Montag, 30. Mai 2011

Rezension: Liz Jensen - Endzeit

Liz Jensen - Endzeit


Apokalyptische Visionen

Klappentext:
In der Hitze eines gnadenlosen Sommers versucht die Psychotherapeutin Gabrielle nach einem Autounfall wieder in ihrem Beruf Fuß zu fassen. Aber dann weist man ihr ausgerechnet die 16-jährige Bethany als Patientin zu. Bethany hat auf grausame Weise ihre Mutter umgebracht. Sie ist gewalttätig, manipulativ - und sie behauptet, sie könne Katastrophen vorhersehen. Gabnrielle tut das als Sympthom von Bethanys psychischer Erkrankung ab. Doch dann treten genau die Unglücksfälle ein, die Bethany prophezeit hat. Ist es möglich, dass tatsächlich die Apokalypse bevorsteht, eine letzte Katastrophe, die eine vom Konsumwahn verblendete Menschheit endgültig in den Abgrund stürzen wird?

Inhalt:
"Als der Himmel schließlich seine Schleusen öffnete, nahmen die Unwetter biblische, größenwahnsinnige Ausmaße an, als führte ein zorniger Jehova oben Regie. An den Küsten gaben Klippen nach und kippten Erde, Geröll und Schlamm auf die Strände, wo sie in trotzigen Haufen liegen blieben. Am Horizont explodierten kohlschwarze Wolken und türmten sich zu schwankenden Luftmetropolen."

Gabrielle Fox, Psychotherapeutin, bekommt einen neuen Fall zugeteilt: Bethany ist 16 Jahre alt, hat ihre Mutter umgebracht und behauptet Naturkatastrophen voraussehen zu können. Gabrielle fällt es alles andere als leicht einen Zugang zu Bethany zu bekommen. Sie ist frech, respektlos und provokativ. Doch Gabrielle gibt nicht auf und ist schockiert als die erste Vorhersehung, ein Hurrikan in Brasilien, eintrifft. Und dies ist erst der Anfang...

Meinung:
Liz Jensens Thriller "Endzeit" ist rasant, spannend und beängstigend zugleich.
Ihr Schreibstil ist wortgewaltig und bildhaft, und lässt sich meistens gut und flüßig lesen. An einigen wenigen Stellen tat ich mich jedoch schwer, und zwar, wenn die wissenschaftlichen Erklärungen überhand nahmen. Diese Stellen wurden jedoch durch das rasante Tempo und die beängstigend aktuelle Thematik ausgeglichen.

Liz Jensens Schreibstil lässt die apokalyptischen, gewaltigen und schrecklichen Bilder direkt vor den Augen des Lesers entstehen.
"Endzeit" enthält erschreckend reale Elemente: unsere Umwelt gerät immer mehr aus den Fugen. Immer häufiger entstehen Tsunamis, Hurrikans und Erdbeben, immer mehr Menschen verlieren ihre Häuser und Familien. Dieses Buch wird keinen Leser ruhig zurücklassen.

Auch die Charaktere dieses Buches sind vielfältig, interessant und beeindruckend.
Gabrielle Fox, vom Schicksal schwer getroffen, hat bei einem Unfall alles verloren: ihren Geliebten, ihr ungeborenes Kind und die Fähigkeit zu laufen. Doch sie ist stark und meistert ihr neues Leben im Rollstuhl. Und das muss sie Gott-sei-Dank nicht mal alleine, Frazer Melville, Physiker, hilft ihr und unterstützt sie wo er nur kann, und bringt sogar die Liebe wieder in ihr Leben.
Und vor allen Dingen Bethany ist sehr interessant. Man fragt sich immer wieder, was das Mädchen so weit getrieben hat, dass es seine Mutter umbringt und woher diese Gabe oder besser gesagt dieser Fluch, der sie all die schrecklichen Dinge voraussehen lässt, kommt.
Sie hat sich abgeschottet, will niemanden mehr an sich heranlassen und anderen Menschen gegenüber verhält sie sich meist verletzend.
Aber nun nehmt euch "Endzeit" zur Hand und lernt Gabrielle, Frazer und Bethany selbst kennen...

Das Cover des Buches ist schlicht und sehr passend gewählt. Am unteren Teil des Covers sehen wir Blitze, die vom Himmel in das tobende Meer schlagen. Oben sehen wir das Auge einer Frau, ihre Pupille stellt die Welt mit den Weltmeeren dar.

Ich lege dieses Buch allen Freunden von apokalyptischen und rasanten Endzeitromanen ans Herz!

Hier könnt ihr euch den Trailer zu "Endzeit" anschauen:


Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Liz Jensen - Endzeit, erschienen 2011 beim Deutschen Taschenbuch Verlag
400 Seiten, 14,90 €

Kommentare:

  1. Mal wieder eine Tolle Rezension! Sehr hilfreich. Das Buch kling wirklich interessant, besonders der Charackter von Bethany klingt vielversprechend.. Lg Diti

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  2. Und nocheinmal bedanke ich mich ganz herzlich bei dir ;-)

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  3. Danke für die Rezension! :)
    Aber ich warte noch, bis
    a) das Buch günstiger zu haben ist (Lesen ist ein teures Hobby) ODER
    b) es in der Bücherei erhältlich ist

    LG, Sabine

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  4. @Sabine: Danke für deinen Kommi ;-) Wird es doch bestimmt schon bald in der Bücherei geben ;-)
    LG

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  5. "Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken - wenn sie ins Detail gehen - schon wenige Jahre später lächerlich. Dieses Buch hat ein realistischeres, zugleich aber auch anspruchsvolleres Ziel. Es versucht nicht, die Zukunft zu beschreiben, sondern die Grenzen abzustecken, innerhalb derer mögliche Zukunftsentwicklungen liegen müssen."

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Kein "berufsmäßiger Wichtigtuer" hat aus dem Standardwerk der Futuristik etwas gelernt; entsprechend gegenstandslos sind deren planwirtschaftliche Wunsch- oder Wahnvorstellungen, die nicht auf wissenschaftlicher Extrapolation beruhen, sondern lediglich nach dem folgenden Prinzip auf ein Publikum einwirken sollen:

    "Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer."

    Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

    Vor der Zukunft gibt es eine Grenze, welche vorgegeben wird von der Zinsumverteilung, die im globalen Maßstab zuletzt durch den 2. Weltkrieg entladen wurde. Der 3. Weltkrieg wäre in den 1980er Jahren fällig gewesen und wurde nur durch die atomare Abschreckung bis in die Gegenwart verhindert. Auf der anderen Seite ist durch das Ausbleiben dieser überfälligen Sachkapitalzerstörung die "Zinsfeder" heute bis zum Zerreißen gespannt, sodass genau drei mögliche Szenarien unmittelbar bevorstehen:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    "Genau drei Möglichkeiten" heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der "zur Sicherheit" noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf - und damit die Arbeitsteilung - mitgekoppelt zusammenbricht. Er gleicht einem Igel, der von einem LKW überrollt wird.

    Für die dritte Möglichkeit muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke im Schlusskapitel von "2001: Odyssee im Weltraum" die Auferstehung dargestellt haben - und bitte bedenken Sie das Vorwort:

    "...this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger."

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

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