Dienstag, 28. April 2015

Rezension: Michael Cunningham - Die Schneekönigin

Quelle: www.bloggerportal.de
 
Michael Cunningham – Die Schneekönigin

Schicksalshaft und voller Emotionen – die Schneekönigin 2015

Warum wollte ich das Buch lesen?
Die Umschlaggestaltung und der Titel haben mich sehr angesprochen – als Märchenfreundin war dann schon klar, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.

Inhalt:
Barrett und Tyler, zwei Brüder, leben gemeinsam mit Tylers Freundin Beth in Bushwick. Beth ist an Krebs erkrankt und die beiden kümmern sich um sie. Tyler ist Musiker, er wartet noch auf seinen Durchbruch und Barrett hat sein Literaturstudium geschmissen und arbeitet in einer Boutique. Der Lebensinhalt der beiden besteht aus der Pflege von Beth – zumal Barrett auch erst von seinem letzten Freund per SMS ab serviert wurde...

Meinung:
Schwierig, schwierig. Das was ich mir erhofft hatte, ein kleines bisschen ein modernes Märchen, habe ich hier leider nicht erhalten, auch waren für mich nicht allzu viele Parallelen zum Märchen von Hans Christian Andersen vorhanden und dennoch war die Geschichte nicht schlecht.

„Die Schneekönigin“ ist mein erster Roman von Michael Cuningham und seinen Schreibstil konnte ich sehr genießen, man war direkt in der Geschichte von Tyler und Barrett und hatte keine großen Berührungsängste. Cunningham schreibt offen, ehrlich, schonungslos und auch voller Humor. Und auch totgeschwiegen wird hier nichts, egal ob es um Krebs, den Tod, Drogen oder Betrug geht - man lernt den Mensch mit all seinen Facetten und Fehlern kennen.

Den Mensch – sagen wir eher eine handvoll Menschen, viele Nebencharaktere haben wir hier nicht, aber diese tauchen immer wieder auf – mal in einem wichtigeren Zusammenhang und dann wieder eher nebensächlich. Und die Hauptcharaktere sind allesamt besonders. Egal ob es sich um Tyler handelt, der in seinem Alter noch an die Musikkarriere glaubt und mit seiner Freundin und seinem Bruder in einer heruntergekommenen Wohnung lebt, Beth, die vor ihrer Krebserkrankung jegliche Fundstücke in ihre Wohnung geschleppt hat oder Barrett, der an eine höhere Macht samt Zeichen glaubt. Alle drei sind nicht grade die typischen Leute von nebenan, dennoch hat jeder sein Päckchen zu tragen und es ist interessant die drei und ihre Freunde näher kennen zulernen.

Das Buch ist nicht wirklich in Kapitel unterteilt, aber in drei große Teile gesplittet: Ein Abend, Silvester 2005 und November 2008. Jedem Abschnitt kann man ohne Probleme eine Handlung zuordnen bzw. gewichtige Momente, was ich hier aber nicht tun werde, denn ansonsten habe ich der Geschichte die Spannung genommen.

Jetzt möchte ich noch einmal kurz auf den Titel zurück kommen. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten, kann ich wie gesagt kaum eine Verbindung zum Märchen herstellen. Am Anfang wird Bezug darauf genommen, als Tyler eine Schneeflocke (Eissplitter) ins Auge fliegt und am Ende greift er das Thema noch einmal auf. Ansonsten ist Beth für mich ein bisschen die Schneekönigin, aber nicht weil sie unnahbar ist, sondern weil sie den Schnee einfach über alles liebt.

Wer eine außergewöhnliche Geschichte, voller Emotionen und unerwarteter Wendungen lesen möchte, sollte sich einmal an „Die Schneekönigin“ versuchen. Ein Buch, dass einen immer wieder überrascht! Dennoch muss ich ein aufgrund von falschen Erwartungen, die in mir geweckt wurden, zwei Punkte abziehen - dennoch bekommt "Die Schneekönigin" von mir gute drei Herzen!

