Mittwoch, 10. April 2013

Rezension: Nebe & Pingel - Träum weiter, Mann

Nebe & Pingel - Träum weiter, Mann

Chick-Lit mit...Männern!

Inhalt:
Den Immobilienhai Gerald und den Schriftsteller Heiner verschlägt es zur gleichen Zeit in das Dörfchen O. - genauer gesagt in die Pension Möwenblick. Gerald, weil sein Haus saniert werden muss und Heiner, weil er in Ruhe an seinem Buch schreiben will. Und dann ist da noch die schöne, junge Tochter der Pensionswirtin, Steff. Sie verdreht beiden Männern den Kopf und sorgt somit für ein ziemliches Chaos....

Meinung:
Ich habe ein unterhaltsame Lektüre erwartet, aber ich muss sagen, dass meine Erwartungen um einiges getoppt wurden. Früher habe ich wirklich ganz ganz viel Chick-Lit gelesen, da wusste ich noch nicht mal, dass es sich so schimpft. Und irgendwann bin ich diesem Genre ein wenig überdrüssig geworden und ihr merkt ja auch auf meinem Blog, dass es ganz selten Besprechungen zu solchen Büchern gibt. Und bei "Träum weiter, Mann" dachte ich nur "Wahnsinn, Chick Lit mit Männern!"
Ein Genre dieser Art gibt es ja nun noch nicht, dennoch muss ich hier sagen, dass die Männer, was wirklich unterhaltsame Bücher angeht meiner Meinung nach die Nase weit vorn haben. Also: liebe Männer schreibt fleißig weiter humorvolle Bücher!!!!

So, aber nun wieder zurück zu "Träum weiter, Mann". Der Schreibstil des Autorenduos hat es mir wirklich sehr angetan. Unverbraucht, frisch und bunt geht es hier zu, obwohl das Thema ja für Gerald und Heiner nicht immer so erfreulich ist. Geht es doch darum die knapp 10 Jahre jüngere und ausgesprochen hübsche Steff zu bezircen. beide tun es auf ihre Art und die ist wirklich nicht immer freundlich. Der eine versucht den anderen schlecht zu machen und so seine Chancen bei Steff zu verringern. Gerald, der Immobilienmakler, versucht mit seinem Haus, seinem Geld und seiner Weltgewandtheit zu punkten, während Heiner es als emotionaler und empathischer Schriftsteller versucht. Wer wird wohl bei Steff landen können?

Die Charaktere sind absolut toll, obwohl - oder grade weil - absolute Sterotypen und klischeebehaftet, macht es einfach nur Spaß ihren kleinen Wettstreit und ihre unsauberen Methoden mitzuerleben. Bei Steff, weiß man nicht so genau, wo man dran ist. Ob sie sich von einem einwickeln lässt und was sie gegebenenfalls an ihren Verehrern findet, wird einem bis zum Ende wirklich nicht klar.  Also lässt man sich einfach mit den Protagonisten mittreiben und darf so wirklich einige absolut unterhaltsame Stunden erleben!

Wer auf humorvolle Unterhaltung steht darf keinen Bogen um das Autorenduo Nebe und Pingel machen und sollte sich wirklich auf ihre Bücher einlassen. Ein klein bisschen Ostseefeeling gibt es umsonst noch oben auf!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei den Herren Autoren und dem Aufbau Verlag, und wie immer geht auch ein Dank an mein Lieblingsforum!

Produktinformation:
Nebe & Pingel - Träum weiter, Mann, im Februar 2013 im Aufbau Verlag erschienen
286 Seiten, 8,99 €


Dienstag, 9. April 2013

Tanja Weber - Oberland

Tanja Weber - Oberland
Postbote Stifter ermittelt

Kein typischer Krimi - aber eine wirklich spannende Geschichte über Menschen und ihre Handlungsweisen

Inhalt:
Postbote Stifter lebt mehr oder weniger mit Familienschluss in einem oberbayrischen Städtchen und erlebt dort auf seinem Dienstweg so einiges. Hinter all den schmucken und auch weniger schmucken Fassaden geht es nicht immer beschaulich zu. Und grade bei einem älteren Mutter-Tochter-Gespann den von Rechlins, geht mit Sicherheit nicht alles korrekt zu. Da sollte er doch wohl ein Auge drauf werfen....

