Dienstag, 11. September 2012

Rezension: Alison Gaylin - Dornröschenschlaf

Alison Gaylin - Dornröschenschlaf

Eine interessante Geschichte, die jedoch mehr Spannung gebraucht hätte

Inhalt:
"Das hier sind Sie, stimmt`s?" Morasco schlug das Buch ungefähr in der Mitte auf. "Kapitel fünf?" Trent kam mit dem Kaffee zurück und las die Kapitelüberschrift laut vor. "Das Mädchen, das niemals etwas vergisst."
"Ja", gab Brenna zu. "Das bin ich...oder eher, das war ich als Kind." Als das Buch Außergewöhnliche Kinder 1990 zum ersten Mal erschienen war, hatte sie darin nur B. geheißen, doch nachdem im wissenschaftlichen Teil der New York Times vom 14. April 1995 unter Nennung ihres Namens über sie berichtet worden war, hatte der Herausgeber sie angerufen und gefragt, ob es in Ordnung wäre, würde sie auch in den folgenden Auflagen des Buches namentlich genannt."
(S.46)

Brenna Spector leidet seit ihre Schwester Clea verschwunden ist unter dem hyperthemistischen Syndrom, welches dafür sorgt, dass Brenna nichts vergessen kann. Dieses Syndrom ist Segen und Fluch zugleich für die toughe Privatdetektivin. Ihr aktueller Fall, der mit dem Verschwinden von Carol Wentz und Iris Neff, die ebenfalls alles kleines Mädchen verschwunden ist, weckt wieder die Erinnerungen an Cleas Verschwinden.
Schafft Brenna es den Fall zu lösen und das kleine Mädchen zurück zubringen?

Meinung:
Alison Gaylins Schreibstil ist sehr angenehm und einfach zu lesen. Schon nach wenigen Seiten ist man in der Geschichte angekommen und lernt direkt die wichtigsten Charaktere kennen.
Sie versteht es den Leser an Brenna Spectras Fall zu fesseln und natürlich auch an Brenna. Durch viele Rückblicke, lernen wir die Privatdetektivin und ihr Leben besser kennen.
Rückblicke, die ihr selbst manchmal Probleme machen, da Sie die Erinnerung nicht steuern kann und manchmal ganz unverhofft, durch einen Gedanken oder einen Geruch Bilder aus der Vergangenheit auslösen.

Alison Gaylin schafft es ohne Probleme Spannung aufzubauen und diese auch aufrecht zu erhalten, dennoch fehlt mir ein bisschen mehr Action oder einfach ein Unwohlsein, dass ich beim lesen eines wirklich aufwühlenden Thrillers normalerweise empfinde. Für mich ist "Dornröschenschlaf" eher ein Krimi als ein Thriller.

Jetzt aber noch einmal zu den Charakteren, die der Autorin wirklich sehr gut geglückt sind - ok, bis auf "TNT-Trent" vielleicht. Trent ist Brennas Assistent und ziemlich anstrengend und überheblich, aber er hat ein schlaues Köpfchen. Brennas Tochter Maya ist dreizehn und ziemlich schwierig, sie taucht auch eher als Randfigur auf. Was in diesem Zusammenhang interessant ist, ist die Kommunikation mit Mayas Vater und Brennas Ex-Mann Jim. Brenna kann ihm seit seiner Trennung nicht mehr in die Augen schauen, weil sofort die Erinnerungen an die schönen Momente und der Schmerz der Trennung in ihr aufsteigt, und so schreiben sie sich seit Jahren per Messenger. Auch eine interessante Möglichkeit, oder?
Die Polizei kommt in "Dornröschenschlaf" auch nicht ganz so gut weg, denn bis auf Detective Morasco arbeitet niemand mit ihr zusammen und manchmal scheint es so, als würden Ermittlungsarbeiten sabotiert...

Wenn ihr herausfinden wollt wie das Verschwinden von Carol Wentz mit dem Verschwinden der kleinen Iris Neff zusammenhängt und gegen welche Art von Windmühlen Brenna und Nick ankämpfen müssen, dann solltet ihr "Dornröschenschlaf" lesen.

Ein "Thriller" mit einem gut ausgearbeiteten Plot, der meiner Meinung nach, jedoch etwas mehr Nervenkitzel vertragen hätte!

Wertung:
♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Alison Gaylin - Dornröschenschlaf, aus dem Amerikanischen von Uta Hege, 2012 im Ullstein Buchverlag erschienen,
460 Seiten, 9,99 €

Kommentare:

  1. Danke für die Rezension, Sabrina.
    Das muss ich nicht lesen, obwohl mich Klappentext und Cover schon angesprochen hätten.

    LG
    Sabine

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    1. So war es bei mir auch :-) Vor allen Dingen das Cover ist bildschön - aber Nervenkitzel ist hier wirklich keiner zu finden :-(
      Liebe Grüße
      Sabrina

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    2. Ja, das Cover spricht wirklich an.
      Wer die Genrezuordnung vorgenommen hat, kann das Buch allerdings nicht gelesen haben, sonst würde Roman drauf stehen. ;-)

      Viele Grüße
      Sabine

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