Donnerstag, 29. November 2012

Rezension: Birgit Ebbert - Ego-Trip: Computerrallye durch das Leben

Birgit Ebbert - Ego-Trip
Computerrallye durch das Leben

Eine spannende Reise durch Mikes Vergangenheit 


Inhalt:
"Mit einer lauten Hintergrundmusik startete das Programm "Ego-Trip". Das Startbild zeigte einen Spiegel, auf dem eine Tür und eine Maske zu sehen war. Unter dem Spiegel war ein Feld für den Namen des Spielers vorgesehen.
Mike tippte seinen Namen in das Feld. Ohne nachzudenken hat er "Mike" geschrieben und die Eingabe betätigt."
(S. 19)

Mike, 14 Jahre alt, hat ein Mädchen geschlagen und nun muss er seine Strafe absitzen - drei Wochen im Jugendarrest. Doch er bleibt in der Zeit nicht alleine er hat eine engagierte Sozialarbeiterin und einen aufmerksamen Lehrer im Arrest. Außerdem bekommt er stundenweise einen PC in seine Zelle und durchlebt mit seinem Avatar Ekim seine Vergangenheit noch einmal neu.

Meinung:
Birgit Ebbert  hat einen angenehmen und leicht zu lesenden Schreibstil, ganz der Zielgruppe angepasst. Sie schreibt und beschreibt Mikes Situation und seine Gefühle sehr bildlich. Sie versteht es den Leser an ihre Geschichte zu fesseln und Spannung aufzubauen.
Als Leser betrachtet man Mike erst einmal und ist gespannt auf die Geschichte, die hinter seiner Inhaftierung liegt. Man schaut sich sein verhalten an, seine Äußerungen, weil man zu Beginn ja nicht sehr viel über seine Geschichte weiß, außer, dass er ein Mädchen geschlagen hat - und bei der Strafe wird es mehr als eine Ohrfeige gewesen sein.

Stück für Stück lernen wir nun Mike kennen, er kommt immer mehr aus sich heraus. Auch wenn er sich zu Beginn noch sehr für seine Gefühle und Ängste schämt und versucht den "dicken Macker" raushängen zu lassen.
Seine Sozialarbeiterin, Steffi Jakobs, kümmert sich aufmerksam um ihn, sie gibt ihm die Möglichkeit mit jemanden über seine Probleme und sein Leben zu reden, aber sie lässt ihm auch seine ruhe, wenn er nicht mehr kann. Der Haftlehrer ist auch sehr engagiert und geht auf Mikes Wünsche ein, so lernt dieser bei ihm zum Beispiel das Gitarre spielen, im Gegenzug ist er was den Unterrichtsstoff angeht sehr fleißig.

Er soll für Steffi aufschreiben, wieso er die Strafe bekommen hat, hat aber zu Beginn auch nicht wirklich die Lust sich Gedanken über seinen Fehler zu machen. Als Anreiz zu schreiben bekommt Mike nun einen PC stundenweise zur Verfügung. Aber wie Jungen so sind, denkt er nicht daran zu schreiben sondern sucht auf dem Rechner nach Spielen. dabei findet er das Programm "Ego-Trip". Mike schafft sich den Avatar Ekim und tritt mit ihm zusammen eine Reise durch sein bisheriges Leben und  seine Vergangenheit an. Eine Reise, die Fragen aufwirft, Mike aber auch Lösungsansätze für seine Probleme präsentiert.
Und desto mehr er sich mit dem Programm beschäftigt umso offener wird er zu Steffi und seinem Lehrer. Erzählt von seinen Ängsten, seinen Plänen für die Zukunft und seinen alkoholabhängigen Eltern...

"Ego-Trip" ist ein spannendes und aufwühlendes Buch, dass zeigt wie eine ganze Familie an ihrem Schicksal und dem Alkohol zerbrechen kann. Das Buch bricht eine Lanze dafür sich mit dem Thema Alkohol offen zu beschäftigen und nicht tot zu schweigen!
Begebt euch auf eine Computerrallye durch Mikes Leben - lesenswert!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Edition Zweihorn!

Produktinformation:
Birgit Ebbert - Ego-Trip: Computerrallye durch das Leben, 2012 bei Edition Zweihorn erschienen
127 Seiten, 6,95 €

1 Kommentar:

  1. Liebe Sabrina, vielen Dank für die tolle Rezension, ich bin ganz beeindruckt, dass Sie genau das in meinem Roman gelesen haben, was ich schreiben wollte. Herzliche Grüße Birgit Ebbert

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