Mittwoch, 6. März 2013

Rezension: Katja Brandis - Und keiner wird dich kennen

Katja Brandis – Und keiner wird dich kennen

Am Anfang war er doch so nett

Inhalt:
Maja lebt mit ihrem kleinen Bruder Elias und ihrer Mutter Lila in Offenbach. Die letzten drei Jahre hatten die drei eine Verschnaufpause, doch nun ist es soweit. Lilas Ex-Freund, Robert Barsch, der sie am Ende ihrer Beziehung nur noch bedroht und misshandelt hat, kommt nach einer dreijährigen Haftstrafe wieder auf freien Fuß. Ein unüberlegter Anruf aus dem Gefängnis mit einer klaren Botschaft: „Diesmal werden wir dich killen!“ sorgt für Aufruhr und Angst in der kleinen Familie und Lila entscheidet sich zur Polizei zu gehen, wo sie das Angebot bekommen in ein Opferschutzprogramm aufgenommen zu werden. Lila stimmt direkt zu und auch Maja ist damit einverstanden, obwohl sie so viel zurücklassen muss. Dass es dennoch nicht einfach ist sein Leben hinter sich zu lassen merkt Maja ganz schnell....

Meinung:
Bisher habe ich von Katja Brandis schon die Bücher „Ruf aus der Tiefe“ und „Schatten des Dschungels“ gelesen, die in Zusammenarbeit mit Hans-Peter Ziemek entstanden sind – und die ich schlicht und einfach liebe. Von daher hatte ich meine Messlatte für „Und keiner wird dich kennen“ sehr hoch angelegt, aber Katja Brandis konnte mich auch mit ihrem neusten Buch wieder voll und ganz für sich und ihre Geschichte einnehmen.

Katja Brandis Schreibstil ist einfach und sehr angenehm zu lesen. Sie schafft es, dass man sich als Leser, schon nach ein paar Seiten komplett in der Geschichte verliert und nicht mehr aus den Seiten auftauchen will. Sowohl, die Handlungsorte, als auch die Situationen beschreibt sie sehr detailliert und bildlich – einfach in Farbe – so dass man sich zurücklehnen kann und genießen bzw. in diesem Fall mitbangen, hoffen und zittern.
Grade bei den Charakteren hat sie hier auch wundervolle Arbeit geleistet, und dass ist für mich persönlich einer der wichtigsten Punkte. Mir müssen die Hauptprotagonisten sympathisch sein. Ich muss mit ihnen mitfühlen können und sie verstehen.

Das geht hier ganz leise und schleichend. Maja und ihre Familie habe ich wirklich ganz schnell ins Herz geschlossen, zum einen weil man schon zu Anfang des Buches ein wenig erfährt, was sie in den letzten Jahren durch machen mussten. Wir erfahren wie sehr sie unter Robert Barsch gelitten haben, einem Mann, der alles und vor allen Dingen Lila unter Kontrolle wissen wollte.
Und nun drängt er sich wieder in ihr Leben. Maja muss ihr liebgewonnenes Leben mit ihren Schulkameraden und ihrem Jugend-forscht-Projekt aufgeben. Was jedoch am schlimmsten für sie ist, ist dass sie auch Lorenzo – ihre erste große Liebe – ohne ein erklärendes Wort zurücklassen muss. Alles geliebte, gewohnte und vertraute wird ihr genommen und sie muss in einem bayrischen Dorf in der Nähe Münchens komplett neu anfangen.
Frau Brandis schafft es auch hier wunderbar die Gefühle von Maja und ihrer Familie auszudrücken und auch die unausgesprochenen Ängste und Sorgen in Worte zu fassen. Keiner hat es so schwer wie Maja das alte Leben hinter sich zu lassen, Elias hatte sowieso nicht so viele Freunde in der Schule und Lila nimmt die Chance war sich ein neues Leben aufzubauen und versucht sich als Schriftstellerin. Und auch wenn Maja sich alle Mühe gibt, ihre neue Identität aufrecht zu erhalten, gibt es Menschen wie Stella, ihre neue Freundin, die genau hinschaut und merkt, dass Maja etwas vor ihr verbirgt.

Das Grundthema „Stalking“ finde ich sehr interessant gewählt und ich muss sagen, dass ich bisher auch noch kein Buch mit dieser Thematik gelesen habe. Interessant ist, wie einfach es Robert Barsch mit Hilfe von moderner Technik es Robert Barsch gemacht wird sich an die Fersen der Familie zu hängen. Er nutzt gefälschte Ausweise, arbeitet mit Hilfe von Viren und Keyloggern um an Daten zu kommen und telefoniert über extra gesicherte Verbindungen. Ich finde es immer wieder erschreckend, was man mit unseren liebgewonnen technischen Errungenschaften alles anrichten kann, wenn man jemandem böses will.

Auch sehr interessant ist die Diskussion der Schuldfrage. Wem hat man es nun zu verdanken, dass Robert Barsch sie doch wieder aufgespürt hat? Ist wirklich Maja Schuld? Oder hätte ihrer Mutter nicht einfach umsichtiger bei der Partnersuche sein müssen, denn sie hat dieses Monster ja ins Haus geholt? Und ist Robert Barsch überhaupt schuldfähig, wo er doch selbst eine sehr schwierige Beziehung zu seinen Eltern hatte?
Wie die Fragen zu beantworten sind, muss jeder selbst für sich entscheiden – aber vorher solltet ihr natürlich „Und keiner wird dich kennen“ gelesen haben!

„Und keiner wird dich kennen“ ist ein Jugendthriller, der wirklich unter die Haut geht und spannend bis zur letzten Seite ist! Ein Roman voller Gefühle, der dir manchmal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann, aber auch genauso schnell dafür sorgen wird, dass du eine Gänsehaut bekommst!
Absolute Leseempfehlung!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Blogg dein Buch und dem Beltz und GelbergVerlag!

Das Buch kaufen könnt ihr übrigens hier.

Produktinformation:
Katja Brandis – Und keiner wird dich kennen, im Januar 2013 erschienen bei Beltz und Gelberg,
400 Seiten, 16,95 €

Kommentare:

  1. Also ich habe auch "Schatten des Dschungels" und "Ruf der Tiefe" gelesen und fand beide auch sehr gut!
    Ich bin mir aber trotzdem noch nicht sicher, ob ich Brandis' Buch lesen werde, einfach, weil mich das Thema "Stalking" nicht sehr interessiert. Aber es ist auf jeden Fall ein Stück nach oben gerutscht auf der Leseliste! ^^

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  2. Ich bin mittlerweile wirklich der Meinung, dass man bei einem Brandis nichts falsch machen kann^^ :-)
    Liebe Grüße

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  3. Hm, eigentlich wollte ich das ja nicht lesen, aber nun hast du mich neugierig gemacht. Vielleicht schau ich ja doch mal rein :D

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  4. Ich habe biser Libellenfänger von Katja Brandis gelesen und es hat mir gut gefallen.

    Auf das Buch bin ich auch sehr gespannt und deine Rezension zeigt mir, dass mir das Buch auch gut gefallen würde.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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