Samstag, 21. September 2019

Scott Thomas -Kill Creek


Scott Thomas -Kill Creek


Das böse wird geweckt...

Klappentext:
Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch-House - das berühmteste Spukhaus der USA. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um vier erfolgreiche Horrorautoren an Halloween zu einem Interview zusammenzubringen? Doch was als PR-Gag beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Denn die finsteren Mächte im Finch House drängen nach draußen, und schon bald gibt es den ersten Todesfall...

Meinung:
Geworben wird mit "So gruselig wie The Shining" oder "Ein Meisterwerk des modernen Horrors"! - ist das denn so? 
Wir schauen uns die Geschichte hinter "Kill Creek" einmal näher an...

Ich stelle zwar meistens Krimi/ Thriller vor, bin aber eigentlich im Horrorgenre zuhause, denn dieses lese ich seit mittlerweile über 20 Jahren und ja natürlich liebe ich Stephen King und seine Werke. Ich glaube wenn jemand bekennender King-Fan ist, könnten es andere Autoren schwer haben, da die Latte da einfach sehr hoch hängt, dennoch habe ich mich bei "Kill Creek" fast durchgängig gut unterhalten gefühlt. 

Schon das Cover und die Farbgestaltung (schwarz, weiß, rot) wirken unheimlich und mysteriös. Das Haus in den Schatten mit den Finch-Schwestern auf dem Dach?
Und als nächstes wird man sich sagen, was für ein Wälzer - es sind fast 600 Seiten aufgeteilt in fünf Bücher und Epilog. 

Der Schreibstil von Scott Thomas, dies ist übrigens sein erstes Buch, an dem er über zehn Jahre gearbeitet hat, liest sich an den meisten Stellen wirklich sehr gut und kurzweilig und auch spannend, an einigen Stellen gibt es ein paar Längen, wo ich denke, es wäre kürzer und knapper gegangen. 
Ein altes Spukhaus als Basis zu nehmen, ist schon klassische moderne Horrorliteratur und kommt eigentlich immer gut an. Dazu dann noch Wainwright der Horror-Internetmogul und vier unterschiedliche berühmte Horrorschriftsteller, die aber alle ihr Päckchen zu tragen haben und denen ein wenig Werbung nicht schaden würde. 

An diesem ersten Abend bleibt das Haus relativ ruhig, es gibt unheimliche Momente, Schatten, die aus den Augenwinkeln wahr genommen werden, Stimmen und das rollen von Rollstühlrädern (einer der Finch-Schwestern hat im Rollstuhl gesessen) - aber der richtige Wahnsinn geht erst danach los, denn jeder scheint etwas mitgenommen zu haben und als sie sich gemeinsam dem  Haus stellen wollen, eskaliert alles...

Scott Thomas hat hier nahezu alles richtig gemacht um einen spannenden, unheimlichen, modernen und horrorlastigen Roman zu schreiben, seine Charaktere verfügen über wirklich geniale und ganz unterschiedliche Hintergrundgeschichten und persönliche Verbindungen zum Horrorgenre (wie und warum sie mit dem Schreiben begonnen haben), dass man hier sagen kann, diesem Roman hat seine Zeit gut getan, jedoch hoffe ich, dass das nächste Buch nicht so lange auf sich warten lässt!

Wer Spukhäuser und intelligente, tiefgründige Charaktere mag, das subtile liebt, als auch den richtigen Horror, der wird nichts falsch machen, wenn er "Kill Creek" liest!

Wertung:
❤❤❤❤❤

Produktinformation:
Scott Thomas -Kill Creek, im August 2019 bei Heyne erschienen
544 Seiten, 14,99 €

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