Sonntag, 10. Februar 2013

Rezension: Max Bronski - Der Tod bin ich

Max Bronski - Der Tod bin ich

Interessanter Spionage-Roman

Inhalt:
Der Verwalter von Schloss Ottenrain, Richard Eulmann wird tot in seinem japanischen Garten aufgefunden. Hingerichtet. Richard hat seinen Schützling Tino Senoner alles vermacht. Der wichtigste Bestandteil des Erbes ist aber ein altes Notizbuch - nun ist es an Tino herauszufinden, was es damit auf sich hat...

Meinung:
Wenn man mit Max Bronskis Thriller "Der Tod bin ich" erst mal warm geworden ist, kann man der Handlung und dem Verlauf ganz gut folgen, doch leider hat es bei mir etwas gedauert, bis ich wirklich in diesem Buch drin war.

Max Bronskis Schreibstil ist an und für sich sehr angenehm zu lesen, schwierig wird es für den Laien nur, wenn man an die physikalischen oder musikwissenschaftlichen Stellen kommt. Da Herr Bronski gerne auch mal mit verschachtelten Sätzen arbeitet, kam es vor, dass ich den ein oder anderen Satz wirklich intensiv öfter lesen musste. Und wenn ich jetzt sagen würde, dass ich alles verstanden habe, würde ich lügen. Ich kann mir hier wirklich vorstellen, dass einige Stellen für Physiker wirklich einfacher nachzuvollziehen sind.
Ansonsten muss ich aber sagen, dass er es doch versteht sehr bildlich zu schreiben und man sich als Leser die Situationen, als auch die Charaktere vor Augen führen kann..

Inhaltlich würde ich sagen ist "Der Tod bin ich" auch schon etwas schwerer Kost, aber ich denke, dass liegt einfach auch an dem sehr großen Zeitrahmen, den die Geschichte umgibt.
Der Roman ist in vier Teile aufgeteilt: 1. Teil 2006, 2. Teil 1957/1958, Teil 3 1965 und Teil 4 spielt wieder 2006. Das Buch erzählt im Prinzip Richard Eulmanns Geschichte über einen Zeitraum von 49 Jahren - das ist immerhin ein halbes Jahrhundert und auch ein ziemlich geschichtsträchtiges. So erfährt man von der Festsetzung von Eulmanns Vater im Osten und seiner Flucht in den Westen, sowie seinem weiteren Leben dort. In diesem Zeitraum liegt das "Space Race" sowie der Kalte Krieg und Richard gerät ungewollt zwischen die Fronten der verschiedenen Mächte, die ihn und sein Wissen für sich beanspruchen wollen - und das kann ja nun mal nicht gut ausgehen.
Seine wissenschaftlichen Arbeiten und das Interesse der verschiedenen Geheimdienste haben das gleiche Ziel: Die Weltenformel. Aber Eulmann ist klug und codiert sie mit einem selbst erdachten Code bzw. er setzt diese in Musik um...


Ich persönlich muss sagen, dass es für mich eher ein Spionage oder Agenten-Roman ist als ein Thriller, denn dafür ist es mir zu ruhig in der Stimmung, zu unblutig. Ein Thriller muss dafür sorgen, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen und das hat "Der Tod bin ich" leider nicht geschafft.
Mir persönlich sind am Ende auch zu viele Fragen offen geblieben und was mich auch irritiert hat, was dass Tino plötzlich Dinge wusste bzw, als gegeben an nahm und man als Leser einfach nicht wusste, woher er diese Informationen hatte.

"Der Tod bin ich" ist ein gut zu lesender und unterhaltsamer Spionage-Roman, der einen für ein paar Stunden gefangen nehmen kann. Handwerklich gut umgesetzt konnte mich das Buch jedoch unter dem Gesichtspunkt eines Thrillers nicht komplett von sich überzeugen! Ich gebe hier drei gute und wohlverdiente Sterne!

Wertung:
♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Max Bronski - Der Tod bin ich, 2012 im Kunstmann Verlag erschienen
400 Seiten, 16,95 €


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