Meinung:
"Oberland - Postbote Stifter" ermittelt ist mein erstes Buch von Tanja Weber. Es ist der zweite Teil einer Reihe um den Postboten Johannes Stifter. Der Untertitel "Postbote Stifter ermittelt" könnte den Leser etwas fehl leiten, denn eigentlich hat Johannes Stifter gar nicht so viel Lust aufs Ermitteln und will lieber das süße Leben genießen.
Man kann den zweiten Band wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen, da Tanja Weber an den wichtigen Stellen kleine Rückblicke eingebaut hat.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang ein paar Probleme mit dem Buch hatte, wieso kann ich gar nicht genau in Worte fassen, dennoch hat es einfach einige Seiten in Anspruch genommen bis ich in "Oberland" angekommen war.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sie versteht es Atmosphäre aufzubauen und auch eine geheimnisvoll und böse Stimmung zu verbreiten. Detailliert beschreibt sie uns die Handlungen und Situationen, in die sich die Protagonisten begeben. Auch Hintergründe und Lebensumstände der Charaktere werden genaustens unter die Lupe genommen und dem Leser verständlich dargestellt. So, dass es wirklich Spaß macht die Personen zu ergründen und die Tragweite der Handlungen nachzuvollziehen und verstehen zu können. Obwohl viele Dinge, einfach so unmenschlich sind, dass man sie nicht verstehen will.
Ich glaube einige Leser haben "Oberland" nicht als Krimi sondern ausgeprägte Charakterstudie beschrieben, was ich auch sehr treffend finde. Dennoch gibt es auch genügen Aspekte unter denen man das Buch als Krimi lesen kann.

"Oberland" ist einfach eine gelungene, wenn auch etwas andere Mischung. Es ist ein wenig Familiendrama, ein wenig Geschichte der Neuzeit kommt auch vor - und genauso ist es in meinen Augen Gegenwartsliteratur wie Krimi. Wenn man sich erst einmal auf die Geschichte und ihre Protagonisten eingelassen hat, erlebt man in "Oberland" wirklich eine gut ausgearbeitete Story, die viele Menschen - zumindest, was die Schicksalsschläge angeht - so erlebt haben könnten.

Wer Spaß an einem nicht typischen, aber sehr gut geschriebenem Krimi hat, sollte sich Tanja Webers Reihe um den Postboten Johannes Stifter einmal genauer ansehen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung und die schöne Leserunde bedanke ich mich ganz herzlich beim Aufbau Verlag, Tanja Werber und Lovelybooks!

Produktinformation:
Tanja Weber - Oberland: Postbote Stifter ermittelt, 2013 im Aufbau Verlag erschienen
  311 Seiten, 16,99 €

Informationen zur Postbote Stifter Reihe:
1. Sommersaat
2. Oberland

Montag, 8. April 2013

Rezension: Susanne Mischke - Töte, wenn du kannst!

Susanne Mischke - Töte, wenn du kannst!

Einer der spannendsten und rasantesten Krimis der letzten Zeit

Inhalt:
Tinka und Leander Hansen leiden seit Jahren unter der Situation, dass ihr Kind entführt wurde. Jedes Jahr hört Leander bei der zuständigen Stelle für vermisste Menschen der Kripo nach, ob es etwas neues gibt. Und jedes Mal aufs neue muss er enttäuscht nach hause gehen. Doch dann erreicht ihn eine SMS, mit dem Hinweis, dass Lucie noch lebt und er Informationen bekommt, wenn er einen Mord begeht....

Meinung:
Als erstes muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich wirklich Angst habe, diesem absolut wunderbaren Krimi nicht gerecht werden zu können - jede Seite und jede neue Wendung hat es geschafft mich immer wieder zu flashen und ungläubig weiterlesen zu lassen.

Susanne Mischke ist mir als Autorin schon lange ein Begriff, und jeder, der wie ich die Arena-Thriller liebt, wird sie auch kennen. Dennoch habe ich bisher noch nie einen von ihren "Erwachsenen-Krimis" gelesen, was ich nach "Töte, wenn du kannst!" bestimmt nachholen werde.

