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Samstag, 21. September 2019

Scott Thomas -Kill Creek


Scott Thomas -Kill Creek


Das böse wird geweckt...

Klappentext:
Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch-House - das berühmteste Spukhaus der USA. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um vier erfolgreiche Horrorautoren an Halloween zu einem Interview zusammenzubringen? Doch was als PR-Gag beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Denn die finsteren Mächte im Finch House drängen nach draußen, und schon bald gibt es den ersten Todesfall...

Meinung:
Geworben wird mit "So gruselig wie The Shining" oder "Ein Meisterwerk des modernen Horrors"! - ist das denn so? 
Wir schauen uns die Geschichte hinter "Kill Creek" einmal näher an...

Ich stelle zwar meistens Krimi/ Thriller vor, bin aber eigentlich im Horrorgenre zuhause, denn dieses lese ich seit mittlerweile über 20 Jahren und ja natürlich liebe ich Stephen King und seine Werke. Ich glaube wenn jemand bekennender King-Fan ist, könnten es andere Autoren schwer haben, da die Latte da einfach sehr hoch hängt, dennoch habe ich mich bei "Kill Creek" fast durchgängig gut unterhalten gefühlt. 

Schon das Cover und die Farbgestaltung (schwarz, weiß, rot) wirken unheimlich und mysteriös. Das Haus in den Schatten mit den Finch-Schwestern auf dem Dach?
Und als nächstes wird man sich sagen, was für ein Wälzer - es sind fast 600 Seiten aufgeteilt in fünf Bücher und Epilog. 

Der Schreibstil von Scott Thomas, dies ist übrigens sein erstes Buch, an dem er über zehn Jahre gearbeitet hat, liest sich an den meisten Stellen wirklich sehr gut und kurzweilig und auch spannend, an einigen Stellen gibt es ein paar Längen, wo ich denke, es wäre kürzer und knapper gegangen. 
Ein altes Spukhaus als Basis zu nehmen, ist schon klassische moderne Horrorliteratur und kommt eigentlich immer gut an. Dazu dann noch Wainwright der Horror-Internetmogul und vier unterschiedliche berühmte Horrorschriftsteller, die aber alle ihr Päckchen zu tragen haben und denen ein wenig Werbung nicht schaden würde. 

An diesem ersten Abend bleibt das Haus relativ ruhig, es gibt unheimliche Momente, Schatten, die aus den Augenwinkeln wahr genommen werden, Stimmen und das rollen von Rollstühlrädern (einer der Finch-Schwestern hat im Rollstuhl gesessen) - aber der richtige Wahnsinn geht erst danach los, denn jeder scheint etwas mitgenommen zu haben und als sie sich gemeinsam dem  Haus stellen wollen, eskaliert alles...

Scott Thomas hat hier nahezu alles richtig gemacht um einen spannenden, unheimlichen, modernen und horrorlastigen Roman zu schreiben, seine Charaktere verfügen über wirklich geniale und ganz unterschiedliche Hintergrundgeschichten und persönliche Verbindungen zum Horrorgenre (wie und warum sie mit dem Schreiben begonnen haben), dass man hier sagen kann, diesem Roman hat seine Zeit gut getan, jedoch hoffe ich, dass das nächste Buch nicht so lange auf sich warten lässt!

Wer Spukhäuser und intelligente, tiefgründige Charaktere mag, das subtile liebt, als auch den richtigen Horror, der wird nichts falsch machen, wenn er "Kill Creek" liest!

Wertung:
❤❤❤❤❤

Produktinformation:
Scott Thomas -Kill Creek, im August 2019 bei Heyne erschienen
544 Seiten, 14,99 €

Sonntag, 17. Mai 2015

Rezension: Josh Mallerman – Bird Box – Schließe deine Augen

Josh Mallerman – Bird Box – Schließe deine Augen

Absolut fesselnde und spannende Dystopie

Warum wollte ich das Buch lesen?
„Bird Box“ schwirrt mir schon lange im Kopf herum, ich mag Horror-Thriller, bei denen man auch schon mal seine Fantasie einsetzen muss – das ist hier definitiv der Fall. Auch bin ich der dystopischen Bücher noch nicht überdrüssig und das Cover ist natürlich auch mal wieder ein Hingucker. Also alles sprach für „Bird Box“.

Inhalt:
Malorie lebt mit ihren Kindern in einem verbarrikadierten Haus – alle Fenster sind verdunkelt und vor die Tür gehen sie nur mit einer Augenbinde. Denn irgend etwas lauert dort draußen – auf Mensch und Tier. Wer es sieht wird wahnsinnig. Seit fast fünf Jahren geht es nun so und hatte Malorie am Anfang noch eine Gemeinschaft in diesem sicheren Haus, hat sie nun mehr die Kinder und will mit ihnen in ein besseres Leben aufbrechen. Auf einem Fluss, rudernd mit verbundenen Augen – ihre einzige Hilfe die Ohren ihrer Kinder...

Meinung:
Quelle: bloggerportal.de
Ich bin begeistert! Ich habe lange nicht mehr ein so gutes und spannendes Buch gelesen, dass mich so fesseln konnte, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Josh Mallerman schafft hier eine wirklich düstere und dennoch sehr vage Zukunftsvision. Man weiß, etwas ist draußen – etwas sorgt dafür, dass die Menschen verrückt spielen, aber niemand weiß was, denn diejenigen, die es gesehen haben, haben sich umgebracht – überleben funktioniert nur mit geschlossenen Augen. Man überlegt das ganze Buch lang, was es sein könnte, denn das macht die Geschichte – gemeinsam mit Malories Flucht in ein besseres Leben – ja aus. Aber da muss man seine Fantasie ein wenig spielen lassen....

Der Schreibstil ist absolut eindringlich, düster und sehr detailliert – aber ich denke, dass muss er in einer „blinden“ Welt auch sein – alles sehr stimmig und passend. Die Atmosphäre ist immer sehr düster und bedrückend. Das einzige, was dem Buch etwas Licht gibt sind die Kinder, die für mich einfach die Zukunft darstellen und der Traum von einem besseren Leben, einem sicheren Ort.

Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Der eine spielt vor fünf Jahren als alles begann, als von den ersten Vorfällen berichtet wurde. Er spielt zu der Zeit, in der Malorie von ihrer Schwangerschaft erfährt und sie sich aufmacht Hilfe zu suchen und in einem Haus mit weiteren Leidensgenossen ankommt. Der zweite Handlungsstrang beschreibt die Gegenwart, in der Malorie mit ihren Kindern die reise auf dem Fluss auf sich nimmt m ihnen allen ein sicheres Leben zu bieten.

Auch bei den Charakteren hat Josh Mallerman alles richtig gemacht. Man fühlt direkt mit, bang mit ihnen, freut sich über Fortschritte und entwickelt Sympathien oder Antipathien.
Und ich muss sagen, dass ich von einer Fortsetzung begeistert wäre, denn in dieser Geschichte und auch dem Ende steckt noch eine ganze Menge Potenzial.

Alles in allem ein wirklich herausragendes Buch, und definitiv eines meiner Lesehighlights in 2015. Denn wenn man ein Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, ist es mehr als nur gut. Ich bin gespannt, mit was Josh Mallerman uns als nächstes überraschen wird!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Josh Mallerman - Bird Box - Schließe deine Augen, erschienen im März 2015 im Penhaligon Verlag der Verlagsgruppe Random House, 320 Seiten, 19,99 €




Mittwoch, 29. Mai 2013

Rezension: Carsten Stroud - Niceville (1)

Carsten Stroud – Niceville

Was stimmt an Niceville nicht?

Inhalt:
Niceville, ist entgegen ihres Namen, keine kleine nette Stadt. Aber was Niceville genau ist, kann man auch nicht sagen. Eine Stadt im Süden der USA, in dem es mehr Vermisste gibt, als in anderen Städten. Und nicht nur Vermisste. Irgendetwas scheint dort umzugehen, eine Art böse Macht, die die Menschen kontrolliert und sie dazu bringt Dinge zu tun. Und was haben die Gründerfamilien damit zu tun?

