Samstag, 24. November 2012

Rezension: Elke Hussel - Stadium vierzehn

Elke Hussel - Stadium Vierzehn 
mit Grafiken von Wolfgang Böttcher

Eine Erzählung über das krankende Gesundheitssystem in Deutschland

Inhalt:
"Ich falle. Kein plötzliches Stürzen, sondern folgerichtiger Kontrollverlust. Meine muskellosen Beine geben sich alle Mühe, den Schein der Funktionstüchtigkeit aufrecht zu erhalten. Doch war es eine Frage der Zeit, bis sie mich an einen beliebigen Ort tragen und abwerfen würden."
S. 8

Eine wissensdurstige Homöopathin, ein HNO-Arzt, der wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast sitzt, ein kurioser Banker und viele andere Charaktere treffen in "Stadium vierzehn" aufeinander und sollen und aufzeigen, wie erkrankt das deutsche Gesundheitssystem schon ist.

Meinung:
Elke Hussels Schreibstil ist wirklich gut zu lesen, nur leider hat sie sich ein sehr umfangreiches Thema ausgesucht und ich finde es doch sehr schwierig dieses dann mehr oder weniger auf 80 Seiten abzuhandeln. Vielleicht muss man hier einfach sagen, dass der Umfang wirklich falsch gewählt war.
Denn das Können ist da und wie Elke Hussel es schafft die einzelnen Charaktere und ihre Leben miteinander zu verbinden ist schon eine Meisterleistung.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren Perspektivenwechsel von unserer Homöopathin und dem HNO-Arzt. Sie verbringen einen Abend miteinander und wir als heimliche Beobachter haben die Möglichkeit es aus beiden Sichtweisen zu erleben.

Aber das eigentliche Thema ist hier ja nun die Bürokratie Deutschlands, die Bürokratie der Gesamtheit aller Systeme und in diesem Fall natürlich im besonderen des Gesundheitsystems. Ich kann die Gedankengänge der Autorin teilweise schon nachvollziehen, aber ich denke für uns ist auch einfach viel die Macht der Gewohnheit. Wir kennen es nicht anders. Und auf der anderen Seite denke ich mir dann auch immernoch, dass wir immerhin ein Gesundheitssystem haben und dass bei uns keine Zustände herrschen wie in einigen südamerikanischen Entwicklungs- oder Schwellenländern, bei denen es noch normal ist, dass Menschen ohne Geld sterben und nur die reiche Bevölkerung sich medizinische Versorgung leisten kann. Ach, es ist halt wirklich ein schwieriges Thema.

Elke Hussels Erzählung "Stadium Vierzehn" wird von Grafiken von Wolfgang Böttcher unterstützt.

"Stadium Vierzehn" ist eine gut lesbare Erzählung, die mich aufgrund ihres geringen Umfanges leider nicht komplett von sich überzeugen konnte. Aber nichts desto Trotz bin ich gespannt, was Elke Hussel als nächstes Schreiben wird. 

Meinung:
♥ ♥ ♥

Für die Bereiststellung und die Begleitung der Leserunde bedanke ich mich ganz herzlich Elke Hussel und dem fhl-Verlag, für all die tollen Möglichkeiten wie immer auch ein Dank an Lovelybooks!

Produktinformation:
Elke Hussel - Stadium vierzehn, mit Grafiken von Wolfgang Böttcher, 2011 im fhl Verlag Leipzig erschienen
80 Seiten, 14,00 €

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