Wertung:
♥ ♥ ♥



Rezension: Song Choi & Eva Lotta Stein - Auf der Suche nach dem Kontrabass


Song Choi & Eva Lotta Stein

Noah & Pauline – Auf der Suche nach dem Kontrabass

Eine Geschichte über Noten und Musik für kleine Kinder

Warum wollte ich das Buch lesen?
Ich selbst bin leider nicht sehr musikalisch und kann keine Noten lesen. Von daher finde ich es wichtig Kinder auf spielerische Weise an Musik, Noten und Instrumente heranzuführen – aus diesem Grund hat mich „Noah & Pauline“ angesprochen.

Inhalt:
Pauline spielt Kontrabass. Aber jetzt hat sie ein Problem, sie hat ihren Kontrabass verloren. Als ihr Freund Paul zu Besuch kommt, erzählt sie ihm, dass sie ihr Instrument verloren hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem verlorenen Kontrabass.

Meinung:
Song Choi und Eva Lotta Stein haben gemeinsam ein sehr lehrreiches und gleichzeitig spaßbringendes buntes Kinderbuch geschrieben.
Song Choi steuerte den Text bei und Eva Lotta Stein die wunderschönen bunten Bilder.

Noah und Pauline sind gemeinsam auf der Suche nach Paulines Kontrabass. Und auf der Suche stoßen sie auf Viele Informationen um Themen wie Rhythmus, Takt und Notenschrift, ebenfalls finden wir kurze Lieder vor. Neben den Texten und Bildern finden wir auf einigen Seiten auch Aufgaben vor, die die Kinder lösen können, zum Beispiel einen Kontrabass oder Noten zeichnen.

Das Buch hat eine Altersangabe, die mit ab 4 Jahren schon sehr junge Kinder anspricht. Ich denke, hier kann man nicht Pauschal sagen, dass es ab 4 Jahren geeignet ist, denn hier kommt es ebenfalls auf die Liebe zu Musik an und die musiktheoretischen Teile sind für so junge Kinder natürlich sehr anspruchsvoll. Wenn man es aber nur als Geschichte betrachtet und die Übungen über Noten, Rhythmus und Takt später hinzunimmt, ist es definitiv geeignet.

Eine bunte Geschichte über eine Freundschaft und die Leidenschaft zur Musik im allgemeinen und den Kontrabass im speziellen – und gleichzeitig ein tolles Buch zur frühen Musikerziehung.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

 Produktinformation:
Song Choi & Eva Lotta Stein - Auf der Suche nach dem Kontrabass, im März 2015 im Gilgenreiner Verlag erschienen, 40 Seiten, 19,80 €
 









Freitag, 24. April 2015

Rezension: Stefanie Kasper – Das verlorene Dorf

Quelle: www.blogger.randomhouse.de
Stefanie Kasper – Das verlorene Dorf



Eine spannende Geschichte mit ordentlichen Schauermomenten



Warum wollte ich das Buch lesen?

Ich habe vorher noch kein Buch von Stefanie Kasper gelesen – aber nachdem ich das Cover gesehen habe und den Inhalt des Buches gelesen habe, wusste ich, dass ist genau eine Geschichte nach meinem Geschmack – und ich wurde nicht enttäuscht.



Inhalt:

Die Waise Rosalie wurde nach dem Tod ihrer Beschützerin Agnes gegen drei andere Waisen eingetauscht und ist nun Küchenhilfe in einem Waisenhaus in Bayern. Rosalie wurde aufgrund ihrer Andersartigkeit weggegeben. Sie ist ein Nachtmensch, ein Albino. Rosalie hat nie damit gerechnet eine Familie zu besitzen, doch nun ist das Glück zum greifen nah, als Romar aus Haberatshofen, einem Dorf im Wald, um ihre Hand anhält und sie einwilligt. Doch ob das so eine gute Entscheidung war?



Meinung:

Wie eben schon gesagt war „Das verlorene Dorf“ mein erstes Buch von Stefanie Kasper und ich war schier begeistert davon. Der Schreibstil ist absolut toll, sehr detailliert und bildhaft und so angenehm zu lesen, dass man förmlich durch die Geschichte hin durchfliegt. Das liegt natürlich nicht nur an ihrem Schreibstil, sondern auch an der Spannung, die sie aufbaut und der Gänsehaut, die sie uns beim lesen spüren wird.