Meinung:
„Niceville“ ist kein Buch für zwischendurch. Am Anfang scheint es etwas schwierig zu sein, den verschiedenen Handlungssträngen und Charakteren zu folgen, dennoch wird es nach einigen Kapiteln klarer. Schwierig fand ich es nicht, höchstens ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Aber jedes Buch ist anders und auf jedes Buch muss man sich neu einlassen. Und „Niceville“ ist es wirklich wert, den Kopf frei zu machen und sich dann von der Stadt vereinnahmen zu lassen.

Der Schreibstil von Carsten Stroud ist sehr angenehm zu lesen. Er schreibt sehr bildlich, versteht es Atmosphäre aufzubauen und schafft es auch dem Leser den ein oder anderen Schauer zu bescheren.
Es gibt immer wieder Situationen, in denen man merkt, dass es etwas nicht stimmt – etwas essentielles. Aber es ist nicht greifbar – nicht zu Beginn und auch noch nicht am Ende!
Der Schreibstil erinnert wirklich etwas an die Werke von Stephen King – und da ich King liebe, hat es mir das hier noch etwas einfacher gemacht.

Die Charaktere lernen wir alle ganz gut kennen. Was mich ein wenig verwundert hat, war dass man nicht wirklich einen Hauptprotagonisten hat – außer vielleicht die Stadt selbst, und das was im Crater Sink, diesem geheimnisvollen Wasserloch „lebt“. Wobei man darüber auch noch nicht wirklich Bescheid weiß. Die vielen Protagonisten sind einfach Teil der Geschichte um Niceville und um das, was in der Stadt vorgeht. Am wichtigsten scheinen jedoch die Mitglieder der Gründerfamilien zu sein – auch wenn diese ebenfalls noch geheimnisumwittert sind.

„Niceville“ überzeugt mit einem fantastischen Genremix aus Fantasy, Krimi und Horror und mit Carsten Strouds Ideenreichtum. Dieser lässt den Leser ebenfalls oftmals mit Unglauben in den Augen und einem offenen Mund zurück – aber das ist gut so.
Weniger gut ist allerdings, dass so viele Fragen offen bleiben. Das gibt natürlich keinen Punkteabzug, da ich mich in „Niceville“ verliebt habe, aber es macht die Zeit bis zum zweiten Band dieser Trilogie einfach so unsagbar lang.
Und ich hoffe, dass uns in „Die Rückkehr“ ein paar Fragen beantwortet werden!

Auch zur Optik muss man hier was sagen. Den das Buch sieht natürlich auch noch total schick aus. Und ich hoffe, dass die Folgebände auch optisch mithalten können. Das schönste ist natürlich der Buchschnitt, auf dem schwarze Raben/ Krähen fliegen – die im Buch natürlich auch eine Rolle spielen!

„Niceville“ ist ein literarischer Leckerbissen, der einen noch lange nach dem Lesen nicht loslässt und einen immer wieder über diese „unfreundliche“ Kleinstadt nachdenken lässt. Wer unkonventionelle und außergewöhnliche Storys mag, wird „Niceville“lieben! Ein Buch, dass polarisiert!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Carsten Stroud – Niceville, übersetzt von Dirk van Gunsteren, im März 2013 im Dumont Verlag erschienen
506 Seiten, 9,99 €



Dienstag, 28. Mai 2013

Rezension: Graham Masterton - Irre Seelen

Graham Masterton – Irre Seelen

Von einer verfluchten Irrenanstalt und Leylinien

Inhalt:
Jack lebt mit seiner Frau und seinem Sohn zusammen und repariert Autos. Doch zufrieden stellt ihn das nicht wirklich. Alles wird anders als Jack, durch einen Zufall, auf das heruntergekommmene Anwesen im Wald trifft. „The Oaks“ ist ein ehemaliges Irrenhaus und in seinen Mauern verschwindet sein kleiner Sohn – und das ist nicht alles, was dort verschwunden ist.
Das Irrenhaus wurde geschlossen, als plötzlich das Haus über Nacht leer steht. Was ist damals geschehen und was ist mit Jacks Sohn passiert?

Meinung:
„Irre Seelen“ ist das erste Buch von Graham Masterton was ich gelesen habe. Sein Schreibstil lässt sich leicht lesen und er schafft es auch eine unheimlich und teilweise sehr grausame Atmosphäre zu erschaffen. Aber auch eine trostlose Leere heraufzubeschwören, die auch in „The Oaks“ vorherrscht.

Das Irrenhaus als Handlungsort für einen Horrorthriller scheint schon ausgelutscht zu sein, aber sind es nicht immer wieder die gleichen Orte, die uns Gänsehaut über den Rücken laufen lassen?
Alte, leerstehende oder heimgesuchte Häuser haben es mir angetan. Der Verfall, der beschrieben wird, die Orte, die plötzlich menschenleer sind und die Möglichkeiten, was dort alles passiert sein mag. So etwas trägt einfach unheimlich viel Potential in sich.
Die Insassen, die plötzlich verschwunden sind – aber immer noch da. Das alles klingt ziemlich unheimlich – und die aufgestaute Wut der untoten Geister will man auch nicht spüren müssen.
Aber Jack wird sie spüren. Er und all seine Gefährten müssen gegen die Geister ankämpfen um zu überleben und Jacks Sohn wieder zurückzuholen...

Ich finde, dass „Irre Seelen“ ein wirklicher guter Horrorroman ist. Der Druidenzauber war mir zwar teilweise etwas zu abgehoben, aber es war nicht schlecht. Es ist eben eine Geschmackssache. Auch der Gruselfaktor ist definitiv gegeben, dennoch habe ich leider nicht das Gefühl gehabt, dass die Angst nach mir greift. Entweder hat man irgendwann zu viele Bücher in diese Richtung gelesen, oder man brüht einfach ab. Aber das liegt nicht am Buch, sondern an mir!

Wer eine etwas andere Geschichte, mit altbekannten, aber gut bewährten Handlungsorten sucht und auch atmosphärische und bildliche Beschreibungen mag, sollte es wirklich einmal mit „Irre Seelen“ versuchen! Spannend, gruselig und manchmal auch ein wenig abgehoben – aber definitiv lesenswert!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Graham Masterton – Irre Seelen, im November 2012 im Festa Verlag erschienen
448 Seiten, 13,95 €

Montag, 25. März 2013

Rezension: Alexander Odin - Pandämonium

Alexander Odin - Pandämonium 
Die letzte Gefahr

Ein dystopischer Horror-Thriller

Inhalt:
In einem Berliner Plattenbau bricht der Horror aus. Ein unbekannter Virus greift schnell um sich und verwandelt die Infizierten in mordlüsterne und gefräßige Bestien.
Die 16jährige Naomi lebt in diesem Plattenbau und kann sich vor der Errichtung der Quarantänezone nicht mehr retten. gemeinsam mit einigen Nachbarn kämpft sie ums Überleben und um ihre Freiheit...

Meinung:
"Pandämonium" ist ein wirklich extremes Buch. Extreme Situationen, extreme Ideen - aber es gibt auch extrem viel Spannung und Action.

Alexander Odin hat mich mit seinem Debüt-Thriller wirklich von sich überzeugen können. Er hat eine Geschichte erschaffen, in die er den Leser ohne viele Worte hineinschmeißt. Es wird nicht lange darum herum gefackelt, kein Geplänkel - nein, es geht direkt los!
Keine Längen, keine Langeweile - nur Action, Gefahr und Spannung! So was zu schaffen, finde ich verdient schon ein großes Lob.

Der Schreibstil von Alexander Odin ist einfach und sehr angenehm zu lesen. Er schafft es in "Pandämonium" eine schreckliches Szenario zu erschaffen, dass wir hoffentlich nie so kennenlernen müssen. Atmosphärisch, unheilvoll und düster erzählt er von der Seuche, die über Berlin und andere Städte, sogar Kontinente  hineinbricht. Geheimnisvoll, unaufhaltsam und absolut tödlich!

Die Charaktere sind absolut vielseitig und allesamt einzigartig. Sie haben alle ihre Macken und Eigenarten und dennoch haben sie alle den gleichen Wunsch und das gleiche Ziel: zu Überleben. Egal ob es sich um den älteren Nachbarn Witter handelt, der untere einem Hirntumor leidet, Naomi, die ihre Mutter sucht und versucht aus der Plattenbausiedlung zu entkommen oder aber den Drogendealer Jimmy. Sie begreifen, dass sie zusammenhalten müssen um zu überleben - aber wird ihnen das überhaupt gelingen?

Eine faszinierende, aber genauso beängstigende Idee ist das Netzwerk "I share evil", dass in "Pandämonium" eine wichtige Rolle spielt. Was es genau mit diesem sozialen Netzwerk auf sich hat und ob Naomi dagegen ankommt, müsst ihr aber selbst herausfinden!

Einen minimalen Kritikpunkt muss ich aber nun auch noch dazusteuern. Das Ende. Es ist nicht schlecht, ganz und gar nicht, dennoch bin ich ein Leser, der am liebsten alle offenen Fragen geklärt haben will und darum war ich nicht ganz zufrieden gestellt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung zu "Pandämonium" - genug Potenzial wäre auf jeden Fall vorhanden!

Wenn ihr spannende und actiongeladenen Horrorthriller mögt, oder Zombiegeschichten liebt, dann solltet ihr euch Alexander Odins Debüt wirklich nicht durch die Lappen gehen lassen! 
Schrecklich, blutig, skurril -  ein Endzeitthriller sondergleichen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereiststellung bedanke ich mich bei Alexander Odin und dem Bastei Lübbe Verlag, vielen Dank auch für die Möglichkeit dieser Leserunde an Lovelybooks!

Produktinformation:
Alexander Odin - Pandämonium - Die letzte Gefahr, im Februar 2013 bei Bastei Lübbe erschienen
416 Seiten, 8,99 €


Sonntag, 16. September 2012

Rezension: Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel

Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel

Zurück zu den Anfängen - mit grandiosen Erzählungen

Inhalt:
"Duke Manor, am 17. April 1881,
Ich bin mit meiner Familie nach Duke Manor gezogen. Meine Forschungen an diesem Ort tun nichts zur Sache, es gibt andere, wichtigere Dinge, die ich niederschreiben muss. Doch eines vorweg: Diese Zeilen sind keine Warnung, denn dafür ist es längst zu spät...vielmehr sollten sie in aller Offenheit darüber berichten, was geschehen wird."
(aus Duke Manor, S. 53)

Meinung:
Andreas Gruber ist ein Autor, der es geschafft hat mich in den letzten zwei Jahren für sich zu begeistern. Zum einen natürlich mit seinen grandiosen Thrillern und zum andern auch mit seiner sehr freundlichen und aufgeschlossenen Art in der Lovelybooks-Leserunde zu "Rachesommer". Da war es für mich ganz klar, dass ich auch gerne einmal Geschichten aus seinen schriftstellerischen Anfängen lesen wollte. Und wie sollte es anders sein, als dass er mich auch mit seinen frühen Werken begeistern konnte.

In der Anthologie "Der fünfte Erzengel" finden wir folgende Geschichten vor:

Wahrscheinlich ein kaputter Gasherd
Die Testamentseröffnung
In Gedenken an meinen Bruder
Duke Manor
Der Beichtstuhl des Pater Wolfgang
Der Antropophag
Im Treppenhaus
Corpus Laceraris und
die gleichnamige Geschichte Der fünfte Erzengel

Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich hellauf begeistert bin von seinen Erzählungen. Ok, sind um einiges düstere und abgedrehter als seine aktuelleren Werke, aber sie ziehen einen auch unweigerlich in ihren Bann.
Als Leser kann mich nicht anders, als mit den Protagonisten mitzubangen und so manches mal fährt einem ein Schauer über den Rücken. Ich liebe es, wenn ein Buch oder eine Geschichte mich so in ihren Bann zieht, dass ich es körperlich spüre oder einfach nur "abwesend" bin - und das hat Andreas Gruber geschafft.

Er arbeitet sowohl mit ganz klassischen Handlungsorten, wie z.B. mit einer Nervenheilanstalt in "In Gedenken an meinen Bruder" oder einem im Wald gelegenen alten Herrenhaus in "Duke Manor", aber genauso sind Geschichten zu finden, die absolut individualistisch sind und ich so noch nie gelesen habe und die mich begeistert zurückgelassen haben, wie z.B "Der Beichtstuhl des Pater Wolfgang" und "Der Antropophag" (Kannibale). Er versteht es Protagonisten ins Leben zurufen, die man sich ganz genau vor Augen führen kann und die mit Wiedererkennungswert gesegnet sind.
Spannung aufzubauen ist für Herrn Gruber auch kein Problem, durch seine detaillierten Beschreibungen der Handlungen und des Umfeld baut er eine unheimlich Atmosphäre und fühlbare Spannung auf.

Ich möchte die Anthologie "Der fünfte Erzengel", allen Freunden von Andreas Grubers aktuelleren Werken ans Herz legen. Ich weiß, dass immer mehr LeserInnen diesen talentierten Autoren für sich entdeckt haben und ich würde es wirklich Schade finden, wenn diese absolut tollen und einzigartigen Geschichten mit Nichtbeachtung gestrafft würden!
Lasst euch auf seine unheimlichen und morbiden Geschichten ein! Ich glaube fest daran, dass er mit seinen Erzählungen, noch viele andere Leser begeistern wird!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Boris Koch und Medusenblut!

Produktinformation:
Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel, 2004 in Zusammenarbeit von Medusenblut und dem Shayol Verlag erschienen
143 Seiten, 12,90 €


Dienstag, 17. April 2012

Rezension: Tim Curran - Der Leichenkönig

Tim Curran - Der Leichenkönig


Eine düstere Novelle im Schottland des 19. Jahrhunderts

Inhalt:
"Vor dem Anatomy Act von 1832 waren die einzigen Leichen, die im Vereinigten Königreich für die Sektion zur Verfügung standen, die zum Tode verurteilter Krimineller. Und auch wenn das Verbrechen wucherte und Hinrichtungen gang und gäbe waren, gab es kaum genug Leichen für chirurgische Demonstrationen an den medizinischen Fakultäten. So entstand, praktisch über Nacht, ein illegaler - aber sehr lukrativer - Markt für Leichen."
(S. 5)

Die Armut greift in den Straßen des Arbeiterviertels im Edinburgh des 19. Jahrhunderts um sich. Viele der jungen Mädchen prostituieren sich, die jungen Männer geraten oftmals in kriminelle Machenschaften um ihr täglich Brot zu verdienen. So geht es auch Clow und seinem Freund Mickey Kierney. Die beiden sind als Leichenräuber dick im Geschäft. Keine ungefährliche Arbeit - vor allen Dingen da seit einiger Zeit unheimliche Geschichten über etwas auf den nördlichen Grabfeldern im Umlauf sind...

Meinung:
Tim Curran erzählt in seiner Novelle "Der Leichenkönig" eine atmosphärische und schaurige Geschichte.
Sein Schreibstil ist dicht und sehr detailliert. Mit Hilfe von Tim Currans Worten kann man sich diese unwirtliche und verkommene Gegend vor Augen führen. Dunkel, düster und bedrückend wirkt die Novelle auf mich - ebenso wie das Cover.

Unsere Hauptprotagonisten, Clow und Mickey, gehen weiter ihrer Arbeit nach. Immer auf der Hut vor den Wachen, die verstärkt auf den Friedhöfen und Grabfeldern eingesetzt werden. Einfach haben sie es wirklich nicht, müssen sie auch noch Clows ständig besoffene Mutter aushalten.
Als sich nun immer häufiger Geschichten über dieses grauenvolle Ding erzählt werden, das auf den nördlichen Grabfeldern haust, wollen sich die beiden das einmal genauer anschauen. Guter Dinge gehen sie los um sich bestätigen zu könne, dass es sich nur um Aberglaube und Hirngespinste handelt. Aber was sie dann sehen können sie nicht glauben: tiefe Tunnel, die sich durch die Friedhofserde ziehen, umgestürzte Grabsteine und angenagte Menschenknochen....

Mehr will ich nicht verraten - am besten holt ihr euch dieses Buch und lest es in einer dunklen, düsteren Nacht. Freunde von Poe werden bestimmt auch an dieser Geschichte ihre Freude haben.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

♥ Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Atlantis Verlag! ♥

Produktinformation:
Tim Curran - Der Leichenkönig, 2011 im Atlantis Verlag erschienen
150 Seiten, 11,90 €

Samstag, 7. April 2012

Rezension: Carlton Mellick III - Die Kannibalen von Candyland

Carlton Mellick III - Die Kannibalen von Candyland


Die geheime Welt der Zuckermenschen: Candyland

Inhalt:
"Wenn man sich in unserer Kultur mit einer anderen Person vermählen will, dann muss man nichts weiter tun, als diese Person an seinen Bettpfosten zu ketten. Für gewöhnlich geschieht das gegen den Willen dieser Person . Es erfordert nur etwas Gerissenheit, Überzeugungskraft oder körperliche Gewalt."
"Ist das der Grund, warum du mir das alles antust? Weil du mich als deinen Gatten willst?"
(S. 77)

Franklin Pierce hat als Kind mit ansehen müssen, wie eine Zuckerfrau seine Geschwister gefressen hat. Seit dem ist es sein Ziel die Zuckermenschen zu finden und auszurotten. Jetzt Jahrzehnte später, wird er grade von dieser Zuckerfrau zum Gatten genommen. Und plötzlich empfindet er nicht mehr nur Hass...

Meinung:
Tja, erst einmal: Wow! Carlton Mellick konnte mich mit "Die Kannibalen von Candyland" und einem Ausflug in das mir vorher unbekannte Genre der "Bizarro-Fiction" unterhalten und überzeugen!

Mellicks Schreibstil ist flüssig zu lesen - zwar muss man sich erst Mal eine seine etwas derbere Ausdrucksweise gewöhnen, aber dann passt alles.

Der Protagonist, Franklin, ruft als erstes Mitleid in mir wach, und ich denke es wird jedem genauso gehen, der die Umstände kennenlernt, in denen er lebt. gemeinsam mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter bewohnt er eine Wohnung. Die Frauen sind ständig vollgedröhnt und huren rum - das einzige was ihm wirklich am Herzen liegt ist sein Kätzchen.
Doch alles wird anders als er einem Zuckermenschen nach Candyland folgt. Dort trifft er dann auf Jujube, die ihn dann zum Gatten nimmt. Und was er dann alles erlebt und über sich ergehen lassen muss, dass solltet ihr lieber selbst lesen.

Die Gestaltung des Buches springt einem natürlich auch sofort ins Auge, da es sich um eine quietschebunte Hardcoverausgabe mit Lesebändchen handelt. Wenn man über den Lollybauch der Zuckerfrau reibt riecht es übrigens nach Candyland (Erdbeerkaugummi). Ach ja und das Papier ist übrigens rosa...

Eine groteske Geschichte, die einen trotz mancher unschöner Beschreibungen einfach fesseln muss. Ungewohnt, neu und unterhaltsam!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Festa Verlag!

Produktinformation:
Carlton Mellick III - Die Kannibalen von Candyland, 2010 im Festa Verlag erschienen
158 Seiten, 16,80 €

Donnerstag, 2. Februar 2012

Rezension: Sigrid Lenz - Die Macht der Furcht

Sigrid Lenz - Die Macht der Furcht


Wer wohnt schon gerne in einem Spukhaus?

Klappentext:
Ein Schriftsteller zieht sich auf Druck seines Agenten in ein einsam gelegenes Haus zurück. Dort gerät er in den Bann geheimnisvoller und bedrohlicher Ereignisse. Sie führen ihn mit einem jungen Musiker zusammen, der beschließt, mit ihm das unheimliche Gebäude zu bewohnen. Beide entwickeln Gefühle für einander, doch als das Spukhaus ein Eigenleben entwickelt, ziehen sie eine Organisation zu Rate, die sich mit paranormalen Phänomenen beschäftigt. Der Geisterjäger, der zu ihrer Unterstützung eilt, verkompliziert ihre Beziehung, bis die Ereignisse eskalieren. Ein Tor zur Hölle öffnet sich und verschluckt den Geisterjäger. Gegen den Widerstand der Dorfbewohner, die, wie sich herausstellt, für den Spuk mitverantwortlich sind, beschließen beide, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen...

Inhalt:
"Und wieder fühlte er diesen kalten Hauch im Nacken, wie ein eisiger Wind, der von seinen Lendenwirbeln hinauf bis zu seinem Nacken kroch, bis die kleinen Härchen dort begannen, sich aufzustellen. Und dann löste sich die Erstarrung und Malte fuhr mit einem Aufschrei herum. Nichts. Niemand war dort, jemals dort gewesen."

Malte wird von seinem Agenten aufs Land geschickt. Einsam und alleine soll er in Kreuzfallongen an einem neuen Buch arbeiten. Denn sein einziger Erfolg ist schon Jahre her, und das Geld langsam knapp. In der Einöde trifft er auf den jungen Musiker Alexander, der ebenfalls die Einsamkeit gewählt hat um neue Energie und Kreativität zu tanken. Die beiden Männer verstehen sich auf Anhieb sehr gut und als Malte dann merkwürdige Dinge in seinem Haus erlebt, zögert Alexander nicht eine Sekunde und zieht zu Malte. Doch mit dem was die Beiden zusammen erleben hätte niemand gerechnet...

Meinung:
"Die Macht der Furcht" ist ein stimmiger Mystery-Roman mit dem mich Sigrid Lenz noch mehr von ihren Fähigkeiten überzeugen konnte.
Auf knapp 500 Seiten baut sie eine gruselige, spannende und in sich schlüssige Geschichte um die zwei jungen Männer, Malte und Alexander, und das geheimnisvolle Spukhaus auf.

Sigrid Lenz schreibt sehr detailliert und bildhaft und schafft es mit den passenden Worten eine gruselige und düstere Atmosphäre aufzubauen. Das Setting ist für diese Geschichte perfekt ausgewählt. Kreuzfallongen. Ein Ort von dem man noch nie etwas gehört hat, abgeschieden von der Zivilisation, ein paar Häuser inmitten eines Waldes. Telefon und Internet? Fehlanzeige! Einzig im Dorfladen findet man einen alten Münzfernsprecher.
Wo lässt sich wohl besser eine Geschichte ansiedeln, die für Gänsehaut sorgen soll?

Malte erlebt unerklärliche Phänomene in dem alten Haus: Glühbirnen zerspringen, Bilder rotieren an der Wand, er hört Stimmen. Wird er wahnsinnig? Nein, denn auch Alexander nimmt all dies wahr und noch mehr.
Gemeinsam mit einem "Geisterjäger" vom Parapsychologischen Institut versuchen sie dem Spuk auf die Schliche zu kommen. Doch so einfach ist das gar nicht, weder für die Bewohner des Hauses, noch für die Leser. Sigrid Lenz legt nämlich nicht immer direkt die richtige Spur für uns aus - aber das macht Bücher eben auch sehr reizvoll.

"Die Macht der Furcht" ist aber nicht nur ein Mystery-Roman, den neben den Ereignissen in dem alten Haus geht es auch um die Beziehung zwischen Malte und Alexander. Ja, neben der Mystery-Story finden wir in diesem Buch auch noch eine Liebesgeschichte vor. Von Anfang an spüren die Beiden eine innere Verbundenheit und wissen instinktiv, dass sie mehr sind als nur Freunde. Doch wie überall kommen auch hier Schwierigkeiten und Gewitterwolken auf.

Ob auch hier am Ende das Gute und die Liebe siegt solltest ihr am besten selbst herausfinden!

Das Cover passt perfekt zur Geschichte und gibt die düstere und drückende Atmosphäre des Buches wieder.