Der Schreibstil ist absolut toll und mitreißen, man wird in das Geschehen nur so hineingezogen, auch wenn es am Anfang des Buches wirklich viel zu sein scheint, was auf einen einrieselt. Viele Informationen, die man abspeichern muss um sie vielleicht irgendwann wieder zusammenzufügen. Aber grade die verschiedenen Handlungsstränge, machen es hier auch so spannend und rasant. Wir bekommen, sowohl gute ausgearbeitete Handlungsstränge, Situationsbeschreibungen und Charaktere von Frau Miscke, die sich hier wirklich selbst übertroffen hat. Ich habe ja schon oben geschrieben, dass es lange nicht mehr ein Buch gab, dass mich wirklich Nächte hat durchlesen lassen - wie passend, dass ich Urlaub hatte. Es ist wirklich so, dass ich grade zum Ende des Buches hin nicht mehr aufhören konnte zu lesen und ich schuldbewusst immer wieder in Richtung Wecker schaute, aber "Töte, wenn du kannst!" wollte mich einfach nicht schlafen lassen.

Das Ermittlerduo Forsberg und Selma hat mich von Anfang an begeistert. Forsberg, ein wenig kauzig, was man im Laufe des Buches und, wenn man sein Schicksal kennenlernt auch verstehen kann muss sich auf seine neue Kollegin Selma einlassen. Selma ist jünger und ist was ihre Ideen und Einfälle angeht, manchmal mit Sicherheit sehr forsch und auch hin und wieder etwas voreilig, aber auch jung und unverbraucht - und gemeinsam kommen die beiden zum Ziel. Und das zählt doch am Ende.
Ich hoffe, dass Forsberg und Selma noch oft miteinander ermitteln werden und mir dann hin und wieder eine schlaflose Nacht bereiten.

Die Spannung wurde konsequent aufrecht erhalten und sogar immer noch ein wenig angehoben. Von der Geschichte an sich, will ich eigentlich wirklich nicht so viel erzählen, da ich keinem die Spannung beim lesen und lösen diesen Falles nehmen möchte.
"Töte, wenn du kannst!" wartet wirklich mit einer ganz tollen Story auf, die uns nicht nur den klassischen Krimi bietet - nein, das Buch hat noch so viel mehr Inhalt: verschmähte Liebe, organisiertes Verbrechens, Familiendrama.
Und auch wenn es inhaltlich wirklich oft hart zur Sache geht, versteht Frau Mischke es die Situation immer mal wieder aufzulockern, so dass der Leser zwischendurch auch noch einmal zum durchatmen kommt. 

"Töte, wenn du kannst!" ist für mich ein absolutes Krmi-Highlight dieses Jahres und ich bin gespannt, was da noch kommen und es vielleicht toppen wird - aber das wird auf jeden Fall nicht einfach!
Für alle Liebhaber von gut durchdachten Krimis eine absolute Leseempfehlung!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereiststellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Berlin Verlag, und auch für die Begleitung der Leserunde bei Frau Mischke - wie immer auch ein Dank an Lovelybooks!

Produktinformation:
Susanne Mischke - Töte, wenn du kannst!, im Februar 2013 bei Bloomsbury Berlin erschienen
448 Seiten, 14,99 €

Sonntag, 7. April 2013

Rezension: Monika Dockter - Wimm und der Ritter vom Löwenthron

Monika Dockter - Wimm und der Ritter vom Löwenthron

Ein spannendes, mittelalterliches Abenteuer

Inhalt:
Wimm ist der Sohn eines Bauern, doch hat er den Traum einmal Ritter zu werden und im Dienste seines Ritters Konrad zu stehen. Er hat Einfühlungsvermögen, kann gut mit den Tieren umgehen und hat ein kleines, tapferes Herz aus Gold. Doch ist und bleibt er, was ihm und seiner Familie vorher bestimmt ist, ein Bauer.

Meinung:
"Wimm und der Ritter vom Löwenthron" ist wirklich ein magisches Kinderbuch, dass uns ins Mittelalter und in die Welt von Wimm, der viel lieber, bei seinem vollem Namen, Wilhelm, genannt werden will, führt.

"Wimm und der Ritter vom Löwenthron" ist der erste Band zu einer ganzen Reihe um den Bauernjungen Wimm und seine Abenteuer.
Monika Dockter hat mich mit ihrer Geschichte wirklich verzaubern und in die Vergangenheit entführen können. Ich habe mit Wimm mitgelitten, mich mit ihm gefreut und das gemeinsame Abenteuer einfach genossen.
Ich finde, dass es sich hier wirklich wieder um ein besonderes Kinderbuch handelt. Nicht nur, dass es bestimmt für viele lesefaule Jungs ein Anreiz zum lesen ist, spannende Abenteuer eines kleinen Jungen zu lesen, der gerne Ritter werden möchte. Nein, auch weil einem das Leben im Mittelalter, die Standesunterschiede und Gefahren, die es gibt bunt und detailliert erklärt werden. Auch Begriffe, die man erst auf den fortführenden Schulen lernt, werden in Fußnoten mit wenigen Worten, leicht verständlich, erklärt.

