Donnerstag, 10. November 2011

Rezension: Katherine Howe - Das Hexenbuch von Salem

Katherine Howe - Das Hexenbuch von Salem


Die weisen Frauen von Salem

Klappentext:
Connie Goodwin ist fasziniert von den Hexenverfolgungen im Neuengland des 17. Jahrhunderts. Auch ihre Doktorarbeit befasst sich mit dem Thema, und in den Kirchenregistern von Salem hofft sie, Originaldokumente aus jener Zeit zu finden. Bei ihren Recherchen lernt Connie den jungen Restaurator Sam kennen, der ihr prompt seine Hilfe anbietet. Doch den eigenartigsten Fund macht Connie im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, das in der Nähe von Salem etwas abgelegen in einem kleinen Küstenstädtchen liegt: Hier entdeckt Connie ein vergilbtes Pergament, das sie auf die Spur eines alten Buches mit sonderbaren Formeln und Rezepten bringt. Als sich Connie näher mit dem Buch beschäftigt, kommt es plötzlich zu rätselhaften Ereignissen. Offenbar wohnt den alten Rezepten eine magische Kraft inne - und das bringt nicht nur Connie, sondern auch Sam in höchste Gefahr...

Inhalt:
"Sie legte den Schlüssel auf ihrem Schoß ab und hielt das Pergament unter die Lampe, wobei sie das knisternde, brüchige Papierstückchen einen Millimeter weit aufrollte. Es war braun und fleckig, gerade eben so lang wie ihr Daumen. Darauf standen in wässriger Tinte geschrieben, die bei dem flackernden Licht kaum lesbar war, die Worte Deliverance Dane".

Connie Goodwin wird von ihrer Mutter mit dem Verkauf des Hauses ihrer verstorbenen Großmutter beauftragt - als Connie das Haus das erste Mal betritt trifft sie fast der Schlag: es gibt kein Telefon, keinen Strom und auch sonst ist der Zustand eher schlecht. Jedoch gibt es vieles zu entdecken, unter anderem findet Connie einen alten Schlüssel - in ihm steckt ein Zettelchen mit einem Namen - in einer alten Bibel. Angetrieben von ihrer Neugierde deckt sie Vergangenheit ihrer Vorfahrinnen auf...

Meinung:
Katherine Howe hat etwas geschafft, was nicht vielen Autoren bei mir glückt: ich habe diese interessante Mischung aus Gegenwartsliteratur und historischem Roman verschlungen.
Howes Schreibstil ist angenehm und einfach zu lesen, ihre Sprache ist sehr bildhaft und detailliert. Sie schafft es damit uns in der Gegenwart an ihren Roman zu fesseln und uns in die Zeit der Hexenverbrennungen zurück zu versetzen.

"Das Hexenbuch von Salem" besteht aus zwei Handlungssträngen: Zum einem dem, der in der Gegenwart spielt, und in dem uns Connies Leben, ihre Arbeit, ihr Umfeld und die Suche nach einem geheimnisvollen Buch erzählt wird. Zum andern spielt die Handlung in der Vergangenheit (1681 - 1692), in der wir das Leben und Leiden ihrer Vorfahrinnen, die als weise Frauen und Hebammen für ihren Unterhalt gesorgt haben, eröffnet bekommen.

Connie ist eine Person, die auf den Leser direkt sympathisch wirkt. Sie ist eine eher ruhige Person, sehr zielstrebig und fleißig. Sie lebt mit ihrer Freundin und ihrem Hund Arlo zusammen, bevor sie über den Sommer in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter zieht. Ihre Mutter auf eine ganz andere Art liebevoll, wirkt auf den Leser als erstes sehr exzentrisch, eine New-Age Anhängerin, die sich mit den Auren anderer Leute beschäftigt. Ist es ein Zufall, dass sie immer wieder weiß, was ihre Tochter grade macht und denkt, oder gibt es da tatsächlich ein geheimnisvolles Familienerbe?
Auf keinen Fall dürfen wir ihren kleinen Hund Arlo vergessen, denn rückwirkend betrachtet hat auch er eine sehr wichtige Rolle in diesem Buch.

Neben der Geschichte um Connies, die auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie ist, gibt es natürlich auch eine zarte Liebesgeschichte, die unser Frauenherz erfreut. Aber eines sei gesagt, die Frauen ihrer Familie scheinen, was ihre Männer angeht nie sehr viel Glück zu haben. Es bleibt spannend...

Doch ein kleines Manko konnte ich auch in diesem Buch auftun. In diesem Buch geht es um den altbekannten Kampf zwischen guten und bösen Mächten, so weit ist das ja auch in Ordnung. Dennoch hatte ich nach der Hälfte des Buches schon einen Riecher dafür, wer der Bösewicht ist.

Trotz kleinem Kritikpunkt ist dieses Buch ein gelungener, einfühlsamer und spannender Roman einer Frau - über Frauen - und vor allen Dingen für Frauen, der die Gabe hat uns beim lesen zu verzaubern!


Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Academic World!

Produktinformation:
Katherine Howe - Das Hexenbuch von Salem, 2009 erschienen im Page&Turner Verlag
510 Seiten, 18,95 €

Zur Autorin:
Katherine Howe schreibt zurzeit an ihrer Doktorarbeit an der Universität von Boston. Sie hat sich eingehend mit dem Thema Hexen befasst. Ihre Familie stammt aus der Nähe von Salem, einer kleinen Stadt in Massachusetts, die traurige Berühmtheit durch die Hexenverfolgungen im späten 17. Jahrhundert erlangte. Zu den Vorfahren von Katherine Howe gehören Elizabeth Proctor, die der Hexerei angeklagt wurde, den Prozess aber überlebte, und Elizabeth Howe, die in Salem als Hexe gehängt wurde.

Kommentare:

  1. Wow, das Buch klingt echt spannend! Ich hab sonst nicht so viel für hirtorische Romane übrige, aber der könnte mich glatt locken!

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  2. Liebe Eule, wie schon gesagt Historisches ist normalerweise auch nicht so meines :-)

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