Freitag, 11. März 2011

Rezension: Hanne Gurke Stiel - Geschichten die die Welt (be)-deuten!

Hanne Gurke Stiel - Geschichten die die Welt (be)-deuten!


Vielleicht aber auch nicht...

Klappentext:
Als ich eine Lichtung durchquerte, hörte ich ein Schluchzen, das aus einem gegenüberliegenden Gebüsch zu kommen schien. Neugierig schlich ich mich heran. Auf einem kleinen Ästchen saß eine Lärche die bitterlich weinte. Bei ihrem traurigen Anblick schossen auch mir die Tränen in die Augen.

Ich fragte mitleidig: "Was ist denn los? Warum weinst du kleine Lärche?"

Die Lärche die mich zuvor noch nicht bemerkt hatte erschreak und hüpfte einen Ast tiefer in den Busch. Sie sah mich mit ihren großen, rot verheulten Augen an: "Warum sollte ich dir meine Probleme erzählen, wir sind doch nicht in einer - Ende gut, alles gut Geschichte-. Falls du das glaubst, weil der Himmel heute blau ist und die Vöglein singen ist die Welt ein Elfengeflüster hast du dich geschnitten....
(Auszug aus der Kurzgeschichte "Elfengeflüster")

 Meinung:
In dem Buch "Geschichten die die Welt (be)-deuten!" von Hanne Gurke Stiel sind 11 Kurzgeschichten vertreten, die an Märchen und Fabeln erinnern sollen.

Alles hat ein Ende, nur die Zeit hat keins!
Das Alles?
Die Lebensphilosophie einer Schnecke mittleren Alters
Übers Träumen
Der letzte Wunsch
Weinende Geister
Klein mag man sein
Die alte Frau und der stille Wind
Das trockene Brot
Der Drache und das Schwein mit den vielen Ausreden und
Elfengeflüster

Sowohl das Cover, als auch der Titel des Buches haben mich sehr angesprochen und ich habe mich darauf gefreut einige philosophische, nachdenklich stimmende Geschichten zu lesen. Halt "Geschichten, die die Welt (be)-deuten!". Leider habe ich mich da ein wenig geirrt.
Die Kurzgeschichten in diesem Büchlein, sind eher mittelmäßig, und nicht bedeutend oder deutend, wie es der Titel verspricht.

Bei einigen Geschichten gab es zwar ein paar gute Ansätze, wie z.B. in "Die Lebensphilosophie einer Schnecke mittleren Alters": Diese Geschichte wird, wie es der Titel bereits andeutet, von einer Schnecke erzählt, die den Leser auch immer wieder persönlich anspricht und so an ihrem Leben teilhaben lässt. Amüsant, aber wirklich nur amüsant, war auch die Geschichte "Der Drache und das Schwein mit den vielen Ausreden", in der es um einen hungrigen Drachen geht, der sich ein Schwein klaut. Dieses hat Angst gefressen zu werden und beginnt dann in seiner Höhle plötzlich zu putzen. Außerdem verspricht das Schwein dem Drachen manchmal eine Gemüsesuppe zu kochen. Da kann der Drache natürlich nicht "Nein" sagen und lässt das Schwein leben (und bei ihm putzen).
Andere Geschichten wiederum wirkten nur sinnentleert und total unverständlich.

Leider kommt zu den mangelhaft ausgearbeiteten Ideen, auch noch ein holpriger Schreibstil und einige Rechtschreibfehler. Mir fehlte auch eine Inhaltsangabe zu Beginn des Buches, wie ich es von anderen Kurzgeschichtensammlungen gewöhnt bin.
Was viele Leser auch abschrecken wird, ist der horende Preis von 14,50 € für grade mal 34 Seiten.

Das Cover des Buches hingegen ist sehr schön gestaltet: Es zeigt eine Landstraße, umringt von Wiesen und Bäumen, über der die Sonne langsam untergeht.
Ebenfalls gefallen haben mir die kleinen schwarz weißen Blumen, die bei jeder Geschichte neben dem Titel stehen.

Es gibt bestimmt einige Leser, die Gefallen an diesen Geschichten finden können. Dennoch kann ich für dieses Buch keine Leseempfehlung aussprechen!

Wertung:
♥ ♥

Für die freundliche Unterstützung bedanke ich mich herzlich beim Internationalen Literatur und Lyrik Verlag!

Produktinformation:
Hanne Gurke Stiel - Geschichten die die Welt (be)-deuten, erschienen 2010 im ILV-Verlag
34 Seiten, 14,50 €

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