Doris Parrado – Von der Schlampe zum
Millionär
Eine gute Idee, die leider etwas auf
der Strecke geblieben ist
Inhalt:
„Mittlerweile hatte sich Natascha
wieder gefasst und sie bekam Panik.
Was habe ich nur getan? Hab` Steve
nicht mitgeteilt, dass ich in die Disco gegangen bin. Und der liebe
Ali hat ihn informiert, dass ich hier mit meiner Freundin tanze. Und
warum hat er den Mann geschlagen? Ah, ich glaube, ich weiß warum.
Sicher hat er gedacht, dass ich mit dem Mann flirte. Dabei hat der
nur Zigaretten ziehen wollen und er und ich hatten nichts miteinander
zu tun. „
(S. 38)
Natascha hat es geschafft, sie ist eine
Art Lebens-Coach und hat Geld, Erfolg und kann ihr Leben leben, wie
es ihr gefällt. Doch, dass war nicht immer so, den steinigen Weg und
einen Rückblick auf ihr ganz und gar unperfektes Leben bekommen wir
in Rückblicken gezeigt.
Meinung:
Schwierig, schwierig! Das Buch ist
definitiv kein Knaller, aber ich möchte es auch nicht zerreißen.
Doris Parrado hat sich mit „Von der
Schlampe zum Millionär“ einen Lebenstraum erfüllt. Meiner Meinung
nach ist bei der Erfüllung dieses Traumes so einiges schief
gegangen. Leider!
Zu Einen muss man hier ganz klar sagen,
dass der Verlag eine große Schuld an dem hier vorliegenden Desaster
hat, denn das Lektorat wurde wirklich nur „schlampig“ betrieben.
Rechtschreibfehler, unglücklich gewählte Wörter und Ausdrücke,
die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis stimmen nicht überein mit den
tatsächlichen Seitenzahlen im Buch.
Das Cover ist auch nicht grade der
Hingucker, bzw. passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Buch.
Zum Anderen hat auch Doris Parrado sich
im Laufe der Geschichte etwas verrannt oder hoch zu gegriffen, ich
weiß nicht, wie es ausdrücken soll.
Das Thema an und für sich ist wichtig
und auch sehr interessant. Es geht darum zu sich selbst
zurückzufinden und aus einem schlechten Leben auszubrechen. Aber die
Umsetzung lässt wirklich zu wünschen übrig, es wirkt einfach nicht
glaubhaft.
Am Anfang scheint Natascha auf dem
richtigen Weg zu sein, eine freundliche, offene junge Frau, die
arbeiten geht, ihr Geld verdient und selbstständig ist. Doch dann
geht das Chaos los, sie trifft auf Steve, mit dem sie eine Beziehung
eingeht. Im Laufe der Zeit behandelt er sie immer schlechter, schlägt
sie, beklaut sie und dennoch bleibt sie bei ihm und nimmt alles so
hin. Die vulgäre Sprache, die Doris Parrado in diesem Zusammenhang
immer benutzt ist auch nur schrecklich und passt nicht ins Buch.
Dann kommt der Moment an dem man denkt,
dass das Buch vielleicht noch eine positive Wendung aufnimmt:
Natascha verlässt Steve!
Doch dann kommt es noch dicker.
Natascha wird reich. Reich an Erfahrungen, aber auch der Geldsegen
tritt ein. Nach der Teilnahme an einem dubiosen Seminar.
Ich muss sagen, dass ich keiner jungen
Frau dieses Buch empfehlen kann, am Ende melden sich junge Frauen
nachher auch noch bei solchen Seminaren an, um danach den großen
Geldsegen als Lebens-Coach zu erfahren.
Pustekuchen!
Man muss nicht reich sein, um Glück zu
sein oder zu werden. Aber Selbstständigkeit gehört für mich zum
Glück dazu, genauso wie eine Arbeit um für dich selbst sorgen zu
können. Das setzt meistens allerdings voraus, dass man fleißig ist,
lernt und arbeitet!
Mir scheint es als wollte Doris Parrado
mit „Von der Schlampe zum Millionär“ eine Art modernes Märchens
schreiben, dass aufzeigt, dass du alles erreichen kannst. Leider ist
ihr dies meiner Meinung nach nicht geglückt. Vielleicht liegen mir
auch einfach Beginn, Entwicklung der Prota und das Ende als reiche
und unabhängige Frau zu weit auseinander.
Ich hoffe, dass Frau Parrado sich für
ihr nächstes Projekt einen neuen Verlag sucht, der etwas von seinem
Handwerk versteht, denn meiner Meinung nach sollte man nicht einfach
wild drauflos veröffentlichen.
Es könnte schief gehen!
Wertung:
♥ ♥
Für die Bereitstellung bedanke ich
mich dennoch ganz herzlich bei Doris Parrado!
Produktinformation:
Doris Parrado – Von der Schlampe zum
Millionär, 2012 im Schweitzerhaus Verlag erschienen
264 Seiten, 9,95 €