Gänsehaut. Und Grusel – wenn man die Geschichte um Haberatshofen liest und man nicht abgehärtet ist, kommt man da nicht drum herum. Und das liebe ich. Die Atmosphäre, die hier geschaffen wird, ist fast schon greifbar. Dunkel, düster, geheimnisvoll, nebelverhangen – ein furchtbares Geheimnis, dass es mit Rosalie zu lüften gilt.



Die Charaktere sind allesamt sehr gut beschrieben, so dass man nicht durcheinander kommt und sich relativ schnell zurechtfindet. Wobei die Hauptpersonen hier natürlich Rosalie, Romar und seine Cousine Sara sind. Dennoch gibt es im Dorf noch viele andere Menschen, die man kennenlernen muss. Allen voran die Dorfältesten Willem und Ava. Sie machen die Regeln, an die sich alle zu halten haben und sie erinnern an den Fluch, der über dem Dorf liegt...

Zum Fluch und zum Geheimnis kann ich nichts schreiben, da ich euch nicht die Spannung nehmen will . Also macht euch auf, das Geheimnis um das Dorf im Wald zu lösen. Ihr werdet es nicht bereuen!



Für Freunde von Schauerromanen ist „Das verlorene Dorf“ Pflichtprogramm!



Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥





Montag, 20. April 2015

Rezension: Alice Hoogstad - Das kunterbunte Monsterbuch


Alice Hoogstad - Das kunterbunte Monsterbuch

Ein farbenfrohes Bilderbuch, dass die Phantasie anregt

Inhalt:
Zum Inhalt kann man hier nicht viel sagen, außer, dass es darum geht seiner Phantasie seinen freien Lauf zu lassen und das Leben bunter zu gestalten und zu sehen. Denn das Leben ist vielfältig und bunt.

Meinung:
Da ich ja nun seit ein paar Wochen Mama bin und natürlich immer noch gerne lese, finde ich es auch wichtig schöne Kinderbücher „vorrätig“ zu haben. Mein Mann sagte, die Kinder sind noch nicht auf der Welt und haben schon ein Bücherregal. Ja, und so war es auch - aber ich finde es wichtig schon früh vorzulesen und wenn es dann interessant für die Kleinen wird auch Bilderbücher anzusehen. Und so komme ich nun zum „kunterbunten Monsterbuch“.

Alice Hoogstad hat ein wirklich wundervolles Kinderbuch gemalt, schon eher geschaffen, in dem es viele kleine Details zu entdecken gibt. Auf den ersten Seiten ist fast alles noch in schwarz-weiß gehalten, dennoch gibt es schon jetzt viel zu entdecken. Die Mama, die den Kinderwagen durch die Straßen schiebt, der Mann der sein Auto wäscht oder aber der Junge, der mit dem Roller auf der Straße unterwegs ist. Alles ist sehr detailliert und wirklich schön dargestellt – es fehlt nur an Farbe.

Aber nicht mehr lange, denn was das Buch unter anderem ausmacht ist ein kleines Mädchen, dass mit seinen Buntstiften, der Stadt Leben einhaucht – und nicht nur der Stadt. Denn das Buch heißt ja nicht umsonst „kunterbuntes Monsterbuch“. Das kleine Mädchen zeichnet bunte Monster und Phantasiefiguren, die zum Leben erweckt werden und mit ihr durch die Stadt ziehen. Und nicht nur die Monster sind bunt, am Ende leuchtet die ganze Stadt in den schönsten Farben.

Ein wirklich wunderschönes Kinderbuch, dass mir sehr gut gefällt – und bei dem ich mich schön jetzt darauf freue, es demnächst gemeinsam mit meinen Kindern anzusehen.

Farbenfroh, detailliert und absolut schön! Wer noch ein schönes Bilderbuch sieht, in dem es viel zu entdecken gibt, sollte sich das „kunterbunte Monsterbuch“ einmal genauer ansehen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Alice Hoogstad - Das kunterbunte Monsterbuch, im Februar 2015 im aracari Verlag erschienen,
32 Seiten, 14,90 €




Sonntag, 19. April 2015

Rezension - Anna Todd - After (1) passion




Anna Todd – After (1) passion

Ein Buch, dass die Gemüter spaltet – und mich auch...

Warum wollte ich das Buch lesen?
Mit der Buchreihe von Anna Todd ist es wie mit „Shades of grey“ - man kommt einfach nicht daran vorbei. Das Buch wurde so gehypt, dass man es auf jedem Blog und in jedem Forum gefunden hat. An diversen Leserunden und Rezensionen kam und kommt man einfach nicht vorbei. Also habe auch ich mich dazu verleiten lassen, eine weitere Buchreihe zu beginnen.

