Sonntag, 16. September 2012

Rezension: Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel

Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel

Zurück zu den Anfängen - mit grandiosen Erzählungen

Inhalt:
"Duke Manor, am 17. April 1881,
Ich bin mit meiner Familie nach Duke Manor gezogen. Meine Forschungen an diesem Ort tun nichts zur Sache, es gibt andere, wichtigere Dinge, die ich niederschreiben muss. Doch eines vorweg: Diese Zeilen sind keine Warnung, denn dafür ist es längst zu spät...vielmehr sollten sie in aller Offenheit darüber berichten, was geschehen wird."
(aus Duke Manor, S. 53)

Meinung:
Andreas Gruber ist ein Autor, der es geschafft hat mich in den letzten zwei Jahren für sich zu begeistern. Zum einen natürlich mit seinen grandiosen Thrillern und zum andern auch mit seiner sehr freundlichen und aufgeschlossenen Art in der Lovelybooks-Leserunde zu "Rachesommer". Da war es für mich ganz klar, dass ich auch gerne einmal Geschichten aus seinen schriftstellerischen Anfängen lesen wollte. Und wie sollte es anders sein, als dass er mich auch mit seinen frühen Werken begeistern konnte.

In der Anthologie "Der fünfte Erzengel" finden wir folgende Geschichten vor:

Wahrscheinlich ein kaputter Gasherd
Die Testamentseröffnung
In Gedenken an meinen Bruder
Duke Manor
Der Beichtstuhl des Pater Wolfgang
Der Antropophag
Im Treppenhaus
Corpus Laceraris und
die gleichnamige Geschichte Der fünfte Erzengel

Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich hellauf begeistert bin von seinen Erzählungen. Ok, sind um einiges düstere und abgedrehter als seine aktuelleren Werke, aber sie ziehen einen auch unweigerlich in ihren Bann.
Als Leser kann mich nicht anders, als mit den Protagonisten mitzubangen und so manches mal fährt einem ein Schauer über den Rücken. Ich liebe es, wenn ein Buch oder eine Geschichte mich so in ihren Bann zieht, dass ich es körperlich spüre oder einfach nur "abwesend" bin - und das hat Andreas Gruber geschafft.

Er arbeitet sowohl mit ganz klassischen Handlungsorten, wie z.B. mit einer Nervenheilanstalt in "In Gedenken an meinen Bruder" oder einem im Wald gelegenen alten Herrenhaus in "Duke Manor", aber genauso sind Geschichten zu finden, die absolut individualistisch sind und ich so noch nie gelesen habe und die mich begeistert zurückgelassen haben, wie z.B "Der Beichtstuhl des Pater Wolfgang" und "Der Antropophag" (Kannibale). Er versteht es Protagonisten ins Leben zurufen, die man sich ganz genau vor Augen führen kann und die mit Wiedererkennungswert gesegnet sind.
Spannung aufzubauen ist für Herrn Gruber auch kein Problem, durch seine detaillierten Beschreibungen der Handlungen und des Umfeld baut er eine unheimlich Atmosphäre und fühlbare Spannung auf.

Ich möchte die Anthologie "Der fünfte Erzengel", allen Freunden von Andreas Grubers aktuelleren Werken ans Herz legen. Ich weiß, dass immer mehr LeserInnen diesen talentierten Autoren für sich entdeckt haben und ich würde es wirklich Schade finden, wenn diese absolut tollen und einzigartigen Geschichten mit Nichtbeachtung gestrafft würden!
Lasst euch auf seine unheimlichen und morbiden Geschichten ein! Ich glaube fest daran, dass er mit seinen Erzählungen, noch viele andere Leser begeistern wird!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Boris Koch und Medusenblut!

Produktinformation:
Andreas Gruber - Der fünfte Erzengel, 2004 in Zusammenarbeit von Medusenblut und dem Shayol Verlag erschienen
143 Seiten, 12,90 €


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