Montag, 4. April 2011

Rezension: Rolf Stolz - Das Haus auf der anderen Seite

Rolf Stolz: Das Haus auf der anderen Seite - Eine phantastische Kindheitsgeschichte mit einem Essay über Claus Sommerhage (1953-2003)

Inhalt:
"Großmutter, die den ganzen Abend noch nichts gesagt hatte, runzelte die Stirn. Sie sah mich scharf an, aber doch ganz freundlich und liebevoll. Dann sagte sie etwas, das keiner so ganz verstand: "Lasst den Jungen in Ruhe. Kinder und alte Leute sehen mehr als andere."

Alexander ist mit seiner Familie, die aus seinen Eltern, dem ältern Bruder und seiner Großmutter besteht, in ein anderes haus gezogen. Einsam und verlassen steht es in der Landschaft. Oder vielleicht nicht? Alexander sieht gegenüber, am anderen Ufer ein anderes Haus und Kinder, die dort spielen. Doch nur er kann sie sehen...
Eines Nachts schleicht er sich hinaus und macht eine Entdeckung...

Meinung:
Rolf Stolzes phantastische Kindheitsgeschichte "Das Haus auf der anderen Seite" ist die geschichte von einem Jungen mit einer sehr ausgeprägten Phantasie, oder mit einem sehr offenen Wesen. Offen für Neues und Unerklärliches.

Stolzes Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Der Autor versteht es dem Leser alles, die Begebenheiten und Landschaften, sehr bildhaft zu beschreiben, so dass man sie sich ohne Probleme vorstellen kann.

Doch in diesem Buch werden dem Leser zusätzlich auch noch Bilder geboten. Zahlreiche schwarz-weiß Illustrationen von Marina Volkova schmücken Rolf Stolzes Geschichte.
So wie die Erzählung die Phantasie des Lesers anregt, tun es die Bilder ebenfalls. Schemenhafte und dennoch detailreiche Illustrationen geben dem Leser die Chance mitzubestimmen, was er sieht.

Alexander ist der einzige Protagonist zu dem ich im Laufe der Erzählung eine Beziehung aufbnauen konnte. Er ist der Hauptcharakter dieser phantasievollen Geschichte, die den Leser mit dem Tod konfrontiert.

Das Ende der Erzählung ist sehr offen gehalten, so dass wieder einmal der Leser ran muss. Man muss nachdenken, der Leser wird dazu aufgefordert zu einem eigenen Ende zu finden und zu entscheiden, was Alexander gesehen hat oder haben könnte.

Am Ende des Buches befindet sich noch ein 6-seitiges Essay über das Leben, das Wirken und den Tod von Claus Sommerhage, einem engagierten Literaturprofessor. Es trägt den Namen "Anmerkungen zu einem Unbekannten."

Das Cover des Buches ist, wie die Illustrationen, von Marina Volkova gestaltet. Neben den typischen Farben schwarz und weiß, arbeitet sie hier auch mir rot und blau.

Eine wunderschöne Kurzgeschichte über die Kindheit, die uns Raum zum träumen und phantasieren bietet!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Hier nun noch einige HInweise zum Autor und zur Illustratorin:

Der Autor Rolf Stolz, 1949 in Mülheim an der Ruhr geboren, lebt als Schriftsteller und Photograph im Bergischen Land. Er veröffentlichte einen Roman ("Der Gast des Gouverneurs in der Wand des Kraters", Weissach i. T. 2001),  mehrere Bänder mit Prosa (u.a. "Der Abschiednehmer", Freiburg i.B. 2002) und Gedichten (u.a. "Städte und Flüsse. Gedichte 1962 - 2000", Köln 2001: "Zellenberg" deutsch/französisch, Bertem/Belgien 2005) ferner Sach- und Kinderbücher.

Die Illustratorin Marina Volkova wurde 1964 in St. Petersburg geboren. Von 1981 bis 1987 studierte sie an der dortigen Muchina-Kunsthochschule. 1989 trat sie dem russischen Künstlerverband bei. Von 1982 bis 1996 arbeitete sie für Petersburger Verlage und illustrierte ca. 30 Bücher. Sie gestaltete zahlreiche CD-Hüllen und Firmenlogos. Zwischen 1989 und 1994 hatte sie etwa 20 Ausstellungen in Sankt Petersburg und Moskau. Seit 1996 lebt sie in Heidelberg.

Für die Bereitstellung dises Rezensionsexemplares bedanke ich mich ganz lich bei der Edition Bärenklau und Marten Munsonius!

Produktinfo:
Rolf Stolz - Das Haus auf der anderen Seite, erschienen bei Edition Bärenklau

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