abgehauen

Gonzos langer Weg in die Freiheit

Inhalt:
"Ich hatte Angst vor der Schneekönigin", gab Gonzu zu, "sie entführt die Kinder, küsst sie, und dann werden ihre Herzen zu Eis, und sie verändern sich. Sie fühlen nichts mehr und wissen nicht mehr, wer sie sind, und sie sind total allein in dieser Eiseskälte." Sie sprach leise und schnell, und den letzten Satz flüsterte sie, als würde sie Selbstgespräche führen."
(S. 128)

Gonzo ist den größten teil ihres Lebens allein und der Willkür der Aufseher der Spezialheime in der DDR ausgeliefert. Am schlimmsten wird es als sie in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau überführt wird, etwas in der Jugendlichen zerbricht und nur mit viel Geduld und Freundschaft, schafft sie es wieder Vertrauen zu einigen Menschen aufzubauen und ihren langen und steinigen Weg in die Freiheit zu gehen.

Meinung:
Wow, "Abgehauen" ist wirklich harter Tobak - und das schlimmste ist, dass das Buch auf realen Tatsachen basiert. Torgau hat wirklich existiert und Jugendliche wurden dort gebrochen. Gritt Poppe hat sich da wirklich einem schwierigen, aber auch sehr wichtigen Thema gewidmet und ein emotionales und manchmal auch verstörendes Buch über Gonzo und ihren Weg in die Freiheit geschrieben.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und leicht zu lesen und sie schafft es einen nach den ersten Seiten, die es wahrlich schon in sich haben, an das Buch zu fesseln.
Ihre Beschreibungen können einem schon mal auf den Magen schlagen und das Herz bluten lassen, aber dennoch oder grade deswegen ist das Buch so lesenswert. Sie schafft es wunderbar Gonzos Gefühle, ihre Ängste, ihre Verzweifelung und die Wut, die in diesem Mädchen steckt in Worte zu packen, so dass man als Leser daran teil hat. Und grade die Szenen zu Anfang, allein in der Einzelhaft, lassen einen schon erahnen, dass in diesem Buch noch einiges auf uns zukommen wird.
Die Wärter oder Aufsehe spielen mit den Ängsten der Jugendlichen und so kommt es, dass man Gonzo zum Beispiel nicht erzählt, dass sie in die Entlassungszelle kommt. Sie fürchtete sich, weiß wieder nicht, wie lange sie zur Strafe dort bleiben muss und verletzt sich selbst, so dass sie ins Krankenhaus muss.
Auf der Überführung in das eigentliche Heim, in dem sie untergebracht ist, kann sie dem Aufseher entkommen - na ja eigentlich schaut er weg. Und so beginnt nun die Reise in ein neues Leben.

Für Gonzo ist es nicht leicht sich zurecht zu finden, sie hat Angst wieder eingefangen zu werden und Vertrauen in Menschen zu fassen fällt ihr auch mehr als schwer, was ja nicht wirklich verwunderlich ist. Um so erstaunter war ich, als sie sich entscheidet mit Rene, der in einer Laube über sie stolpert, in den Westen zu flüchten. Und hier bekommt man dann mit, wie Gonzo sich langsam aber sicher verändert, es lernt Menschen wieder wert zu schätzen und einigen sogar vertraut.
Die Geschehnisse in Prag, im Palais Lobkowizc, sind mir als Leserin sehr nah gegangen. Wenn man sich überlegt, dass sich tausende von Menschen über diesen Zaun flüchten um in Frieden leben zu können, wird einem schon ganz anders.
"Name!", sagte einer von ihnen barsch.
Ganz langsam wandte Gonzo ihren Kopf in seine Richtung und schaute ihn an. 
"Mein Name ist Mensch", antwortet sie."
(S. 295)
Aber all zu viel mochte ich jetzt auch nicht mehr verraten. "Abgehauen" ist für mich ein wirklich grandioses und emotionales Buch, dass auch die Schattenseiten des Lebens und hier im speziellen die Schattenseiten der DDR in Erinnerung ruft. Für mich ist dieses Buch ganz klar ein Buch gegen das vergessen, dass uns zeigt, wie glücklich wir uns schätzen können, in einer freien Welt aufzuwachsen und zu leben!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereisttellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Gritt Poppe, dem Dressler Verlag und Lovelybooks, für die Möglichkeit dieser Leserunde!