Inhalt:
Zum Inhalt kann man eigentlich nicht all zu viel sagen ohne zu viel zu verraten. Sagen wir mal so, es geht um zwei junge Erwachsene, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich ineinander verlieben. Natürlich geht das nicht ohne unendlich viele Tiefen und Höhen, da natürlich auch die Seiten dieses dicken Schinkens gefüllt werden wollen.

Meinung:
So und jetzt kommen wir zum schwierigen Part, denn mich konnte das Buch nicht ganz glücklich und erfüllt zurücklassen. Aber fangen wir erst einmal beim Schreibstil an, der war nicht übermäßig anspruchsvoll, dass habe ich bei diesem Roman aber auch nicht erwartet. Dennoch hat Anna Todd es geschafft mich relativ schnell in die Geschichte um Tessa und Hardin zu ziehen. Außerdem erleichtert der Schreibstil gepaart mit den kurzen Kapiteln den Lesefluss.
Zur Wortwahl ist zu sagen, dass sich Anna Todd oft der Jugendsprache bedient und im Zusammenhang mit Hardin auch schon des öfteren in die Fäkalsprache verfällt. Damit war natürlich auch zu rechen – und somit ist es vollkommen in Ordnung.



Nun zur Geschichte an und für sich: Es ist im Prinzip nichts neues und dennoch kaufen so viele Frauen die Bücher und lesen diese. Und vielen geht es wahrscheinlich auch wie mir, man denkt es ist nicht wirklich etwas neues, baut eigentlich immer wieder auf Wiederholungen auf (Hardin rastet aus, benimmt sich wie ein Arschloch und verträgt sich wieder mit Tessa – Hardin rastet aus, benimmt sich wie ein Arschloch....usw.) und trotzdem vermag aus irgendwelchen Gründen zu fesseln. Im Inneren des Buches wird mit „emotionalen Explosionen“ und „ungeahntem“ geworben, das finde ich ist ein wenig übertrieben. Denn ich muss sagen, dass es mich gefühlsmäßig nicht berührt hat. Ich fand die Geschichte interessant, obwohl wir hier Charaktere haben, die du gebündelt nirgendwo so treffen würdest – die meisten wirken zu extrem. Und auch Hardin und Tessa sind natürlich totale Extreme.

Was uns nun doch noch zu den Charakteren bringt. Am wichtigsten sind natürlich Tessa und Hardin. Tessa ist ein absolut braves Mädchen, dass zum studieren auszieht. Sie zieht sich brav an, widerspricht ihrer Mutter nicht, ist seit Kindertagen mit ihrem Freund zusammen und natürlich keusch – und nun wirft sie all ihre bisherigen Einstellungen über Bord. Wegen Hardin, dem tätowierten Punk (das ist mir immer wieder übel aufgestoßen, dass er permanent so genannt wird - für mich lässt es auf eine niedrige Toleranzschwelle der Autorin schließen), der so undurchsichtig und geheimnisumwittert ist wie Christian Grey (zumindest wird es so dargestellt) und gegen alles und jeden zu rebellieren scheint. Ganz schlimm ist auch Tessas Mutter, die nicht an ihr Kind und seine Gefühle denkt, sondern nur an sich selbst. Die Clique von Hardin wirkt genauso unrealistisch wie Tessa und Hardin selbst. Wie gesagt scheinen alle nur in extremen zu existieren.

Und trotz all der Kritik, die ich an diesem Buch habe, hatte ich Spaß beim lesen. Merkwürdig, oder? Ich kann es selber nicht ganz verstehen, grade wo mich das Ende auch noch absolut aufgeregt hat, da es eine Kindergartenauflösung war. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß direkt was ich meine. Tja und trotz allem liegt hier „After (2) truth“, dass ich tatsächlich vorbestellt hatte.

Viele Kritikpunkte habe ich hier aufgeführt und dennoch bekommt der erste Band der Reihe von mir 3 Sterne – und ich bin gespannt, was Anna Todd sich für den zweiten Band überlegt hat.

Wertung:
♥ ♥ ♥