Ulrike Ackermann - Das Schweigen der Mitte
Deutschland steht zu weit rechts und links außen
Klappentext:Wenn die Demokratie in der Krise steckt und der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt, geht es ans Kerngeschäft der Intellektuellen. Doch die hitzigen Debatten münden in fatale Polarisierungen. Ulrike Ackermann plädiert für eine Rückbesinnung auf anti totalitäre und liberale Traditionen, um die politische Mitte neu zu besetzen.
Die Gesellschaft zersplittert in immer neue Kollektive, die für ihre Interessen kämpfen. Wichtige Kontroversen werden nicht von der politischen Mitte geführt, sondern entzünden sich an den Rändern. Intellektuelle wie Joachim Gauck, Uwe Tellkamp oder Thea Dorn streiten um die Meinungsführerschaft. Aber gelingt es ihnen, die ideologische und moralische Polarisierung aufzubrechen? Ackermann fordert eine neue Selbstaufklärung, um den Fundamentalismus, der von rechten, Linken und Islamisten gleichermaßen bedient wird, entgegenzutreten.
Meinung:
In Ulrike Ackermanns neuem Buch "Das Schweigen der Mitte" geht es eben um dieses. Der Titel ist sehr gut gewählt, die politische Mitte in Deutschland ist mehr als geschwächt. Eine Katastrophe scheint die nächste zu jagen und ein Rücktritt den anderen. Was ist da los?
"Das Schweigen der Mitte" ist ein umfangreiches Buch zur aktuellen politischen Entwicklung (die letzten 4 bis 5 Jahre) - die Wahlgewinne und die Popularität der AFD, die Angst vor Islamismus und Flüchtlingskrise, vor Anschlägen und die Wähler, die immer mehr in die rechte oder linke Ecke abwandern.
Folgende Kapitel behandelt Frau Ackermann: Intellektuelle im politischen Kräftespiel, Öffentlichkeit und Meinung, Polarisierungen, Politische Vertrauenskrise, Neue gesellschaftliche Spaltungen, Wie viel Heimat braucht der Mensch?, Westliche Selbstzweifel und Identitätspolitik und Plädoyer für eine antitotalitäre Selbstaufklärung.
Einige Sätze musste ich noch mal lesen, was in einem Sachbuch ja eigentlich ganz normal ist, ansonsten muss ich aber sagen, dass ich großen und ganzen mit dem Schreibstil und den Ausführungen der Autorin gut klar gekommen bin.
Ich denke, dass dieses Buch für viele Menschen interessant sein kann und wird, da es ja wirklich Themen sind, die uns alle berühren und, mit denen wir in den Nachrichten oder Gesprächen etc. konfrontiert werden. Meinungsfreiheit, Shitstorms, Meinungsäußerung im digitalen Zeitalter sind alles Themen, die uns in unserem Leben berühren. Auch das Kapitel "Wie viel Heimat braucht der Mensch?" war wirklich toll aufgebaut und gibt einem neue Denkanstöße und Sichtweisen.
Für politisch interessierte Menschen ist Ulrike Ackermanns "Das Schweigen der Mitte" ein gutes und wirklich umfangreiches Buch zur gegenwärtigen Lage (fast alle Diskussionspunkte werden angesprochen).
Wertung:
❤❤❤❤
Produktinformation:
Ulrike Ackermann - Das Schweigen der Mitte, im Februar 2020 bei wbg Theiss erschienen
206 Seiten, 20,00 €
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