Wie auch bei dem Buch "Emmas kleiner Krimi" habe ich hier wieder das Lektorat anzumerken und diese unschöne Leserille, die ich ins Buch gelesen habe, obwohl ich sehr sorgsam mit dem guten Stück umgegangen bin.

Wer auf schaurige, undurchsichtige Geschichten mit interessanten Charakteren steht, sollte sich der Gefahr einer Gänsehaut aussetzen und "Die Macht der Furcht" lesen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Sigrid Lenz und Claudia!

Produktinformation:
Sigrid Lenz - Die Macht der Furcht, 2010 im Aavaa Verlag erschienen
500 Seiten, 9,95 €

Zur Autorin:
Nach unterschiedlichen Betätigungsfeldern kristallisierte sich für Sigrid Lenz das Schreiben als Möglichkeit heraus, Freude, Trost und Stärke zu finden und weiterzugeben. Neben Kurzgeschichten in Anthologien wurden zwei ihrer E-Books im Verlag "Club der Sinne" veröffentlicht, eines im Palmbyte Verlag und ein weiteres wird kommenden Herbst im Sirius-Verlag erscheinen.

Montag, 31. Oktober 2011

Rezension: Stephen King - Nachtschicht

Stephen King - Nachtschicht

Kurzgeschichten aus der Feder des Meisters

Klappentext:
Ein Kind muss seine Angst vor der Dunkelheit überwinden - sonst verliert es sie nie. Stephen King hat seine Angst nie überwunden. Er versteht es, mit ihr zu leben und Millionen Leser damit in Schrecken zu versetzen. "Nachtschicht" stellt eine sehr persönliche Auswahl vom Besten dar, was King je geschrieben hat. Ein Stundenbuch des Grauens: Fünf ausgewählte Kalendergeschichten, in einsamen Vigilien erzählt, mit einem programmatischen Vorwort, in dem sich der Autor zu den Altmeistern der Schauerprosa bekennt: Der Rasenmähermann, Lastwagen, Manchmal kommen sie wieder, Der Mauervorsprung und Das Schreckgespenst:

Meinung:
Auf dem Hörbuch "Nachtschicht" von Stephen King finden wir nachfolgend aufgeführte Kurzgeschichten:

Vorwort: Über die Angst und das Schreiben
Lastwagen
Das Schreckgespenst
Der Rasenmähermann
Manchmal kommen sie wieder und
Der Mauervorsprung

Wirklich gut gefallen hat mir das Vorwort von Stephen King, Worte über die ureigene Angst des Menschen und das Schreiben, was ihn dazu antreibt uns solche Geschichten vor zusetzen - Hintergrundinfos die wirklich spannend und amüsant sind, da sie King als Menschen näher an die Hörer bzw. Leser heranführen.

Eine Geschichte gibt es, der ich ein wenig kritisch gegenüber bin: "Lastwagen". Ich glaube dies ist auch die Geschichte, aus der der Film "Trucks" ausgearbeitet wurde. Grob gesagt lehnen sich die Autos gegen die Menschen auf und bringen sie um - ich finde sie eher mittelmäßig.
Am besten gefallen hat mir "Das Schreckgespenst" - diese Geschichte handelt von einem Mann,d er zu einem Psychiater geht, weil er sich die Schuld am Tod seiner drei Kinder gibt, die das Schreckgespenst geholt hat.
Diese Geschichte finde ich einfach so großartig, weil es das wiedergibt vor dem die meisten von uns sich fürchten: der Dunkelheit, dem Monster im Schrank oder unter dem Bett. Seid doch mal ehrlich, ihr schaut doch bestimmt auch manchmal unter das Bett, bevor ihr euch hinlegt, oder?

Das Hörbuch wird von Joachim Kerzel gelesen, und es gibt wirklich nichts zu motzen oder zu kritisieren: er bringt die schauerliche Atmosphäre der Geschichten gekonnt wieder und liest in einem angenehmen Tempo. Kerzels Stimme ist sehr angenehm, so dass es Spaß macht ihm in die kingschen Alptraumwelten zu folgen!

Spannende, abwechslungsreiche ältere Geschichten vom Meister des Horrors angenehm und atmosphärisch erzählt! Für alle King Fans ein Must-Have!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Stephen King - Nachtschicht, gelesen von Joachim Kerzel, 2006 erschienen im Lübbe Audio Verlag
4 CDs, 256 Minuten, 10,99 €

Montag, 12. September 2011

Rezension: Markus K. Korb - Edgar Allan Poes Phantastische Bibliothek - Grausame Städte

Edgar Allan Poe`s phantastische Bibliothek


Markus K. Korb - Grausame Städte


Düstere Kurzgeschichtensammlung

Klappentext:
Wenn das Licht des Tages stirbt und sich das Totenhemd der Nacht auf Pflastersteine und Asphaltstraßen herabsenkt, geht ein Raunen durch alte Ziegelmauern. Es ist die Zeit des Zwielichts, in welcher die Gebäude im Mondlicht zu träumen beginnen...

Die schiefen Palazzi von Venedig flüstern einander längst vergessene Geheimnisse zu. In den verfallenen Häuserblocks von Berlin ertönt ein Wispern. Beide Städte erzählen dem Leser unheimliche Geschichten. Grotesk, bizarr, durchwoben von Schmerz und Angst...

Markus K. Korb führt den Leser durch düstere Labyrinthe aus Gassen und Hinterhöfe, bis hinein in die modrigen Herzen von Venedig und Berlin. Beide Städte sind Schauplätze phantastischer Ereignisse, welche von der Gegenwart bis in archaische Zeiten hinabreichen. Dorthin, wo fleischlose Schädel ihre ewig bleckenden Zähne entblößen.

Meinung:
Korbs Buch "Grausame Städte" umfasst den Venedig-Berlin-Zyklus. Jeder Zyklus enthält vier Geschichten.

Venedig:
Concetta ♥♥♥♥
Carnevale a Venezia ♥♥♥
Das Ikarus-Prinzip ♥♥♥
Insel der Gräber ♥♥♥♥♥

Berlin:
Insomnia ♥♥♥♥♥
Der Schlafgänger ♥♥♥
Wir alle sehen besser aus in Schwarz & Weiß ♥♥♥♥
Tief unten ♥♥♥♥♥

"Er sinkt müde hinein und ich greife in meine Smokingtaschen. Dort befinden sich die Utensilien, die ich mir in weiser Vorraussicht für den Genuss des Abends mitgebracht habe. In einem Moment der Unaufmerksamkeit überwältige ich meinen Freund. Ein blitzendes Messer im Schein des elektrischen Lichtes. Zehnmal fährt meine Hand hoch und wieder hinab. Dann ruht tödliche Stille über dem szenischen Tabeleau."
(aus "Insomnia")

Korbs Schreibstil ist angenehm zu lesen, eingänglich, bildhaft, detailliert und nicht zu vergessen sehr düster. Ich finde, dass "Edgar Allan Poes Phantastische Bibliothek" sehr passend gewählt ist, da Korb wie die Altmeister mit Worten spielt, düstere Welten und Atmosphäre schafft.
Korbs Geschichten sind wie dunkle Kurzfilme.

Die Geschichten in den Zyklen sind unwahrscheinlich abwechslungsreich, kurzweilig und unterhaltsam - auch wenn sie sehr morbid sind.
Sie handeln von Menschen, die von einer bestimmten Sache, einem bestimmten Gedanken besessen sind, über Ausflüge in die Vergangenheit, die an Fieberträume erinnern oder z.B. von Reisen in die Tiefe, wo das Böse lauert.

Mir persönlich haben die Geschichten aus dem Berlin Zyklus etwas besser gefallen - ich habe sie düsterer empfunden und irgendwie beeindruckender. Aber wir haben ja alle so unsere Vorlieben.
Das Buch enthält noch ein tolles Nachwort von Eddie M. Angerhuber, in dem sie sich intensiv mit den Geschichten auseinandersetzt. Im übrigen ist sie auch eine ganz tolle Autorin!

"Grausame Städte" ist eine gelungene Kurzgeschichtensammlung, düster und atmosphärisch - in Erinnerung an den alten Meister!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Blitz Verlag!