Aber nun noch einmal zurück zur Geschichte und den wirklich schönen Charakteren, die sich Frau Dockter ausgedacht hat. Wimm, der Bauernjunge ist ein tapferer und ehrlicher Junge, der sich nichts sehnlicher wünscht als Ritter zu werden und seinem Burgherrn Ritter Konrad zu dienen. Als er das Angebot bekommt eine Ausbildung zum Jagdgehilfen zu machen, ist er dem Pagen Ekkehard, der gar nicht so ritterlich ist, ein Dorn im Auge. Und auch seine Zwillingsschwester Edda verhält sich nicht immer korrekt. Dennoch lernt sie im Laufe der Geschichte, dass Wimm ein liebenswerter Junge ist, der seinen Herren dient und fleißig arbeitet.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Quintessenz des Buches, dass es darum geht, wie man ist und nicht, als was man geboren ist, was ja grade zur damaligen zeit einfach gängig war.  Man sollte seinem Herzen folgen und seine Träume nicht aufgeben!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim SCM Verlag und für die Organisation der Leserunde bei Lovelybooks mal wieder bei unserer lieben Katja!

Produktinformation:
Monika Dockter - Wimm und der Ritter vom Löwenthron, 2011 im SCM Verlag erschienen
142 Seiten, 10,95 €

Informationen zur Wimm-Reihe von Monika Dockter:
1. Wimm und der Ritter vom Löwenthron
2. Wimm und das Wappen des feuerroten Drachen
3. Wimm und das Königreich der Edelsteine
4. Wimm und die brennende Stadt

Mittwoch, 3. April 2013

Rezension: Andrea Tillmanns - Das magische Trio (1) Geister im alten Gemäuer

Andrea Tillmanns - das magische Trio (1) Geister im alten Gemäuer

Die drei Walpurgisgeborenen

Inhalt:
"Tatsächlich gefiel Judith das alte Herrenhaus nicht sonderlich, als es endlich in Sicht kam. Es wirkte vernachlässigt und wenig imposant, obwohl sie ja wusste, dass darin ein komplettes Internat mit hunderten von Schülern untergebracht war. Verdrossen starrte Judith aus dem Fenster."
(S. 7)

Judith wird von ihren Eltern auf ein Internat geschickt. Sie meinen, dass sie zu wenig Zeit für ihre Tochter haben und es so besser für sie ist. Am Anfang ist Judith jedoch nicht dieser Meinung, jedoch findet sie schnell Anschluss bei Sarah und Marie. Und dann entdecken sie auch noch eine Gemeinsamkeit - sie haben magische Fähigkeiten...

Meinung:
Andrea Tillmanns hat mit "Das magische Trio (1) Geister im alten Gemäuer" ein spannende und magische Internatsgeschichte geschrieben, die ich euch heute gerne etwas genauer vorstellen möchte.

Andrea Tillmanns Schreibstil ist sehr gut und angenehm zu lesen. Der Schreibstil ist der Zielgruppe angepasst, so dass man keinerlei Probleme hat in das Buch einzusteigen und am Ball zu bleiben. Sie beschreibt die drei Mädchen sehr farbenfroh und detailliert, so dass man direkt eine Bindung zu ihnen aufbauen kann und bei ihren Abenteuern mitten drin ist.

Judith findet sich relativ schnell im Internat zu recht, was natürlich an ihren offenen und freundlichen Mitschülerinnen und neuen Freundinnen, Sarah und Marie, liegt. Bei einer vorgeschobenen Strafarbeit erzählt ihnen eine Lehrerin, dass sie magische Fähigkeiten besitzen und eine alte Prophezeiung vorraussagt, dass sie ihr Internat vor bösen Gefahren retten müssen.
Als erstes sind die Mädchen auch gar nicht begeistert von diesen Aussichten, wissen sie noch nicht um welche Gefahren es sich handelt, welche Fähigkeiten sie besitzen und wie sie es mit bösen Mächten aufnehmen sollen. Doch nach und nach treten ihre Fähigkeiten ans Licht und sie lernen sie zu trainieren und damit umzugehen und das auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn bei den Ausgrabungen der Archäologie-AG, wird mehr freigelegt als alten Mauern und Kerker.

