Mittwoch, 30. März 2011

Rezension: Gloria Frost - Der Purpurschnitter

Gloria Frost - Der Purpurschnitter


Krimikomödie meets Familiendrama

Klappentext:
Lilly hat Angst. In Hannover wurden am Leineufer binnen kürzester Zeit sieben rechte Männerfüße angeschwemmt. Ihr Ehemann, mit dem sie vorher Streit hatte, verschwindet spurlos. Polizei und Freundeskreis wimmeln sie ab, glauben, er habe sich aus dem Staube gemacht. Auch als ihre beste Freundin Linda nach einer gemeinsamen Feier nicht mehr gesehen wird, misst niemand dem Geschehen irgendwelche Bedeutung bei. Lilly sucht die Vermisste, entdeckt vor deren Haustür ihren mit grünem Nagellack bepinselten Zeigefinger im Schnee, rennt zur Polizei. Doch als die Beamten mit Lilly vor Ort eintreffen, ist das Corpus Delicti entfernt worden. Erst als noch mehrere Personen wie vom Erdboden verschluckt werden, erwacht das Auge des Gesetzes und stilisiert ausgerechnet Lilly zur Mörderin hoch. Denn Erzrivalin Viktoria liegt ermordet auf Lillys Gehöft.
Und immer wieder singt ihr eine verstellte Stimme am Telefon vor: „Warte, warte nur ein Weilchen. Dann kommt Haarmann auch zu dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Hackefleisch aus dir.“
Kein Wunder, dass Lilly versucht, den Bösewicht auf eigene Faust dingfest zu machen. Dabei stößt sie auf Ungeheuerlichkeiten …

Inhalt:
"Unfähig auch nur ein einziges Glied zu bewegen, stierte ich das makabre Gebilde an. Eingefroren in einen Eiszapfen, funkelte mir im Licht der kalten Wintersonne ein abgehackter blutiger Menschenfinger entgegen, der Nagel resedagrünem Lack bepinselt. 
Wie von selbst löste sich ein gellender Schrei aus meiner Kehle. Völlig von Sinnen stürmte ich los, weg von diesem schaurigen Ort, rannte, rannte, rannte. Von tausend Teufeln gehetzt."

Was passiert nur in Lillys bodenständigem Leben?
Nach einem heftigen Streit mit ihrem Ehemann Hagen, verschwindet dieser spurlos. Dann taucht plötzlich ihre große Liebe Adrain auf, und Lillys Gefühlswelt gerät ins wanken.
Als dann plötzlich abgehackte Beine und ein abgehackter Finger auftauchen und Lilly mysteriöse Anrufe bekommt und ihr das Haarmann Lied vorgesunken wird, verfällt sie endgültig in Panik....

Meinung:
"Der Purpurschnitter" ist Gloria Frosts erste Romanveröffentlichung. Sie hat einen interessante und spannende Mischung aus Komödie, Krimi, Thriller und Familiendrama vorgelegt. Und es macht Spaß dieses zu lesen.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und der Leser merkt, dass sie ihn ihren Protagonisten anpasst. So sind Lilly Sätze manchmal sehr kurz und abgehackt, was aber durchaus ihrer Situation und ihrem Gemüt entspricht.

Frau Frost schafft es uns alle wichtigen Orte und Begebenheiten detailliert zu beschreiben, so dass einem spannenden und rasanten Kopfkino nichts mehr im Wege steht.

Auch die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und werden detailliert mit ihren Eigenarten dargestellt. Eine Vielzahl von verschiedenen Charkteren tauchen auf: der grimmige und unheimliche Isegrimm mit seinem Hund Wotan, die geheimnisvolle Fremde mit den rosanen Kuverts, Männer von Adel und Lilly kuriose Familie. Jeder Charakter weckt beim Leser direkt Sympathie oder Antipathie, dazwischen gibt es nichts.
Ganz besonders gelungen sind Frau Frost die Zwillinge von Lilly, die mit ihrer schrecklich pubertären Art die ganze Geschichte auflockern.

Wer nun wissen will, was es mit den abgehackten Körperteilen und mysteriösen Ereignissen auf sich hat, sollte sich ganz schnell den "Purpurschnitter" besorgen!

Das Cover des Buches ist in dunklen Farben gehalten und zeigt den Sensemann auf einem Friedhof. Im Hintergrund ist eine Ruine zu erkennen.
In geschwungenen roten Buchstaben prangen der Titel, sowie der Name der Autorin auf dem Cover.

Ein Buch für alle Liebhaber von spannenden und schwarzhumorigen Krimis!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ 

Ich bedanke mich lich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bei Gloria Frost!

Produktinformation:
Gloria Frost - Der Purpurschnitter, erschienen 2011 im AAVAA Verlag
233 Seiten, 9,95 €

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