Mittwoch, 2. Januar 2013

Rezension: Doris Parrado – Von der Schlampe zum Millionär


Doris Parrado – Von der Schlampe zum Millionär

Eine gute Idee, die leider etwas auf der Strecke geblieben ist

Inhalt:
„Mittlerweile hatte sich Natascha wieder gefasst und sie bekam Panik.
Was habe ich nur getan? Hab` Steve nicht mitgeteilt, dass ich in die Disco gegangen bin. Und der liebe Ali hat ihn informiert, dass ich hier mit meiner Freundin tanze. Und warum hat er den Mann geschlagen? Ah, ich glaube, ich weiß warum. Sicher hat er gedacht, dass ich mit dem Mann flirte. Dabei hat der nur Zigaretten ziehen wollen und er und ich hatten nichts miteinander zu tun. „
(S. 38)

Natascha hat es geschafft, sie ist eine Art Lebens-Coach und hat Geld, Erfolg und kann ihr Leben leben, wie es ihr gefällt. Doch, dass war nicht immer so, den steinigen Weg und einen Rückblick auf ihr ganz und gar unperfektes Leben bekommen wir in Rückblicken gezeigt.

Meinung:
Schwierig, schwierig! Das Buch ist definitiv kein Knaller, aber ich möchte es auch nicht zerreißen.
Doris Parrado hat sich mit „Von der Schlampe zum Millionär“ einen Lebenstraum erfüllt. Meiner Meinung nach ist bei der Erfüllung dieses Traumes so einiges schief gegangen. Leider!
Zu Einen muss man hier ganz klar sagen, dass der Verlag eine große Schuld an dem hier vorliegenden Desaster hat, denn das Lektorat wurde wirklich nur „schlampig“ betrieben. Rechtschreibfehler, unglücklich gewählte Wörter und Ausdrücke, die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis stimmen nicht überein mit den tatsächlichen Seitenzahlen im Buch.
Das Cover ist auch nicht grade der Hingucker, bzw. passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Buch.

Zum Anderen hat auch Doris Parrado sich im Laufe der Geschichte etwas verrannt oder hoch zu gegriffen, ich weiß nicht, wie es ausdrücken soll.
Das Thema an und für sich ist wichtig und auch sehr interessant. Es geht darum zu sich selbst zurückzufinden und aus einem schlechten Leben auszubrechen. Aber die Umsetzung lässt wirklich zu wünschen übrig, es wirkt einfach nicht glaubhaft.

Am Anfang scheint Natascha auf dem richtigen Weg zu sein, eine freundliche, offene junge Frau, die arbeiten geht, ihr Geld verdient und selbstständig ist. Doch dann geht das Chaos los, sie trifft auf Steve, mit dem sie eine Beziehung eingeht. Im Laufe der Zeit behandelt er sie immer schlechter, schlägt sie, beklaut sie und dennoch bleibt sie bei ihm und nimmt alles so hin. Die vulgäre Sprache, die Doris Parrado in diesem Zusammenhang immer benutzt ist auch nur schrecklich und passt nicht ins Buch.
Dann kommt der Moment an dem man denkt, dass das Buch vielleicht noch eine positive Wendung aufnimmt: Natascha verlässt Steve!
Doch dann kommt es noch dicker. Natascha wird reich. Reich an Erfahrungen, aber auch der Geldsegen tritt ein. Nach der Teilnahme an einem dubiosen Seminar.
Ich muss sagen, dass ich keiner jungen Frau dieses Buch empfehlen kann, am Ende melden sich junge Frauen nachher auch noch bei solchen Seminaren an, um danach den großen Geldsegen als Lebens-Coach zu erfahren.
Pustekuchen!

Man muss nicht reich sein, um Glück zu sein oder zu werden. Aber Selbstständigkeit gehört für mich zum Glück dazu, genauso wie eine Arbeit um für dich selbst sorgen zu können. Das setzt meistens allerdings voraus, dass man fleißig ist, lernt und arbeitet!

Mir scheint es als wollte Doris Parrado mit „Von der Schlampe zum Millionär“ eine Art modernes Märchens schreiben, dass aufzeigt, dass du alles erreichen kannst. Leider ist ihr dies meiner Meinung nach nicht geglückt. Vielleicht liegen mir auch einfach Beginn, Entwicklung der Prota und das Ende als reiche und unabhängige Frau zu weit auseinander.

Ich hoffe, dass Frau Parrado sich für ihr nächstes Projekt einen neuen Verlag sucht, der etwas von seinem Handwerk versteht, denn meiner Meinung nach sollte man nicht einfach wild drauflos veröffentlichen.
Es könnte schief gehen!

Wertung:
♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich dennoch ganz herzlich bei Doris Parrado!

Produktinformation:
Doris Parrado – Von der Schlampe zum Millionär, 2012 im Schweitzerhaus Verlag erschienen
264 Seiten, 9,95 €

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen