Freitag, 7. Dezember 2012

Rezension: Sam Childers - Machine gun preacher

Sam Childers – Machine Gun Preacher

Vom Saulus zum Paulus

Inhalt:
„Im hohen Gras des Südsudan lauert der Tod. Von einer Sekunde auf die nächste wird die öde Landschaft überrannt: Hunderte Rebellen greifen an. „Lord`s Resistance Army“ - „Wiederstandsarmee des Herrn“ - nennen sie sich. Kurz: LRA. Sei Jahrzehnten überfallen sie arglose Dörfer, töten, vergewaltigen und verstümmeln Menschen.“
(S.9)

Sam Childers ist der Priester mit dem Maschinengewehr – und in diesem Buch erzählt er seine Geschichte, die gleichzeitig eine Geschichte von Glaube und Gott ist, aber auch eine Geschichte des größten Leides, der Wut und Trauer.

Meinung:
Sam Childers Schreibstil lässt sich wunderbar lesen. Man merkt bei jedem einzelnen Wort, wie sehr er mit seinem Herz dabei ist, bei den Kindern im Südsudan. Oftmals hinterlassen seine Worte eine Gänsehaut bei mir, ich möchte mir diese schrecklichen Zustände gar nicht vorstellen und dennoch bin ich der Meinung, dass es mehr Menschen wie Sam Childers geben sollte. Mehr mutige Menschen, die versuchen anderen Leuten die Augen für das Elend der Welt und ihrer Kinder zu öffnen.

Somit bin ich direkt schon beim Inhalt angelangt. Sam Childers ist ein Priester, der für die Kinder im Südsudan kämpft. Kinder, die ohne ihn sterben würden, von den Soldaten der LRA getötet oder zu Kindersoldaten ausgebildet würden. Die Regierung schafft es nicht diese Zustände zu unterbieten und somit sind Menschen, wie Sam Childers gefragt. Die nicht an sich selbst und die Gefahr der Situation denken, sondern zuallererst an das Wohl der Kinder. Wobei mit der „Rettung“ der Kinder noch lange nicht alles wieder gut ist, die meisten Kinder werden die Gräuel, die sie mit ansehen oder am eigenen Leibe erleben mussten nie komplett verarbeiten können.

Was unter diesem Gesichtspunkt sehr interessant ist, ist Childers eigene Biographie, die natürlich im Buch auch nicht zu kurz kommt. Sam war nicht immer ein gottgläubiger Mann, der sich für andere Menschen eingesetzt. Es war eher das ganze Gegenteil. Sam hat die Schule abgebrochen und keinen Beruf erlernt, stattdessen hat er seine Zeit damit verbracht sich Mädchen klar zu machen, zu trinken oder Drogen zu konsumieren – später hat er sogar gedealt. Zu der damaligen zeit, hat er auch seine Frau kennengelernt. Irgendwann hat sie den Glauben für sich gefunden und nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit Sam, hat auch er den Weg aufgetan bekommen.
Manchmal fragt man sich als Leser auch unweigerlich ob dieser Einsatz eine Art Wiedergutmachung sein soll. Egal wie die Antwort ausfällt, Sam Childers – der Machine Gun Preacher, ist der beeindruckendste Mensch, über den ich dieses Jahr gelesen habe.

Ich habe größte Achtung vor diesem Mann und dem was er geleistet hast, mit eigenen Händen ein Kinderheim aufgebaut und heimat- und elternlosen Kindern ein neues zu hause gegeben. Zudem führt er seit Jahren einen erbitterten Kampf gegen die LRA.

„Machine Gun Preacher“ ist keine leichte Kost. Man erfährt über das Leid der Südsudanesen, die in ständiger Angst vor Terrorangriffen leben müssen, bei denen sie abgeschlachtet, missbraucht oder verbrannt werden. Und bei seinen Schilderungen nimmt Sam Childers wahrlich kein Blatt vor den Mund – er zeigt uns die raue, harte und gefährliche Realität der Kinder auf!
Ein Buch, dass einem die Augen öffnet – und von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereiststellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Gerth Medien und für die Organisation der Leserunde bei Katja, auch ein herzlicher Dank wie immer an Lovelybooks!

Produktinformation:
Sam Childers – Machine Gun Preacher, aus dem Amerikanischen von Eva Weyandt, 2012 bei Gerth Medien erschienen
255 Seiten,16,99 €

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