Ich kann nicht genau sagen, ob es noch weitere Bücher des "magischen Trios" geben wird, dennoch lassen einige Aussagen in diesem Buch doch darauf hoffen, dass die drei Junghexen Judith, Sarah und Marie noch weitere Gefahren bannen und überstehen müssen - und ich würde mich auch sehr darüber freuen, den kleinen Kobold Felix noch einmal wieder zu treffen. 

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Südpol Verlag!

Produktinformation:
 Andrea Tillmanns - Das magische Trio (1) Geister im alten Gemäuer, Februar 2013 im Südpol Verlag erschienen
200 Seiten, 12,99 €

Dienstag, 2. April 2013

Rezension: Nicola Förg - Platzhirsch

Nicola Förg - Platzhirsch

Spannender und absolut kurzweiliger Alpenkrimi

Inhalt:
 "Dort lag Regina von Braun. Ihre ausgesprochen blauen Augen schienen verwundert ins Leere zu starren. Sie war blass, und ihr langes dunkles Haar war auf den Holzschnitzeln ausgebreitet. Aus einer Schusswunde an der Stirn trat Blut aus. Das kalkweiße Gesicht, das Haar wie Ebenholz, das rote Blut - eine tote Märchenfrau."
(S. 18)

Regina von Braun, Biologin, Jägerin und Initiatorin des Walderlebniszentrums, wird tot in einem Stall aufgefunden. Erschossen! Die Ermittlerinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl bekommen es jetzt mit einem spannenden Fall zu tun, denn Regina von Braun hat sich zu Lebzeiten wirklich viele Feinde mit ihrem Einsatz für Natur und Wild gemacht. Sie nutzte Worte wie Waffen und so einige Menschen haben sich auf die Füße getreten gefühlt....

Meinung:
"Platzhirsch" ist mein erster Alpenkrimi der Autorin Nicola Förg. Da mich Fredrika Gers mit "Die Holzhammer-Methode" so von sich begeistern konnte, dachte ich, dass ich Frau Förg nun auch eine Chance geben kann - und ich habe es wirklich nicht bereut.

Der Schreibstil ist im großen und ganzen angenehm. Man kann gut in das Buch einsteigen und findet ziemlich schnell in den Mordfall an Regina von Braun hinein. Im großen und ganzen heißt aber auch, dass mich etwas gestört hat und das war an manchen Stellen die Mundart. Jetzt werden einige sagen oder denken, dass ist doch wohl klar, es ist ein Regionalkrimi und das gehört dazu. Richtig - sehe ich auch so! Nur an manchen Stellen hat es so überhand genommen, dass ich nur noch Bahnhof verstanden habe. Und das Glossar mit den "Übersetzungen" habe ich erst entdeckt, als ich das Buch ausgelesen hatte.
Aber ansonsten war ich wirklich nur begeistert von der Geschichte um die Ermittlerinnen Irmi und Kathi und Nicola Förgs Arbeit als Autorin.

Auch die Charaktere haben mich beeindruckt, sie sind so schön farbenfroh und detailliert ausgearbeitet, dass es wirklich Spaß macht, sie nach und nach kennenzulernen und einzuschätzen, auch wenn ich manches mal ein wenig schief Lag.
Irmi und Kathi verstehen sich nicht immer gut und sind auch nicht immer einer Meinung, dennoch arbeiten sie als Team, trotz einiger Differenzen, sehr gut zusammen und sind füreinander da, wenn es notwendig ist.
Irmi habe ich etwas mehr ins Herz geschlossen, sie ist nicht so kratzbürstig und man erfährt in "Platzhirsch" auch einach mehr über sie - sie wirkt etwas realer als ihre Kollegin.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Verbindung von einem historischen Teil und der Gegenwart, ein spannendes Familiengeheimnis was es aufzudecken gilt. Mit Hilfe eines alten Tagebuchs erfahren wir von einem der letzten Schwabenkinder und was es bei seinen Arbeitgebern alles über sich ergehen lassen musste und je tiefer man in das Buch versinkt um so spannender wird die Geschichte und man kann es fast nicht mehr aushalten, bis die Auflösung zum greifen nah ist.