Produktinformation:
Markus K. Korb - Grausame Städte, 2003 erschienen im Blitz Verlag
158 Seiten,  9,95 €

Mittwoch, 7. September 2011

Rezension: Jens Reimitz - Geschichten der Angst

Jens Reimnitz - Geschichten der Angst


Wirklich "schreckliche" Kurzgeschichtensammlung

Meinung:
Auf der CD "Geschichten der Angst" von Jens Reimnitz sind nachfolgend aufgeführte Kurzgeschichten enthalten:


Nacht der Angst
Spur des Traumes
Der Widersacher
Blutiges Spiel
Zwei Welten
Dämonenglaube
Schwarzfahrer und
Die Geisterstadt

Ich hatte mich auf ein paar gruselige und schaurig schöne Hörmomente gefreut, aber leider hat mich bei diesem Hörbuch etwas ganz anderes erwartet. Mir haben sich zwar die Haare aufgestellt, aber nicht vor Angst, eher weil die Geschichten so grottig waren.
Mal ehrlich, würdet ihr bei solchen Satzfragmenten nicht auch reisaus nehmen:
"Mit 17 Messerstichen wurde die dunkle Schönheit getötet." oder
"...zwischen der auch figurmäßig exzellenten Grazie und meiner Person..."
(aus "Spur des Traumes")
Ehrlich vor allen Dingen, bei letzterem Satz, wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte.

Und auch der Hörbuchsprecher, Daniel Logemann, kann bei mir nicht punkten. Er liest affektiert und überzogen, so dass es wahrlich keine Freude ist diesen Geschichten zu lauschen.
Für mich persönlich war dieses Hörbuch ein Griff ins Klo - leider.

Überzogene Geschichten, sprachlich nicht ausgereift und der Sprecher vollbringt auch keine Höchstleistung - daher von mir keine Kaufempfehlung!

Wertung:
♥

Produktinformation:
Jens Reimitz - Geschichten der Angst, gesprochen von Daniel Logemann, erschienen 2005 bei Audiobooks on demand, 1 CD, 14,99 €

Montag, 1. August 2011

Rezension: Ronald Malfi - Tod in Neverland

Ronald Malfi - Tod in Neverland


Dunkle Geheimnisse in den Wäldern von Spires 

Klappentext:
Kelly Rich floh einst vor ihrer Vergangenheit nach New York City. Seit einem Zusammenbruch im Alter von 15 Jahren ist ihre Kindheit fast vollständig aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Als ihre Schwester Becky in ein unerklärliches Koma fällt, wird sie nach hause gerufen. Um Becky zu retten, muss sie ihre Erinnerung ausgraben...und sich einer schauerlichen Vergangenheit stellen.

Inhalt:
"Ungeachtet der leicht entstellten Züge handelte es sich unwiderlegbar um das Gesicht eines Menschen: tief sitzende Augen, ein Nasenansatz, die Wölbung eines blassen, unbehaarten Schädels, die Linie eines Mundes. Das Bild war höchstens zwei Sekunden lang zu sehen, bevor Nelly Worthridge den Rollstuhl davor manövrierte. Ihr Mund bewegte sich auf dem Bildschirm lautlos. Und nach dem Rollstuhl war das Bild verschwunden, als hätte Nelly es vom Glas gewischt."

Kelly Rich wollte ihre Vergangenheit und ihre Familie hinter sich lassen, doch nun wird die junge Frau von ihrer Vergangenheit eingeholt. Kelly geht es schlecht, sie kann nicht schlafen, nicht essen und sie verliert die Kontrolle über ihre Blase. Dann erhält sie einen Anruf, ihre Schwester wurde überfallen und liegt im Koma...

Meinung:
"Tod in Neverland" von Ronald Malfi ist eine beeindruckende Mischung aus Fantasy und Horrorgeschichte.
Malfis Schreibstil ist fantastisch, er schreibt unwahrscheinlich atmosphärisch und seine Geschichte weist eine enorme Erzähldichte auf. Grade dadurch schafft er es, seine Leser direkt von Anfang an in die Story um Kelly und ihre Schwester Becky hineinzuziehen. Ich persönlich, wollte und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es an einem Tag verschlungen.

Das Buch ist in drei Teile aufgesplittet:
1. Das (verborgene) Buch des Frostes
2. Unsichtbare Gestalten
3. Das (verborgene) Buch der Schmelze

Die Beschreibungen von Orten und Handlungen sind so detailliert, bildhaft und wortgewaltig, dass wie von Geisterhand Bilder vor den Augen des Lesers heraufziehen. Allein die Beschreibungen von Kellys Elternhaus und dem angrenzenden Wald jagen einem Schauer über den Rücken. Alles wirkt so dunkel und bedrückend, dass man selbst als Leser die Unruhe Kellys und ihre Abneigung gegen Spires fühlen kann.

Auch die Protagonisten, ihre Charaktere, ihre Lebensläufe und Schicksale und wie diese zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden, kann man schon als Kunststück bezeichnen. Nichts passiert einfach so, alles dient dem großen Ganzen, dem Finale, der Auflösung.
Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass mich grade Kelly und Nelly Worthridge und ihre (verborgene) Beziehung zueinander fasziniert haben. Aber auch Josh, Carlos Mendes, Kelly Eltern und Becky - nicht zu vergessen Mouse - haben mich brilliant unterhalten und vor Fragen gestellt, die ich mir bis zum Ende nicht zu beantworten wusste!

Das Cover zeigt passend zur Geschichte den Wald um Spires und eine schemenhafte Gestalt. Der Hintergrund variiert in verschiedenen Lilatönen. Nebel steigt vom Boden auf.

Malfi ist ein Meister des geschriebenen Wortes! Selten habe ich ein Buch von so einer atmosphärischen und inhaltlichen Dichte gelesen! Unbedingt kaufen, loslesen und sich bestenfalls gruseln und beeindrucken lassen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Otherworld-Verlag!

Produktinformation:
Ronald Malfi - Tod in Neverland, erschienen 2011 im Otherworld Verlag
509 Seiten, 16,95 €

Dienstag, 26. Juli 2011

Rezension: Dark Shadow - Dark Stories: Tom

Dark Shadow - Dark Stories: Tom


Düstere Kurzgeschichten voll Spannung

Klappentext:
Als ich in die Küche kam, sah ich Tom mit rundem Rücken auf dem Boden knien, das Gesicht fast auf den Fliesen. Die Kühlschranktür stand offen, die Schlüssel, in der die Koteletts und Rippchen lagerten, lag umgedreht auf dem Boden.
Im ersten Moment dachte ich, ihm sei die Schüssel hingefallen und kniete mich zu ihm, um ihm beim Aufsammeln des Grillfleisches zu helfen. Doch was ich sah, ließ meinen Atem stocken.
Tom aß rohes Fleisch!

Inhalt:
"Noch ekelhafter als dein Charakter, Bollmann, sind deine Zähne. Wie halb versunkene, vermoderte Grabsteine ragen sie aus deinem blutigen Zahnfleisch. Machen einen alten Friedhof aus deiner Mundhöhle.
Mein Gott, wie viele Jahre habe ich diesen schauderhaften Anblick ertragen? Und hinterher - im Traum - verfolgte mich dein Gebiss."
(aus "Mörderisches Klassentreffen")

Meinung:
In dem Buch "Tom" sind folgende Kurzgeschichten enthalten:
Tom, ♥♥♥♥
Die Vorahnung, ♥♥♥
Mörderisches Klassentreffen, ♥♥♥♥♥ und
Die Seele des Ford Sierra, ♥♥♥

Dark Shadow unterhält uns mit mehr oder weniger düsteren Gute-Nacht-Geschichten. Der Schreibstil des Autors ist angenehm und zügig zu lesen. Er hat einen bildhaften und detaillierten Schreibstil, der es uns ermöglicht aus diesen Geschichten Kurzfilme werden zu lassen.
Der Spannungsaufbau gelingt ihm auch auf ein paar Seiten sehr gut und vor allen Dingen die Kurzgeschichte "Mörderisches Klassentreffen" hat mir Schauer über den Rücken gejagt. Die Grundidee gefällt mir sehr gut, wird aber noch von der Charakterisierung der Protagonisten und ihrer Gedankengänge getoppt.
Auch "Tom" hat mir sehr gut gefallen, obwohl das Ende voraussehbar war.
"Die Vorahnung" und "Die Seele des Ford Sierra" konnten mich leider nicht komplett überzeugen.

