Sonntag, 20. Januar 2013

Rezension: Tommy Jaud - Überman

Tommy Jaud - Überman

Die Angst ist messbar - in Dadas

Inhalt:
Oh weia - hat Simon Peters es doch erst geschafft zum Millionär aufzusteigen, ist er nun wieder pleite. Alles Dank merkwürdiger Investitionen seines griechischen Finanzberaters (wer lässt sich heute denn noch auf so was ein) und Simon traut sich nicht einmal seiner Freundin etwas zu sagen, denn sie wollte nun mit seiner Unterstützung eine ziemlich teure Ausbildung als Weinmanagerin machen....


Meinung:
Ich bin so glücklich Simon Peters ist back und es gibt wieder einige wahnwitzige Abenteuer zu erleben. Es gibt einfach keinen "fiktiven Mann" der gleichzeitig so bekloppt und dennoch so liebenswürdig sein kann, und grade das macht für mich die Anziehungskraft dieser Person aus. In einem Moment will man ihn trösten und ihm sagen, dass er sich doch nicht auf einen griechischen (!!) Finanzberater, der einem Discounterzertifikate auf Schweinemagerfleisch verkaufen will nicht verlassen kann, dann will man ihn schütteln, weil er seiner Freundin nicht die Wahrheit sagt und irrwitzige Ideen im Kopf hat und dann will man ihn nur noch stoppen. Aber Simon Peters ist nun einmal nicht so leicht aufzuhalten, wie wir in "Überman" wieder einmal feststellen können.

Am Anfang muss ich sagen, dass ich wirklich besorgt war, denn für mich war Simon Peters bisher entweder einfach die Stimme von Christoph Maria Herbst oder Olliver Pocher - die ihn beide großartig vertont bzw. gespielt haben. Dennoch war dieses Angst total überflüssig, denn Tommy Jaude kann nicht nur humorvolle Geschichten schreiben, nein - er kann auch nahezu perfekt lesen und jedem seiner Protagonisten die richtige Stimme auf den Leib sprechen.
Ich finde es wirklich absolut beeindruckend mit wie viel Liebe und bestimmt auch Spaß er hier an der Sache war, sei es der kölschende Flick, der quengelige Phil oder Simon Peters himself - grandios. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass man auf alte Bekannte getroffen ist, wie zum Beispiel den Ikea Verkäufer, der Simon den Single-Sessel verkauft hat - da schwelgt man doch direkt in Erinnerungen.

Was auch wirklich toll ist, ist das Aufgreifen und spielen mit aktuellen Themen, wie der Eurokrise (auch wenn sie real nicht so amüsant ist) und dem Ende des Mayas-Kalenders und somit dem drohenden Weltuntergang. Gekonnt werden diese Themen aufgegriffen und in der Geschichte so toll eingebaut, dass es der reinste Angriff auf die Lachmuskeln ist. Am besten hat mir die Messbarkeit der Angst gefallen, eine Einheit die man nicht so schnell vergessen wird: die Dadas.
Messbar an der Anzahl der noch vorhandenen Currykings im Regal, der rückwärts eingeparkten Autos und den Abweichungen der Magnetrinder - wie verrückt muss man den sein, damit man sich so was ausdenken kann!

Aber mehr will ich jetzt nicht mehr schreiben. Für diejenigen Leser und Hörer, die Simon Peters schon ab dem "Vollidiot" ins Herz geschlossen haben ist es natürlich gewissermaßen schon eine Pflicht sich auch den neuen verrückten Einfällen und "Unfällen" zu stellen!
Ein wundervolles Hörbuch, dass nicht das letzte Mal in meinem CD-Player lag!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Argon und Blogg dein Buch!

Hier könnt ihr das Hörbuch übrigens direkt bestellen!

Produktinformation:
Tommy Jaud - Übermann, Autorenlesung, 2012 bei Argon Hörbuch erschienen
5 Std. 29 Minuten, 19,95 €

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