Produktinformation:
Gritt Poppe - Abgehauen, 2012 im Dressler Verlag erschienen
334 Seiten, 9,95 €

Sonntag, 5. Februar 2012

Rezension: Markus Stromiedel - Der Torwächter

Markus Stromiedel - Der Torwächter


Auftakt einer spannenden und magischen neuen Trilogie

Klappentext:
Ein rätselhafter Turm, der Simon magisch anzieht, zwei leuchtende Augen in der Dunkelheit, die unheimlichen Bilder im Atelier unter dem Dach. Seit Simon in das Haus seines Großvaters umziehen musste, häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. Wohin ist sein Großvater so plötzlich verschwunden? Und vor allem, warum? Zusammen mit Ira, einem Mädchen aus dem Dorf, will Simon herausfinden, was hinter all dem steckt, und stößt dabei auf das geheimnisvolle Erbe der Torwächter. Ein Erbe, dem er selbst nicht entgehen kann.



Inhalt:
"Simon antwortete nicht, ihm war etwas aufgefallen. Die Schicht funkelte matt, genau wie die Uniform der Soldaten aus dem Tower. Ein unheimlicher Verdacht kam ihm. Vorsichtig ging er näher heran, bis er es sah: Die Watte bestand aus Millionen miteinander verklebter Fäden, winzige Spinnen krochen in dem Gewebe umher. Sie waren überall, es mussten viele Tausende sein - sie hatten das gesamte Innere der Scheune eingesponnen."

Simon zieht mit seinen Eltern und seinem Bruder Tim in das alte Haus seines Großvaters. Dieser verschwindet kurz darauf plötzlich und seine Eltern scheinen etwas vor ihm geheim zu halten.
Gemeinsam mit Ira, seiner neuen Freundin, und einigen anderen Jugendlichen aus dem Dorf versucht er hinter das gut gehütete Geheimnis seiner Eltern zu kommen...

Meinung:
Der Schreibstil von Markus Stromiedel ist bildhaft, detailliert und gleichzeitig kurz und knackig. Er gibt dem Leser den Rahmen für seine Handlung und seine Charaktere vor, lässt einem aber auch eigenen Spielraum für seine Phantasie. So schreibt er dem Leser zum Beispiel keinen Handlungsort vor sondern streut nur Hinweise, die auf ein südliches Land deuten: Olivenhaine, Magnolienbäume und das nahe Meer.

"Der Torwächter" beginnt mit einem Prolog, der uns mitten in die Geschichte wirft - und uns die Handlung erst nach und nach entdecken lässt. Ich finde diese Art das Buch zu beginnen sehr schlau, da die Situation sehr spannend ist und der Leser natürlich direkt erfahren möchte, was geschehen ist und wie es dazu kommen konnte.

Die Protagonisten sind allesamt sehr schön ausgearbeitet. Man kann ihre Eigenschaften und auch Eigenarten erkennen und erlebt auch ihre Entwicklung mit. Simon, unser junger und mutiger Hauptprotagonist, wirkt am Beginn der Geschichte noch etwas zurückhaltend und unsicher, was man ihm ja auch nicht verübeln kann, wo er doch plötzlich aus seinem gewohnten Umfeld gerissen wurde. Doch verlieren sich diese Merkmale im Laufe der Geschichte immer mehr, unter anderem Dank Iras Freundschaft. Sie vertraut in Simon und glaubt ihm alles was er erzählt, egal wie verrückt es sich auch anhören mag.
Sehr lieb gewonnen habe ich auch Simons Beschützerin, die Leopardendame Ashakida.  

ACHTUNG - SPOILER: Zum lesen einfach den Text markieren.
Sie steht ihm nicht nur in "unserer" Welt bei, sondern auch in all den anderen Welten. Denn Simon ist ein Torwächter, er hat die Macht darüber Tore in andere Welten zu öffnen und muss gegen das Böse antreten, dass in unsere Welt gekommen ist.
Ob Simon das große Abenteuer heil übersteht?
Wenn ihr ein spannendes Jugendbuch voll sympathischer und ausdrucksstarker Charaktere lesen wollt, ein Buch das Lust auf mehr macht, dann solltet ihr ganz schnell den "Torwächter" zur Hand nehmen!
Bestimmt auch ein tolles Buch um lesefaule Jungs von Büchern zu begeistern! Nein, lesen ist nicht langweilig!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Markus Stromiedel, dem Dressler Verlag und Lovelybooks!

Produktinformation:
Markus Stromiedel - Der Torwächter, 2012 im Cecilie Dressler Verlag erschienen
302 Seiten, 14,95 €

Zum Autor:
Markus Stromiedel hat schon als Kind davon geträumt, irgendwann einmal eine Tür zu öffnen, hindurchzugehen, und sich plötzlich in einer neuen fremden Welt wiederzufinden. Aber er musste erst die Schulzeit, seine Ausbildung zum Journalisten und sein Studium abwarten, bis ihm das gelang: Sein erstes Drehbuch entwarf er mit fast 30 Jahren. Seither schreibt Markus Stromiedel vor allem Krimis für das Fernsehen. aus seiner Feder stammt zum Beispiel die Figur des Kieler-Tatort- Kommissares Klaus Borowski. Seit einigen Jahren schreibt Markus Stromiedel auch als Buchautor erfolgreiche Thriller für Erwachsene. Der Torwächter ist sein erstes Buch für jüngere Leser - wieder ein Schritt in eine neue aufregende Welt. Wenn Markus Stromiedel nicht in fremden Welten unterwegs ist, lebt er mit seiner Familie in Bonn.

Hier kommt ihr zu seiner Homepage

Samstag, 13. August 2011

Rezension: Cornelia Funke - Geisterritter

Cornelia Funke - Geisterritter


Junge trifft auf Geisterritter - oder die Geschichte von William Longspee

Klappentext:
Jon Whitcroft hat es schwer. Seine Mutter und ihr neuer Freund schicken ihn aufs Internat nach Salisbury. Strömender Regen, dunkle Gemäuer, enge Flure, fremde Gesichter und ein Zimmer, das er sich mit zwei Mitschülern teilen muss. Jon ahnt nicht, dass dies bald seine geringsten Sorgen sein werden. Denn in seiner sechsten Nacht im Internat erscheinen plötzlich drei Geister unter dem Fenster seines Zimmers und starren zu ihm herauf. Zum Glück gibt es jemanden in Salisbury, der sich bestens mit Geistern auskennt...

Inhalt:
"Drei Reiter so bleich, als hätte die Nacht Schimmel angesetzt. Und sie starrten zu mir herauf. Alles an ihnen war farblos: Umhänge, Stiefel, Handschuhe, Gürtel und die Schwerter an ihrer Seite. Sie sahen aus wie Männer, denen die Nacht das Blut aus den Körpern gesaugt hatte. Dem Größeren hing das strähnige Haar bis auf die Schultern, und durch seinen Körper sah ich die Ziegel der Mauer, die den Garten umgab."

Jon Whitcroft wird von seiner Mutter und ihrem neuen Freund, dem Vollbart, nach Salisbury aufs Internat geschickt. Jon ist wahrlich nicht glücklich, aber auf dem Internat erlebt er das Abenteuer seines Lebens und lernt wahre Freundschaft kennen!

Meinung:
"Geisterritter" ist ein weiteres wunderschönes und magisches Buch aus Cornelia Funkes Feder.
Ihr Schreibstil ist frisch, unterhaltsam und angenehm zu lesen. Sie beschreibt das Internat und die Umgebung um Salisbury mit einer enormen Liebe zum Detail, und sie schafft es - ohne Frage - eine wunderbare, gruselige Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Ich liebe Funkes Ideenreichtum und ihre liebenswerten, aber auch skurrilen Charaktere. Man kann nicht anders als sie gleich alle ins Herz zu schließen.
Jon ist ein liebenswerter, aufgeweckter und mutiger Junge, der sich einigen gespenstischen Gefahren stellen muss, und alle Aufgaben und Probleme auch mit der Hilfe seiner Freunde meistert.
Ella konnte mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern mit ihrer wunderbaren frechen, aber auch freundlichen und hilfsbereiten Art. Und auch an Zelda Littlejohn, Ellas Großmutter, werde ich mich gerne erinnern. Ein fantastischer Charakter, der einen immer wieder schmunzeln oder laut lachen lässt. Die alte Dame führt Geistertouren durch Salisbury und wohnt in ihrem Haus mit ihren zahmen Kröten. Und auch der neue Mann von Jons Mutter - Vollbart - wartet mit so einigen Überraschungen auf....

Diese liebevolle und phantasiereiche "Spukgeschichte" wird uns durch die wunderschönen Illustrationen von Friedrich Hechelmann noch näher gebracht. Atmosphärische, schaurig-schöne Bilder runden das Lesevergnügen ab.

Da es im Buch auch um die Geschichte von Salisbury und William Longspee geht, finde ich grade für jüngere Leser das Glossar am Ende des Buches sehr hilfreich.

Das Cover zeigt Jon vor der Erscheinung William Longspees in der Kathedrale von Salisbury. Ein Lichtkranz geht von ihm aus.

Eine wunderschöne magische und gespenstische Geschichte über den Beginn einer großen Freundschaft und über eine große vergangene Liebe!
Lesevergnügen für alt und jung!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Cecilie Dressler Verlag!

Produktinformation:
Cornelia Funke - Geisterritter, erschienen 2011 beim Cecilie Dressler Verlag
253 Seiten, 16,95 €