Mittwoch, 29. Mai 2013

Rezension: Carsten Stroud - Niceville (1)

Carsten Stroud – Niceville

Was stimmt an Niceville nicht?

Inhalt:
Niceville, ist entgegen ihres Namen, keine kleine nette Stadt. Aber was Niceville genau ist, kann man auch nicht sagen. Eine Stadt im Süden der USA, in dem es mehr Vermisste gibt, als in anderen Städten. Und nicht nur Vermisste. Irgendetwas scheint dort umzugehen, eine Art böse Macht, die die Menschen kontrolliert und sie dazu bringt Dinge zu tun. Und was haben die Gründerfamilien damit zu tun?

Meinung:
„Niceville“ ist kein Buch für zwischendurch. Am Anfang scheint es etwas schwierig zu sein, den verschiedenen Handlungssträngen und Charakteren zu folgen, dennoch wird es nach einigen Kapiteln klarer. Schwierig fand ich es nicht, höchstens ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Aber jedes Buch ist anders und auf jedes Buch muss man sich neu einlassen. Und „Niceville“ ist es wirklich wert, den Kopf frei zu machen und sich dann von der Stadt vereinnahmen zu lassen.

Der Schreibstil von Carsten Stroud ist sehr angenehm zu lesen. Er schreibt sehr bildlich, versteht es Atmosphäre aufzubauen und schafft es auch dem Leser den ein oder anderen Schauer zu bescheren.
Es gibt immer wieder Situationen, in denen man merkt, dass es etwas nicht stimmt – etwas essentielles. Aber es ist nicht greifbar – nicht zu Beginn und auch noch nicht am Ende!
Der Schreibstil erinnert wirklich etwas an die Werke von Stephen King – und da ich King liebe, hat es mir das hier noch etwas einfacher gemacht.

Die Charaktere lernen wir alle ganz gut kennen. Was mich ein wenig verwundert hat, war dass man nicht wirklich einen Hauptprotagonisten hat – außer vielleicht die Stadt selbst, und das was im Crater Sink, diesem geheimnisvollen Wasserloch „lebt“. Wobei man darüber auch noch nicht wirklich Bescheid weiß. Die vielen Protagonisten sind einfach Teil der Geschichte um Niceville und um das, was in der Stadt vorgeht. Am wichtigsten scheinen jedoch die Mitglieder der Gründerfamilien zu sein – auch wenn diese ebenfalls noch geheimnisumwittert sind.

„Niceville“ überzeugt mit einem fantastischen Genremix aus Fantasy, Krimi und Horror und mit Carsten Strouds Ideenreichtum. Dieser lässt den Leser ebenfalls oftmals mit Unglauben in den Augen und einem offenen Mund zurück – aber das ist gut so.
Weniger gut ist allerdings, dass so viele Fragen offen bleiben. Das gibt natürlich keinen Punkteabzug, da ich mich in „Niceville“ verliebt habe, aber es macht die Zeit bis zum zweiten Band dieser Trilogie einfach so unsagbar lang.
Und ich hoffe, dass uns in „Die Rückkehr“ ein paar Fragen beantwortet werden!

Auch zur Optik muss man hier was sagen. Den das Buch sieht natürlich auch noch total schick aus. Und ich hoffe, dass die Folgebände auch optisch mithalten können. Das schönste ist natürlich der Buchschnitt, auf dem schwarze Raben/ Krähen fliegen – die im Buch natürlich auch eine Rolle spielen!

„Niceville“ ist ein literarischer Leckerbissen, der einen noch lange nach dem Lesen nicht loslässt und einen immer wieder über diese „unfreundliche“ Kleinstadt nachdenken lässt. Wer unkonventionelle und außergewöhnliche Storys mag, wird „Niceville“lieben! Ein Buch, dass polarisiert!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Carsten Stroud – Niceville, übersetzt von Dirk van Gunsteren, im März 2013 im Dumont Verlag erschienen
506 Seiten, 9,99 €


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