Mittwoch, 28. Dezember 2011

Rezension: Charles Bukowski - Fuck Machine: Erotische Alpträume aus dem "Underground"

Charles Bukowski - Fuck Machine
Erotische Alpträume aus dem "Underground"


Bukowski, ein bisschen wie ein Unfall...

Klappentext:
Diese Erzählungen des Poeten, der von ganz unten kam, sind aggressiv, grausam und obszön, aber auch außerordentlich witzig. Sie schildern brutal realistisch die Kehrseite des amerikanischen Traums, so wie er sich in Amerikas Slums, Absteigen, Bars, Hurenhäusern und Schlachthöfen abspielt:


Meinung:
In der Kurzgeschichtensammlung "Fuck Machine" sind nachfolgend aufgeführte Storys enthalten:

Kid Stardust im Schlachthof
Wohnen in einem texanischen Hurenhaus
Fünfzehn Zentimeter
Die Fickmaschine
Die Couragemangel
Zwölf fliegende Affen, die nicht richtig kopulieren wollen
Die kopulierende Nixe von Venice, Kalifornien
Meine dickarschige Mutter
Die Ermordung des Ramon Vasquez
Ein Saufkumpel und
Der weiße Bart

Dies ist mein erstes Zusammentreffen mit Bukowski. Seine Geschichten sind düster, derb, dreckig und gesellschaftskritisch. Abstoßend und zugleich faszinierend, wie ein Unfall, bei dem  man nicht wegschauen kann. Dennoch sind seine Storys vielseitig - jedoch immer provokativ. Sie handeln von Säufern, sexbesessenen Menschen, Nekrophilen, Sadisten, Prostituierten oder aber auch von einer Hexe, die ihren Mann schrumpfen lässt, um ihn dann als lebenden Vibrator zu benutzen.
"Ihr größter Fehler war, dass sie was gegen den Schlussakt hatten."
"Und was war das für`n Schlussakt?" fragte ich.
"Komm Süßer, trink jetzt erst mal dein Bier und ruh dich aus. Ich möchte, dass du ihn auch genießen kannst, den Schlussakt. Soweit ich sehe bist du viel begabter als Manny oder Lincoln. Ich glaube, wir werden tatsächlich die Kulmination der Gegensätze erreichen."
(Fünfzehn Zentimeter)
Natürlich gibt es viel aussagekräftigere Bukowski typische Stellen in diesem Buch, aber das möchte ich hier nun wirklich nicht schreiben - ich denke, dass schon die Titel genug Feuer haben. Und Anhänger oder Leser Bukowskis wissen ganz genau was ich meine.

Für mich war dieses Buch wirklich ein ungewohntes Zwischenspiel, dass mich sehr gut unterhalten hat und es wird auch nicht mein letzter Bukowski gewesen sein.
Düster, derb, obszön - und dennoch faszinierend!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Produktinformation:
Charles Bukowski - Fuck Machine, 1991 erschienen im Fischer Taschenbuchverlag
127 Seiten, neu ab 7,95 €, gebraucht ab 0,85 € (amazon)

Über den Autor:
Charles Bukowski wurde 1920 in Andernach am Rhein als Sohn deutsch-polnischer Eltern geboren. Im Alter von zwei Jahren kam er in die USA, wuchs in den Slums ost-amerikanischer Großstädte auf, war Mitglied jugendlicher Banden, saß im Gefängnis und im Irrenhaus, arbeitete u.a. als Leichenwäscher, Tankwart, Werbetexter für ein Luxusbordell, Nachtportier, Sportreporter, Hafenarbeiter, Zuhälter und Briefsortierer. Mit 35 Jahren begann er zu schreiben; zuerst Gedichte für Underground-Gazetten, später Erzählungen, für die ihn Genet, Henry Miller und Sartre als "poete maudit" des heutigen Amerika feierten, und Romane. Bukowski starb am 9. März 1994 in Los Angeles.

Kommentare:

  1. Ich mag Bukowski auch sehr gerne, seit ich zufällig mal das Bändchen "Geschichten die einer schrieb bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang" in der Buchhandlung fand (so ähnlich lautet der Titel).
    Ich stand also in der Buchhandlung und wieherte, weil ich das Gedicht "Als Hugo Wolff die Motten kriegte" gelesen hatte.
    Seit dem mag ich Bukowski wahnsinnig gern, hab nur leider schon fast alle Bücher von ihm gelesen. :(

    AntwortenLöschen
  2. Hi Sabrina!

    ich möchte dir noch für deine überaus lieben Glückwünsche auf meinem Blog zu Minimi, danken! Habe mich sehr über deine Anteilnahme gefreut! :)

    LG

    AntwortenLöschen
  3. @Kix: da dies mein erster Bukowski war - habe ich ja noch so einige Möglichkeiten :-)
    @Ayanea: Anteilnahme klingt negativ *grins* Glückwünsche tun es doch auch :-) Aber ich freue mich auch sehr für dich :-)

    AntwortenLöschen
  4. liebe sabrina
    ich hätte da eine vö erzähllyrik meines verlags muskat media, die (am ehesten) an den alten buk erinnert.
    falls du interesse an einer rezension hättest, würde ich dir sehr gerne ein leseexemplar zukommen lassen.
    schreib mir doch bitte auf muskatmedia AT gmx PUNKT ch
    ich würde mich über eine antwort von dir sehr freuen, deine seite gefällt mir sehr gut.
    ein weiterer bibliofiler...
    pascal

    AntwortenLöschen