Freitag, 24. Mai 2013

Rezension: Richard R. Roetsch - Pink Clover Club

Richard R. Roetsch - Pink Clover Club

Vom Thema her sehr interessant, nur leider mit einigen Schwächen behaftet

Inhalt:
Nachdem Privatdetektiv Pawel Höchst einen Serienkiller zur Strecke gebracht hat, wird er wieder von der Rostocker Polizei als Berater zu einem Fall hinzugezogen. Eine reiche Dame im besten Alter wurde in ihrem Hotel in Rostock umgebracht. Da sie eine sehr einflussreiche Persönlichkeit war, versucht die Polizei den Mord erstmals aus den Medien herauszuhalten, bis sie den Täter haben. Da jedoch kaum Hinweise vorliegen soll Pawel im Schweriner Umfeld des Opfers ermitteln.

Meinung:
Jetzt wird es schwierig. Denn zum einen finde ich den Mordfall und das Thema sehr interessant, und auch einige gute Ansätze sind vorhanden und der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Aber zum anderen gibt es auch einige Kritikpunkte, die nicht unbedingt für Richard R. Roeschs Krimi „Pink Clover Club“ sprechen. Pawel Höchst ist als Charakter manchmal ziemlich schwer zu ertragen, er ist nicht grade der sympathischste Erdenbürger, der einem unterkommen kann und hat einen großen Hang zum Alkohol.

Schon in der Leserunde haben wir uns Gedanken gemacht, wieso der hohe Alkoholkonsum von Pawel immer wieder im Mittelpunkt stehen muss. Ist es weil er als Nordrusse und ehemaliger Seemann einfach viel trinken und vertragen muss? Will Herr Roesch sich hier einfach an alten Klischees, die vielleicht noch in einigen Köpfen vorhanden sind bedienen? Ich finde das ziemlich unglücklich gewählt, auch wenn man sieht, dass ja auch schon der erste Krimi um Pawel nach einem alkoholischen Getränk benannt wurde - „French75“.

Aber nicht nur der Alkohol stört, auch die logischen Schlüsse und das einbinden der Leser in den Fall ist nicht ganz zufrieden stellend umgesetzt, mal davon abgesehen, dass Pawel, ohne den Polizei-Lehrling Kevin, meiner Meinung nach gar keine Chance gehabt hätte, den Fall zu lösen.
Als Leser ist man hier ein Beobachter, der von außen zusieht, was geschieht. In viele Gedankengänge wird man einfach nicht mit einbezogen – man wird vor Tatsachen gestellt, ohne, dass man nachvollziehen kann, wie jetzt Pawel oder Kevin zu diesem Schluss kommen. Und auch wenn am Ende nachher der Fall als gelöst angesehen wird, wissen wir immer noch nicht, wer ist jetzt die Mörderin und hatten Pawel und Kevin, bzgl. des Motivs recht?

Und was mir auch sehr negativ aufgestoßen ist, ist das Ende des alten Hundes -Kevin. Ich hatte das Gefühl, dass Herr Roesch es endlich geschafft hat mit dem Auftauchen des Hundes und dem Verhalten von Pawel etwas Menschlichkeit in das Buch zu bringen. Aber auch das hat er dann am Ende wieder verspielt, als er den Hund am Hals blutend mit den Worten „Das ist halt nicht dein Revier“ sterben lässt!

Bei so vielen negativen Punkten können nicht ein paar positive Ansätze den Karren wieder aus dem Dreck holen. Von daher kann ich leider nur zwei wohlwollende Sterne für „Pink Clover Club“ vergeben!

Wertung:
♥ ♥

Produktinformation:
Richard R. Roesch – Pink Clover Club, im April 2013 im Sutton Verlag erschienen,
215 Seiten, 9,95 €



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