Dienstag, 21. August 2012

Wolfgang Hohlbein - Nemesis (1) Die Zeit vor Mitternacht

Wolfgang Hohlbein - Nemesis (1) Die Zeit vor Mitternacht

Eine Buchreihe, die sich mit einer sehr langen Nacht beschäftigt

Inhalt:
"Kaputt?", fragte ich, nicht weil es mich wirklich interessierte, sondern nur aus reiner Höflichkeit und weil ich das Gefühl hatte, dass er irgendeine Art von Reaktion von mir erwartete.
"Nein", antwortete der Taxifahrer und zog eine Grimasse. "Das liegt an der Gegend. Ist hier immer so."
"Der Radioempfang?"
"Alles", erwiderte der Fahrer. "Radio, Fernsehen, Satelliten-TV, GPS, Handys..." Er deutete ein Achselzucken an und schaltete in einen niedrigeren Gang, ehe er weitersprach. "Hier funktioniert so gut wie nichts. Muss wohl so eine Art Superfunkloch sein."
(S. 12)

Frank Gorresberg wird von der Kanzlei Fleming & Sohn über eine enorme Erbschaft informiert. Er reist von Amerika nach Crailsfelden und trifft am Treffpunkt dann auf seine Mitstreiter um das Erbe von Multimillionär von Thum: Eduard, Stefan, Judith, Ellen und Maria. Nach den ersten geheimnisvollen und erschreckenden Zwischenfällen werden die sechs im ehemaligen Sänger-Internat untergebracht und bekommen eröffnet, was sie machen müssen um das Erbe antreten zu können: Ein Paar muss sich finden, den Nachnamen ändern und innerhalb von drei Jahren ein körperlich und geistig gesundes Kind zur Welt bringen.
Doch schon in den nächsten Stunden läuft alles aus der Bahn...

Meinung:
Es wurde doch mal wieder Zeit ein Buch von Wolfgang Hohlbein zu lesen. In meiner Jugend habe ich ja so ziemlich alle Bücher von ihm und auch von seiner Frau eingeatmet. Am allerbesten hat mir damals übrigens "Dreizehn" gefallen, dass ich euch aber auch noch vorstellen werde. So, aber nun zurück zu "Die Zeit vor Mitternacht".

Hohlbein konnte mich mit dem ersten Band um den exzentrischen Multimillionär von Thum und seine Erben wieder von seinen literarischen Können überzeugen. Sehr schnell fand ich mich in der Geschichte wieder und als allererstes fiel mir der Handlungsort auf, der mir doch bekannt vorkam. Crailsfelden ist ein fiktiver Ort in Deutschland, den Hohlbein sehr oft zum Einsatz bringt. Mir bekannt ist er aus der wirklich wunderbaren Reihe "Die Wolf-Gäng".
Sein Schreibstil lässt sich angenehm und sehr flüssig lesen und er versteht es von Anfang an Spannung aufzubauen. Zum Einen durch die totale Abgeschiedenheit Crailsfelden, da dort fast keine technischen Geräte funktionieren, zum Anderen auch durch den ziemlich rasch auftretenden ersten Todesfall in der Wirtschaft, bei dem ein Angestellter der Kanzlei plötzlich tot umfällt. Weiter geht es dann mit dem schaurigen Sänger-Internat, der baufälligen Ruine, eines ehemaligen Klosters.

Wolfgang Hohlbein hat auch sehr gut den angespannten Gefühlszustand der "Erbanwärter" dargestellt, die sich nicht wirklich grün sind und natürlich jeder für sich "gewinnen" will.
Frank scheint schon auf dem besten Weg zu sein, denn Judith zeigt an ihm größtes Interesse. Doch dann bricht das Chaos los. Alle haben Alpträume und sie haben alle das selbe geträumt. Dann wird Judith von einer Fledermaus angegriffen und bei dem versuch sie zu retten, stürzt von Thum in ein Loch...
Doch auch Hilfe zu holen ist schwieriger als man denkt...

"Die Zeit vor Mitternacht" konnte mich begeistern, auch wenn ich noch nicht genau weiß, worauf die "Nemesis-Reihe" hinaus laufen soll. Doch da ich auch hier sehr neugierig bin, liegt auch hier schon der zweite Band zur Lektüre bereit - und somit werdet auch ihr bald erfahren, in welche Richtung diese Geschichte geht.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Wolfgang Hohlbein - Nemesis (1) Die Zeit vor Mitternacht, 2004 erschienen im Ullstein Verlag
200 Seiten, 6,95 €


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