Alles in allem dennoch eine gute Leistung und ich werde bestimmt noch weitere Kurzgeschichten von Dark Shadow lesen.

Das Buch ist eine Hardcoverausgabe im A6 Format und das Cover ist passend zum Titel gestaltet: schwarzer Hintergrund und rote Kratzspuren. Innen ist das Buch auf alt gemacht, mit schwarzen Rahmen um jede Seite.

Ich empfehle dieses Buch jüngeren Lesern, die spannende, gruselige und abwechslungsreiche Kurzgeschichten mögen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Dark Shadow - Dark Stories: Tom, erschienen 2010 bei arsEdition
121 Seiten, 6,00 €

Weitere Bücher von Dark Shadow beim Verlag arsEdition:

Der Werwolf
Der Wächter und
Metallic

Sonntag, 10. April 2011

Rezension: Stefan Melneczuk - Geisterstunden vor Halloween

Stefan Melneczuk - Geisterstunden vor Halloween


Ein abwechslungsreicher Halloweenkalender

Klappentext:
In Herbst- und Winternächten, so sagt man, wenn der Wind landeinwärts zieht, kann man die Todgeweihten auf dem Hungerberg hören. Fünfzig Männer, vierzig Frauen und fünfzehn Kinder, die keinen Frieden finden. Der Wind trägt ihre Gebete und Lieder hinab in die Stadt. Sie dringen durch Türen und Fenster, wie ein Fluss, der kein Ende nimmt und die Torffeuer von Geisterhand erstickt.

Stefan Melneczuk kam am 31. Oktober 1970 zur Welt, ist Redakteur einer großen Tageszeitung und schreibt seit mehr als zwanzig Jahren unheimliche Geschichten. Sein erster Roman Marterpfahl - Sommer der Indianer sorgte landesweit für Aufsehen und erlebte aus dem Stand heraus mehrere Auflagen.
Mit den Geisterstunden erscheinen nun einunddreißig seiner dunklen Erzählungen vor Halloween. Gespenster-Geschichten ebenso wie Horror-Storys.

Inhalt:
"Die Frau war nackt. Ich bemühte mich um Fassung, als meine Blicke über ihre dunkle Haut bis zum Kopf krochen. Ich glaube, ich war der erste von uns dreien, der den Mut aufbracht, sie zu berühren. Ihre Wangen waren kalt. Das Mädchen war vor Stunden gestorben, tödlich verletzt hier draußen am Ufer. Heinrich stieg über den Körper hinweg, um sich die Beine der Toten anzusehen. Genauer gesagt, die Stelle an der ihre Bein sein sollten. Jenseits ihres Unterleibes glänzte eine Schwanzflosse im Licht der Laternen."
(aus der Geschichte "18.Oktober: Wasser")

Meinung:
"Geisterstunden vor Halloween" von Stefan Melneczuk ist eine Sammlung von 31 Grusel- und Horror-Storys.
Dieses Buch ist eine Art Kalenderbuch für den Monat Oktober, für jeden Tag gibt es eine gruselige oder wirklich grauenerregende Geschichte...
...und dann liegt die Nacht der Geister vor uns: Halloween!

Stefan Melneczuks Schreibstil ist gewaltig und bildhaft. Er schafft es den Leser in die Geschichten hineinzuziehen, und er jagt ihnen entweder einen Schauer über den Rücken, sorgt für Gänsehaut oder lehrt uns das Grauen.

Die vorliegende Sammlung von 31 Kurzgeschichten ist spannend und abwechslungsreich. Dem Leser wird einiges geboten: von klassischen Geister- und Spukgeschichten, über verlorenene Seelen, genauso gibt es aber auch außergewöhnliche und äußerst aktuelle Themen, die Inhalt seiner Geschichten sind. In der Geschichte vom 07. Oktober "Der Kongress"  geht es um Terroristen, die ein Passagierflugzeug entführt haben oder auch die Erzählung vom 09. Oktober "Smaragd" ist aktuell und beschäftigt sich mit einem möglichen Fluch des Internets.

Der Autor hat mich mit seiner Kurzgeschichtensammlung begeistert und von seinem Können überzeugt. Diesen Mann werde ich bestimmt im Auge behalten!

Am Ende des Buches finden wir als Anhang noch die Geschichte "Elaine" und das Nachwort "Jenseits der Schreibmaschine" in dem der Autor noch ein paar Worte zu den Entstehungsgeschichten seiner Erzählungen sagt.

Das Cover des Buches zeigt passend zum Titel einen ausgehöhlten Halloweenkürbis.

Stefan Melneczuk lege ich Freunden von klassischen Spuk- aber auch von modernen Horrorgeschichten ans Herz! Dieser Mann kann uns das Grauen lehren!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz ♥lich bei Stefan Melneczuk!

Produktinformation:
Stefan Melneczuk - Geisterstunden vor Halloween, erschienen 2009 im Blitz-Verlag
350 Seiten, 17,95 €

Dienstag, 29. März 2011

Rezension: Die Kälte jenseits der Träume, Hrsg. Marten Munsonius


Die Kälte jenseits der Träume, Herausgeber Marten Munsonius


Anthologie voll skuriler und grauenerregender Horrorstorys


Meinung:
"Die Kälte jenseits der Träume", herausgegeben von Marten Munsonius ist eine Anthologie voll skurilen, spannenden und grauerregenden Geschichten.


Nachfolgend aufgeführte Erzählungen sind enthalten:

H.J. Alpers - Die Schuhe
Alfred Bekker & Marten Munsonius - Die toten Augen von Schmilka
Hubert Haensel & Marten Munsonius - Sind wir tot, bevor wir geboren werden?
Antje Ippensen - Blut und Bär
Julien Marsac - Tag und Nacht
Monika Niehaus - Sammler unter sich
Michael Siefener - Die Kälte jenseits der Träume
Rolf Stolz - Priester der Astarte
Uwe Voehl - Sternschnuppennächte
Ernst Vlcek - Der geduldige Buchhalter
Jörg Weigand - Die Rache der Wuchsfrau und
Karla Weigand - Die Versuchung des alten Popen

Die hier versammelten Autoren bestechen den Leser durch ihre unterschiedlichen, fesselnden und leicht zu lesenden Schreibstile.

Die Erzählungen in dieser Anthologie sind sehr unterschiedlich, einige bereiten dem Leser offensichtlichen Grauen und Horror, andere wiederum verbreiten das Grauen langsam und schleichend vor dem inneren Auge des Lesers. Man wird in erschreckende Alpträume gerissen, findet sich in den tiefsten Abgründen menschlichen Denkens wieder.

Die Vielfalt der hier zusammengetragenen Geschichten sorgen dafür, dass beim lesen garantiert keine Langeweile aufkommt. Von außergewöhnlichen und unerklärlichen Naturkatastrophen, Fantasyelementen, über durchgedreht Psychopathen bis hin zu purem unverfälschtem Hass ist alles vertreten.

Ein weiteres Highlight dieses Buches sind die schwarz-weiß Illustrationen von Björn Craig. Dieses Bilder lassen einen die Atmosphäre des Grauens noch etwas mehr spüren.

Und dieses Buch kann mit noch einer Besonderheit aufwarten: Es ist zweisprachig.
Umgedreht und auf den Kopf gestellt haben wir nun die französische Ausgabe "Le froid au-dela des reves" mit Übersetzungen zu allen Geschichten von Christine Ragu.

Das Cover des Buches zeigt ein Wesen mit großen, grünen Augen und scharfen Zähnen. Unten recht in der Ecke sehen wir eine Frau, die im Schlaf aufschreit.

