Mittwoch, 20. Februar 2019

Amrei Wittwer - Warum ADHS keine Krankheit ist

Amrei Wittwer - Warum ADHS keine Krankheit ist 

Eine Streitschrift


Klappentext:
ADHS ist keine organische Krankheit. Es ist ein Konglomerat sozial als störend empfundener Verhaltensweisen. In etlichen Ländern Europas wird - neuerdings zunehmend - jedes vierte Kind mit ADHS diagnostiziert und meist mit verschreibungspflichtigen Stimulanzien behandelt. Diese Stimulanzien sind suchterzeugende Drogen, die therapeutisch unwirksam sind. Langzeitstudien zeigen, dass eine Krankheitsgeschichte mit ADHS-Diagnose und -Therapie in der Kindheit die spätere Entwicklung beeinträchtigen kann.
Dieses Buch unternimmt den Versuch, Licht in den aktuellen Umgang mit ADHS zu bringen. ADHS ist kein unveränderlicher Zustand; insbesondere psychologische und pädagogische Maßnahmen geben allen Betroffenen die Kontrolle über ihre Situation zurück und ermöglichen es, Leid zu vermindern. Das Buch plädiert dafür, ADHS als medizinische Diagnose abzuschaffen und in den Geltungsbereich der Pädagogik zu übergeben. Das erfordert aber die Umstellung der häuslichen und schulischen Lebensumstände sowie ergänzende therapeutische Ansätze.
Meinung:
ADHS ist denke ich ein Thema, dass viele von uns Eltern interessiert und beschäftigt, da viele betroffen sind oder vielleicht den Gedanken hegen, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmen könnte. 
ADHS ist schnell diagnostiziert und schon fast eine Standard-Krankheit, dass Ritalin eine Droge ist, ist den meisten bewusst. Ich kann mich noch daran erinnern, das sich Klassenkameraden hatte, die Ritalin bewusst als Droge genutzt haben.
Der Schreibstil ist zum Teil sehr medizinisch und verschachtelt, so dass man einige Passagen zum besseren Verständnis vielleicht zweimal lesen sollte.
Für mich ist das Thema interessant, weil ich weiß, dass mein großer Sohn auch besonders ist - meiner Meinung nach ist er aber einfach hochsensibel. Das heißt, dass er schneller reizüberflutet ist, als andere oder Töne lauter wahr nimmt, bei ihm schlägt sich das auch aufs essen. Er probiert ungern neues, alles muss sauber sein (ohne Soße) und was merkwürdig aussieht wird schon mal gar nicht gegessen. Ich spreche das an, weil die Grenzen zwischen ADHS, Hochsensibilität und Autismus sehr nah beieinander liegen.
Ich finde es gut, dass Frau Dr. Amrei Wittwer mit ihrem Buch auf eine Krankheit, mit der um sich geworfen wird, hinweist und aufklärt, dass man ADHS eigentlich nicht als Krankheit sehen kann und das die Behandlung mit Ritalin einfach auf Dauer nicht wirksam und auch nicht ungefährlich ist. 
Es gibt neue Ansätze, die Frau Dr. Wittwer in diesem Buch vorstellt und, die ich auch versuchen werde, bei uns umzusetzen, wobei das mit dem Essen schon schwierig ist. Mehr Bewegung, cleane Lebensmittel. Ich probiere bei meinem Sohn schon den Anteil an Kohlehydraten (in seinem Fall meist Nudeln zu reduzieren) und biete ihm, wenn er das normale Essen (Gemüse, Salat, Fisch, Fleisch, Eier) nicht annehmen will mit Naturjoghurt mit Obst und etwas Agavendicksaft eine Alternative an, die er sehr gerne isst. 
Wer sich auch mit dem Thema ADHS auseinander setzen will oder muss, und alternative Tipps und neue Studien bzw. Lösungswege bei dieser Verhaltensauffälligkeit sucht, sollte sich Dr. Amrei Wittwers Buch "Warum ADHS keine Krankheit ist - Eine Streitschrift" einmal näher ansehen.
Wertung:
❤❤❤❤
Produktinformation:
Amrei Wittwer - Warum ADHS keine Krankheit ist, im Januar 2019 bei Hirzel erschienen
310 Seiten, 29,00 €

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