Mittwoch, 10. Juni 2015

Rezension: Polly Horvath – Waffelsommer

Rezension: Polly Horvath – Waffelsommer

Eine ungewöhnliche Geschichte über ein ungewöhnliches Mädchen

Warum wollte ich das Buch lesen?
Das Cover von „Waffelsommer“ hat mir sehr gut gefallen. Es wirkt altmodisch und erinnert einen an seine eigenen Kinderbücher und trotzdem ist es ansprechend und das Thema Sommer ist sehr gut umgesetzt. Natürlich interessiert mich auch die Geschichte und was sich hinter dem Titel verbirgt.

Inhalt:
Primrose lebt in Coal Harbour, zuerst mit ihren Eltern bis diese auf hoher See im Sturm verschollen gingen. Alle erklären ihre Eltern für tot, nur sie glaubt daran, dass sie sich retten konnten und bald wiederkommen. So wird Primrose hin und hergeschoben, bis ihr Onkel Jack nach Coal Harbour zieht und sie aufnimmt...

Meinung:
Polly Horvath ist eine bekannte Kinderbuchautorin und trotzdem muss ich zugeben, dass ich noch nichts von ihr gelesen habe – also immer wieder etwas neues.
Ich finde, dass Frau Horvath ihren ganz eigenen Stil hat Geschichten zu erzählen und zumindest in diesem Buch auch eine ganz eigene Art von Humor, die mich ganz oft zum lachen und schmunzeln gebracht hat. Vielleicht gibt es Leute, die sagen würden, dass „Waffelsommer“ eine etwas seltsame Geschichte ist, ich würde jedoch sagen besonders.

Der Schreibstil ist sehr bildlich und detailliert. Es wird natürlich aus der von Primrose erzählt. Sie erzählt von ihren Auseinandersetzungen mit Miss Honeycut, den schönen Abenden mit ihrem Onkel Jack, von ihrem Welpen und Nachmittagen an denen sie mit Miss Bowzer in „Der roten Schaukel“ kocht und natürlich immer wieder von der Hoffnung und dem Gefühl, dass ihre Eltern noch leben.

Die Charaktere sind allesamt sehr speziell und haben definitiv alle Wiedererkennungswert. Egal, ob es sich um die ewig plappernde Miss Honeycut handelt, Miss Perfidy, die nichts vergisst, dafür aber plötzlich viel mehr Erinnerungen hat und deren ganzes Haus nach Mottenkugeln riecht oder Miss Bowzer, die in ihrem Restaurant „Der roten Schaukel“ alles auf Waffeln serviert.

Auch sehr schön, wenn ich auch kein Rezept außer den Waffeln nach backen werde, sind die Rezepte, die Primrose in einem Notizbuch sammelt – eigentlich um sich an ihre Mutter und ihre Rezepte zu erinnern, aber es kommen im Laufe der Geschichte immer mehr dazu.

Unterstützt wird die Geschichte durch Vignetten von Martin Haake.

Alles in allem eine ganz besondere Geschichte über die Sehnsucht nach seinen Eltern, den Glaube an die Hoffnung niemals aufzugeben und einen ganz besonderen Sommer. Wer noch eine schöne Lektüre für einige sommerliche Stunden sucht, sollte sich „Waffelsommer“ einmal genauer ansehen.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Polly Horvath – Waffelsommer, im März 2015 im Aladin Verlag erschienen
192 Seiten, 12,90 €

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