Diese Anthologie ist für alle Freunde der Horrorliteratur empfehlenswert!
Subtiler Horror, der unter die Haut geht!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz ♥lich bei Marten Munsonius von
der Edition Bärenklau bedanken!!!!


Produktinformation:
Die Kälte jenseits der Träume, hrgs. Marten Munsonius, erschienen 2008 bei Edition Bärenklau
231 Seiten (120 deutsch/111 französisch), 10,00 €

Freitag, 18. März 2011

Rezension: Eddie M. Angerhuber - Das anankastische Syndrom

Eddie M. Angerhuber - Das anankastische Syndrom


Düstere Geschichtensammlung

Klappentext:
"Die Nacht senkt sich herab wie ein schmutziges Laken, pudert mit ihrem Kohlenstaub die Gesichter der Passanten zu Grau, dass sie wie Schaufensterpuppengesichter aussehen läßt. Niemand hebt den Blick, wenn ich vorübergehe, aber ich lächle, obwohl es niemand sieht."

Acht unheimliche, aufwühlende Erzählungen von der Nacht und Dunkelheit, Schuld und der fließenden Grenze zum Wahnsinn. Keine plakativen Schockeffekte, kein einfaches Gut-Böse-Schema, sondern verstörende, bilderreiche Geschichten von den düsteren Seiten unter den dünnen Fassaden und Masken der scheinbaren Realität.

Meinung:
"Das anankastische Syndrom" von Eddie M.Angerhuber ist eine Sammlung von Erzählungen. Nachfolgend aufgeführte Geschichten sind enthalten:

Der blaue Stern
Die Wabe
Die Zisterne
Das anankastische Syndrom
Kuckuck
Das Gesicht der Kali
Solo für eine Königin und
Hymne an die Nacht.

Eddie M. Angerhuber besticht den Leser mit ihrem Schreibstil, sie versteht es den Leser mit ihren düsteren Phantasien an die surrealen Geschichten zu fesseln.

Sie erzählt ihre Geschichten so düster, bildhaft und wortgewaltig, dass ich einige Male an Schauergeschichten von H.P Lovecraft denken musste.
Ihre Geschichten verbreiten keinen offensichtlich wahrnehmbaren Horror, ihre Geschichten geben dem Leser Spielraum selbst eigene Bilder in seinen Gedanken zu erschaffen. Alle Erzählungen erzeugen ein subtiles Grauen, dass den Leser mitreißt und die Geschichten verschlingen lässt.

Alle Erzählungen, die in diesem Buch enthalten sind sind einzigartig in ihrer Art und wenn man die komplette Sammlung betrachtet merkt man die Vielfalt die in ihr steckt. Keine Geschichte gleicht der anderen.Phantastische Geschichten voller Dunkelheit!

Einzig die Geschichte "Der blaue Stern" konnte mich nicht ganz mitreißen, nicht dass diese schlecht wäre. Nein, überhaupt nicht, für mich war sie einfach nur ein wenig zu abstrakt.

In dem Buch finden wir auch einige schwarz-weiß Illustrationen, die das Buch zu etwas besonderem werden lassen. Sie stammen aus der Feder von Eddie M. Angerhubers Lebensgefährten Thomas Wagner und passen sich perfekt in die Erzählungen ein.

Das Cover ist schwarz und in der Mitte prangt eine weitere Illustration von Herrn Wagner.

Ich lege dieses Buch Freunden von düsteren Geschichten ans Herz, und ich denke auch Liebhaber von
Lovecrafts Geschichten werden mit Eddie M. Angerhuber ihre wahre Freude haben.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Herzlichen Dank für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares an Medusenblut!

Produktinformation:
Eddie M. Angerhuber - Das anankastische Syndrom, 2002 erschienen bei Medusenblut
138 Seiten, 10,00 €

Dienstag, 22. Februar 2011

Rezension: Richard Laymon - Furien

Richard Laymon - Furien


Skurile, aber geniale Kurzgeschichtensammlung!

Klappentext:
Ein Kinobesuch wird für Mary zum schlimmsten Albtraum, als sie den Kerl sieht, der hinter ihr sitzt. Willy - der Mann, der vor zehn Jahren in ihre Wohnung einbrach und sie vergewaltigte. Er ist raus aus dem Gefängnis. Er ist auf der Jagd nach ihr. Willy ist eine Furie...

Furien - ein Kurzroman und 12 weitere Begegnungen mit dem Grauen.
In diesem Buch befinden sich der Kurzroman "Unholde" und die nachfolgend aufgeführten Kurzgeschichten:

Der Katzenwurf
Die Blutspur
Der Anhalter in der Wüste
Die Maske
Vorkoster
Die Jagd
Einschnitte
In der Wildnis
Ungebetene Gäste
Die Auserwählten
Joyce und
Ein ruhiges, stilles Örtchen

"Unholde"

Inhalt:
"Mich retten?"
"Ganz genau."
"Wovor?"
"Unholden. Die Welt ist voller Unholde. Furien, die nur darauf warten, mit ihren dreckigen Händen das süße, junge Fleisch von Mädchen wie dir zu berühren." Er räusperte sich, aber das Kratzen verschwand nicht. "Ich konnte dich einfach nicht dort an der Straße stehen lassen. Die Unholde hätten dich bestimmt erwischt."

Marty will sich mit ihrem Freund einen schönen Abend machen, doch schon als sie das Kino verlassen, ist es damit vorbei. Marty sieht ein Gesicht, dass sie nie mehr vergessen kann! Willy, der Mann, der sie vor zehn Jahren vergewaltigt hat. Er hat seine Strafe abgesessen und ist nun wieder hinter Marty her...

Tina ist von ihrem Freund verletzt und enttäuscht worden und erlebt als Tramperin die wohl grauenvollste Nacht ihres Lebens....

Meinung:
Richard Laymon bietet uns mit diesem Kurzroman spannenden, rasanten und vor allen Dingen unverblümten Horror. Der Schreibstil des Autors ist klar, präzise und schonungslos. Er fesselt den Leser so sehr, dass er das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen will.

In dem Kurzroman "Unholde" werden die Geschichten von Marty und Tina erzählt. Am Anfang sind die Erlebnisse der Beiden unabhängig voneinander zu lesen, doch später werden beide Handlungsstränge zu einem verwoben. Beide Mädchen erleben in dieser Nacht einen Höllentrip...und der Leser ebenfalls.

Die Protagonisten werden ausfürlich beschrieben und ihre Charaktere sind detailiert ausgearbeitet. Ihre Charaktereigenschaften werden durch ihre Handlungen unterstrichen, so dass der Leser dieses auch logisch nachvollziehen kann.
Einzig Willy bleibt geheimnisvoll, seine Gedankengänge und Gefühle bleiben uns verborgen. Aber wer will auch in die Psyche eines perversen Sexualverbrechers eintauchen?

Der Autor baut gekonnt Spannung auf und bringt immer wieder unvorhersehbare Wendungen in seine Geschichte ein, so dass der Leser bis zum Schluss nicht ahnt wie die Geschichte ausgehen wird.
 
Den Eindruck, den man beim Lesen dieser Geschichte erhält, wird durch die restlichen Kurzgeschichten nur noch verstärkt und in jeder einzelnen zeigt Laymon seine Phantasie und sein schriftstellerisches Können.
Jede Geschichte für sich ist besonders und einzigartig....besonders dunkel, einzigartig skuril und wunderlich!

Richard Laymons Gedanken sind rabenschwarz wie die Nacht!
Ohne Probleme kann er sich auf eine Stufe mit King, Saul, Koontz und Co. stellen!

Auf dem Cover sehen wir ein bleiches Gesicht, schwarze strähnige Haare fallen über die diabolisch leuchtenden roten Augen. Der Mund ist aufgerissen und blutrot.

Jeder Liebhaber von guten Horrorgeschichten sollte die Bücher von Richard Laymon im Regal stehen haben!
Düster, skuril, abgedreht! Einfach nur genial!

Meinen ♥lichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Festa Verlag!

Produktinformation:
Richard Laymon - Furien, erschienen 2010 im Festa Verlag
344 Seiten, 13,95