Eckart Roloff/ Karin Henke-Wendt - Geschädigt statt geheilt
Schattenseiten der Medizin- und Pharmaindustrie
Klappentext:
"Das ist doch ein Skandal!" Das sagt sich leicht, und aus Empörung entstehen Tag für Tag fette Schlagzeilen. Skandale gibt es ständig: in der Politik, der Wirtschaft, der Justiz, im Sport, im Showgeschäft und auf anderen Feldern. Manche Aufregung ist nur vordergründig, doch in der Medizin und Pharmazie haben Medien und Geschädigte schon viele Fälle aufgedeckt, über die man zu Recht lange diskutierte.Das gilt zum Beispiel für den Contergan- und den Bluterskandal, aber auch für Serienmorde in Kliniken und Altenheimen, für Manipulationen bei Organspenden, das Millionengeschäft mit gepanschten Krebsmitteln und den Fall Mollath.Diese Skandale und zehn weitere stellt das Buch vor. Dabei wird klar, welche Tragik damit verbunden ist: Ausgerechnet da, wo Menschen Hilfe und Heilung erwarten, werden sie getäuscht und geschädigt. Wie solche Skandale aufgedeckt wurden und wie Politik, Justiz, Verwaltung, Medien und Wissenschaft – und die Gesellschaft insgesamt - damit umgehen, zeigt dieser Band.
Meinung:
Schaden statt Heilung - so sollte es in der Medizin und Pharmaindustrie nicht zugehen, jedoch gibt es leider genug Fälle, in denen mit dem Leben und der Gesundheit von Menschen gespielt wird, zum Teil aus Profitgier.
Ich glaube mit einer der bekanntesten älteren Medizinskandale ist der Contergan-Fall, der natürlich auch in diesem Buch besprochen wird. Ich muss sagen, dass ich schon lange keine typischen Contergankinder mit den missgestalteten Armen gesehen habe, während ich mich daran erinnern, dass ich als Kind und junges Mädchen viel mehr gesehen habe.
In diesem Buch werden wir nun von Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt in die Welt von den größten Medizin- und Pharmaskandalen mitgenommen. Teilweise wusste ich vorher gar nichts davon, da ich zu der Zeit einfach noch nicht geboren war, wie zum Beispiel direkt der erste Fall des Lübecker Impfunglücks -da kann man dann auch Impfgegner verstehen. Dieser Fall ist wirklich tragisch, wenn man überlegt, dass man sein Kind schützen will und das Kind dann krank wird und stirbt, weil ein Mensch die Kulturen verwechselt hat. Fast schon unvorstellbar - unvorstellbar grausam.
Ich finde, dass grade diese Themen wirklich schwer zu lesen und zu verarbeiten sind, weil es ein Thema ist, wo man sich auf sein gegenüber verlassen muss, weil man selbst keine Ahnung davon hat. Furchtbar ist auch die riesengroße Reichweite auf das Leben eines Menschen und seines Umfeldes und die dazu vergleichbare viel kleinere Wirkung auf ein Pharmaunternehmen. Ebenfalls sehr interessant und auch beängstigend ist das Kapitel "In Kliniken und Altenheimen wird gemordet". Vor allem die Aufzählung der Fälle und Verurteilungen.
Wer sich für Medizingeschichte und Skandale interessiert, sollte sich Roloffs und Henke-Wendts umfasssendes Buch "Geschädigt statt geheilt" anschauen.
Wertung:
❤❤❤❤
Produktinformation:
Eckart Roloff/ Karin Henke-Wendt - Geschädigt statt geheilt, im November 2018 bei Hirzel erschienen
256 Seiten, 22,00 €
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