Samstag, 19. November 2011

Interview mit Mia Avelon - Autorin von "Banalverkehr"

Hallo ihr Lieben,

ich dachte es wird mal wieder Zeit für ein Interview mit einer noch jungen Autorin. Nachdem ich so begeistert von Mias Debütroman "Banalverkehr" bin, habe ich bei ihr nachgehört und sie hat freundlicherweise zu einem kleinen Interview zugestimmt.

Liebe Mia vielen Dank, dass du etwas von deiner Zeit opferst um meine und die Neugier meiner Leser zu stillen.
"Banalverkehr" ist dein Debüt:Wie lange hast du daran gearbeitet?
 

„Banalverkehr“ hat sich im Grunde von allein geschrieben. Nicht, weil es meine Autobiografie wäre (ist es nämlich nicht), aber Puppe als Charakter war irgendwie so treibend, dass ihre Geschichten quasi ganz von selbst liefen. An der ersten Version, die mich allerdings nicht zufrieden gestellt hat, habe ich vier Monate geschrieben. Danach habe ich alles noch mal überarbeitet und dafür knapp zwei Monate gebraucht. Ein schnelles Buch also, in jeglicher Hinsicht.


War es einfach einen Verlag für dein Buch zu finden?


Tatsächlich hätte ich nicht gedacht, wie einfach. Vielleicht war es so eine Art persönliches Märchen, aber ich hatte ungelogen innerhalb von zwei Wochen einen fabelhaften Literaturagenten, der mich innerhalb der nächsten vier Wochen dem ebenso fabelhaften Heyne-Verlag aufgezwungen hat. Keine Ahnung, wie er das geschafft hat. Wahrscheinlich mit Alkohol…

 Bei der Lovelybooks Leserunde wolltest du als Bewerberfrage wissen, was wir unter „Banalverkehr“ verstehen. Was bedeutet der Titel für dich?
 
Der Titel war irgendwann einfach da und erschien mir passend. Mein Ziel war es ja, einen Roman zu schreiben, der alles relativiert. Es gibt Gutes, Schlechtes, aber letztlich werden wir alles überleben, und ein Stückchen heiles Herz lässt sich aus jeder Situation herausretten. Das Leben ist also ziemlich banal, wenn man es nüchtern betrachtet. Zum Zweiten ist der Titel natürlich auch explizit eine Metapher für Puppes altes Leben, in dem nichts von Bedeutung ist und es kein lebenswertes Ziel gibt.

 Kannst du dich in manchen Situationen mit deiner Hauptfigur, Puppe Stockmann, identifizieren?

Klar. Ich bin ziemlich Puppe, zumindest, wenn es um ihre Sicht auf die Welt geht. Ich muss genauso ständig meine Mitmenschen und meine Umwelt sezieren und verrenne mich gerne im Absurden, anstatt mich objektiv auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Im Gegensatz zu ihr bin ich allerdings überhaupt nicht manipulativ, ich versuche, mich mit Situationen, die ich nicht ändern kann, abzufinden, weil ich denke, dass manche Dinge im Leben passieren müssen, damit man lernen kann. 
 
 Wie sieht in deinen Augen eine "gesunde" Freundschaft aus?

Da muss ich gleich mal ein paar Klischees auspacken: Freundschaft, genau wie Liebe, hat mit gegenseitiger Akzeptanz zu tun. Alle Beteiligten müssen wachsen und sich entwickeln können. Wenn der andere damit ein Problem hat, dann ist es keine Freundschaft.

 Hast du schon weitere Projekte geplant, oder vielleicht schon ein fertiges Manuskript in deiner Schublade liegen?

Zurzeit schreibe ich an meinem zweiten Roman, der nächstes Jahr veröffentlicht wird. Darin geht es um den Anfang und das Ende einer großen Liebe, eine sehr kitschige Thematik sehr unkitschig umgesetzt. Und mit „Banalverkehr“ wird auch noch etwas ganz Tolles passieren, aber das darf ich an dieser Stelle leider noch nicht verraten.
 
 Wie haben Freunde und Familie auf "Banalverkehr" reagiert?

Ich muss immer wieder betonen, dass „Banalverkehr“ nicht meine Autobiografie ist, ansonsten hätte ich wahrscheinlich keine Freunde mehr J Nein, im Ernst, ich bekomme sehr viel positives Feedback und freue mich besonders, wenn ich höre: Das bist du, das ist deine Sprache, das ist, als würde man dich live erleben. Ein schöneres Kompliment gibt es wahrscheinlich nicht. Und geschämt hat sich zum Glück auch niemand…

 Hast du neben deiner Berufung, Geschichten zu schreiben, auch noch einen Job, der dafür sorgt, das Geld in die Haushaltskasse kommt?

Nach wie vor arbeite ich als freiberufliche Fernsehjournalistin und realisiere Dokusoaps. Allerdings nicht mehr so exzessiv wie vor „Banalverkehr“, weil ich doch versuche, so viel Zeit wie möglich ins Schreiben zu investieren.

Liest du selbst gerne? Was ist dein Lieblingsbuch?

Ich lese sehr gerne, aber inzwischen leider viel zu wenig, weil ich jede freie Minute mit Schreiben verbringe. Ein besonderes Lieblingsbuch gibt es gar nicht, das ändert sich irgendwie ständig. Meine aktuellen Favoriten sind auf jeden Fall „Das Buch Dahlia“ von Elisa Albert, „Raum“ von Emma Donoghue, sämtliche Sachen von Dimitri Verhulst - und natürlich von Rokko Schamoni, meinem persönlichen Gott, von dem ich gerne ein imaginäres Kind hätte…

Liebe Mia, ich danke dir ganz herzlich für diese Interview und deine Antworten. Ich bin wirklich sehr gespannt, was noch mit "Banalverkehr" passieren wird und natürlich auch auf deinen neuen Roman.

 Ihr werdet gemerkt haben, dass hier noch ein Autorenfoto fehlt - richtig. Aber schaut euch einfach mal, dass Video an, da könnt ihr euch Mia solange schon einmal anschauen und wenn ihr nun neugierig auf "Banalverkehr" seid, kommt ihr hier zu meiner Rezension

 

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