"Platzhirsch" hat mich wirklich von sich begeistert, hat mich in die Berge entführt und an einem spannenden Geheimnis und der Aufklärung eines Mordes teilhaben lassen! 
Liebe Nicola Förg, bitte schreiben Sie weiter, so tolle Bücher - ich werde sie lesen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereiststellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Pendo Verlag und Nicola Förg!

Produktinformation:
Nicola Förg - Platzhirsch, 2013 im Pendo Verlag erschienen,
320 Seiten, 14,99  €

Info zur Mangold-Reihe:
1. Tod auf der Piste
2. Mord im Bergwald
3. Hüttengaudi
4. Mordsviecher
5. Platzhirsch

Montag, 1. April 2013

Erhard Dietl - Gustav Gorky (2) Ein Roboter dreht durch

Erhard Dietl - Gustav Gorky (2) Ein Roboter dreht durch

Ein gorkianisches Abenteuer für phantasievolle Kinder

Inhalt:
"Kürzlich hatte mich meine Chefin auf den blauen Planeten geschickt, um die Eigenschaften der Erdlinge zu erforschen. Ich kann dir sagen, die Mission war ziemlich gefährlich. Nur knapp bin ich mit heiler Haut davongekommen. Aber ich war alles in allem ziemlich erfolgreich. Meine spektakulären Berichte über die Erdlings-Nahrung haben das ganze Redaktionsteam begeistert."
(S. 11)

Y3, dessen Erdenname Gustav Gorky ist, wird wieder auf den blauen Planeten geschickt um weitere Nahrungsmittelanalysen durchzuführen. Gemeinsam mit dem Roboter Magbot und den Bröselmann-Erdlingen, die er von seinem ersten Besuch kennt, macht er sich auf nach Italien....

Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir der Name Erhard Dietl gänzlich unbekannt war, aber zumindest die Olchis kannte ich vom sehen und so habe ich mir gedacht, dass ich doch auch mal mein Glück versuchen könnte und diesen Kinderbuchautor und seinen liebenswerten Außerirdischen Gustav kennen zu lernen - und es hat mir einfach nur Spaß gemacht.

Der Schreibstil ist einfach wundervoll. Viele Leser hatten anscheinend Probleme mit der gorkianischen Ausdrucksweise bzw. ihrer Sprache, aber grade diese Eigenheiten, die Begriffe mit der Gustav die Erdlinge und ihr Verhalten schildert, sowie die "Geheimsprache" der Gorkianer machen das Buch einfach anders, speziell und liebenswert. Es hat mir ganz oft ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert, wenn ich nicht sogar laut loslachen musste und mit dem Lesen der gorkianischen Nachrichten hat es nach und nach auch immer besser funktioniert.

Die bunten Comiczeichungen haben mir auch sehr gut gefallen und ich denke, dass so etwas immer wieder Elemente sind, die grade etwas lesefaule Jungs dazu bringen, sich ein Buch doch mal genauer anzuschauen.
Farbenfroh und detailliert bekommen wie die Gesichtsbehaarung der Bröselmanns erklärt, eine Zeichnung von Magbot oder Gustavs Badewanne samt Wasserspender.

Die Geschichte ist genauso humorvoll, detailliert und liebenswert, wie die ganze Aufmachung des Buches. Man schließt als Leser den hilfsbereiten und neugierigen Außerirdischen sofort in sein Herz und hat wirklich Spaß dabei mit ihm Italien, samt Kältekugeln und Spaghetti-Nahrung kennenzulernen. Aber es geht auch sehr chaotisch vor, den Magbot aktiviert sein Sicherheitssystem und bringt so einiges durcheinander im schönen Italien und im Leben der Familie Bröselmann.

"Gustav Gorky - Ein Roboter dreht durch" ist ein wirklich humorvolles, kurzweiliges und absolutes phantasievolles Kinderbuch, dass ich allen kleinen Abenteuern ans Herz legen möchte. Durch kleine Rückblicke in der Geschichte, kann man das Buch auch lesen ohne den ersten Band zu kennen, dennoch macht es bestimmt Spaß auch das erste Abenteuer von Gustav mitzuerleben!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Oetinger Verlag und die für die Organisation der Leserunde auch Katja!

Produktinformation: 
Erhard Dietl - Gustav Gorky (2) Ein Roboter dreht durch, im März 2013 bei Oetinger erschienen
190 Seiten, 12,95 €