Freitag, 29. Juli 2011

Rezension: Penelope Papst - Serotoninmangel

Penelope Papst - Serotoninmangel


Seelische Dunkelheit

Klappentext:
Penelope, Ende zwanzig, Studentin ohne Geld kämpft in der Psychiatrie gegen ihre Panikattacken und Depressionen. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch wird sie von ihrer Mutter eingeliefert. Völlig am Ende stellt sie sich endlich ihren Problemen, welche sie die letzten Jahre erfolgreich verdrängt hat.

Inhalt:
"Ich habe die an Schizophrenie-Leidenden noch nicht richtig durchschaut. Ich zweifle, ob sie ihre Mitmenschen nicht zum Narren halten, das die Erlebnisse, die sie erzählen immer haarsträubend sind. Pierre, aus Zimmer zwölf hatte gestern eine ganz tolle Geschichte auf Lager. Er hat mir erklärt, dass bestimmte Menschen einen abscheulichen Geruch verströmen, der ihn aggressiv werden lässt, so dass er diese Mitbürger verprügeln muss. Der Haken ist, dass nur er diesen Geruch wahrnehmen kann und daher ständig mit Polizei und Behörden konfrontiert ist."

Penelope kommt nach einem Selbstmordversuch in eine Nervenklinik. Dort werden ihre Probleme in Einzel- und Gruppentherapien aufgearbeitet. Sie lernt viele interessante Menschen kennen und verliebt sich sogar. Sie entschließt sich ihr Leben in die Hand zu nehmen...

Meinung:
"Serotoninmangel" von Penelope Papst ist eine Mischung aus Fiktion und Erlebnissen der Autorin mit der Krankheit Depression.

Kurz ein wenig zum Begriff Serotoninmangel: Serotonin ist ein körpereigener Stimmungsaufheller. Depressionen können durch z.B. eine Fehlfunktion im Hirn, bei der nicht genügend Serotonin produziert wird, ausgelöst werden.

Der Schreibstil von Frau Papst ist flüssig und leicht zu lesen. Die kurzen Kapitel fördern den Lesefluß zusätzlich. Aber ohne eine gute Geschichte, ist auch der beste Schreibstil wenig wert.
Zum Glück finden wir in diesem Buch aber eine berührende und mitreißende Geschichte vor.
Wir erfahren von Penelopes Geschichte, ihren Ängsten, aber genauso lernen wir viele andere interessante Protagonisten und ihre Geschichten kennen, z.B. von ihrer späteren Zimmernachbarin Martina, die von einer Brücke springen wollte und sich darauf hin selbst eingewiesen hat. Oder Gerald, der sich zwischen einem Gefängnisaufenthalt und einer Therapie wegen seiner Alkoholabhängigkeit "entscheiden" durfte....

Das Cover des Buches zeigt vermutlich Nervenstränge.

Eine interessante und ergreifende Geschichte mit einem überraschenden Ende! Grade für Menschen, die sich für seelische Erkrankungen interessieren sehr lesenswert!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Penelope Papst!


Produktinformation:
Penelope Papst - Serotoninmangel, erschienen 2010 bei Books on Demand
141 Seiten, 10,50 €

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