Montag, 10. Januar 2011

Rezension: Barbara Monajem - Verrückt nach einer Vampirin


Inhalt:
"Aber wenn ich die Ratte weglege, wird Gretchen sie auffressen. Dabei ist das eigentlich mein Abendessen."
"Du isst Bisamratten?" Gideons Gesichtsausdruck sprach Bände. "Tut mir leid.Ja." Ophelia leckte sich genüsslich die Finger - einen nach dem anderen.Du willst unbedingt die ganze Wahrheit? Bitte schön!

Ophelia Beliveau, eine Vampirin, ruft die Polizei um einen Fall von Vandalismus auf ihrem Grundstück zu melden. Doch Detective Gideon O`Toole nimmt, zu ihrem Missfallen, nicht nur den Fall auf. Nachdem er auch noch von einer toten Katze in ihrer Einfahrt gehört hat, besteht er darauf in diesem Fall zu ermitteln. Selbst mit ihrer vampirischen Anziehungskraft kann sie ihn von dieser Idee nicht abbringen. Als dann auch noch Art, Gideons Schwester, und eine ihrer Nachbarinnen erpresst werden läuft alles aus dem Ruder, und Ophelia beschließt auf ihre Art zu ermitteln...

Meinung:
"Verrückt nach einer Vampirin" von Barbara Monajem ist ein kurzweiliger und humorvoller Roman,den man meiner Meinung nach nicht eindeutig einem Genre zuordnen kann. Inhaltlich wird dafür zu viel geboten: Vampirstory, Krimielemente, Liebesgeschichte und eine ordentliche Ladung Humor. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, und wenn man in die Geschichte hineingefunden hat, muss man einfach immer weiter lesen, bis man das Ende und die Auflösung präsentiert bekommt.
In ihrem Roman trifft man auf eine Vielzahl von Charakteren: Die meisten gut ausgearbeitet, unterstreichen durch ihre Handlungen zusätzlich ihre, nicht immer so guten, Charaktereigenschaften. Andere bleiben geheimnisumwittert, wie zum Beispiel Lep und Constantine. Diese beiden haben mich schwer ans grübeln gebracht, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob diese Unterweltbosse überhaupt menschlich sind.
Ophelia und ihre Schwester Vi gefallen mir auch sehr gut, beide ein bisschen kratzbürstig, aber auch liebenswert. Mein absoluter Lieblingscharakter ist allerdings Zelda: Vi`s dreizehnjährige Tochter, eine Vampirin in der Pubertät, sie zahnt und muss lernen mit ihren Agressionen umzugehen. Einfach toll!
Der einzige Minuspunkt, den ich für mich gefunden habe, ist der nicht auffindbare Spannungsbogen. Die Geschichte um die Erpressung und den Vandalismus erreicht einfach keinen Höhepunkt. Verbrechen geschehen und werden am Schluß aufgeklärt, ohne Spannungsmomente, ohne Dramatik.

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön. Auf dem Cover sehen wir ein paar Frauenbeine, über ihnen den Vollmond, umsäumt von knorrigen Ästen. Unterhalb der Beine sind in Rottönen gehaltene Tulpen abgebildet. Diese finden sich als schwarz-weiß Zeichnungen auch zu Beginn jedes Kapitels wieder.

Wem würde ich dieses Buch empfehlen? Ich denke, hier muss man einfach tapfer sein und es versuchen. Meine bisherigen Erfahrungen laufen darauf hinaus, dass man dieses Buch entweder liebt oder am liebsten schnell wieder zuklappen würde!

Produktinformation:
Barbara Monajem "Verrückt nach einer Vampirin", erschienen 2010 im Knaur Verlag
464 Seiten, 9,99 €

1 Kommentar:

  1. Ich finde deine Rezension auch schön! Und wie ich irgendwo schon mal schrieb...es ist einfach unglaublich das die Verschmäcker echt verschieden sind. Na wäre ja schlecht wenn das nicht so wäre. Dein Blog gefällt mir im Übrigen echt sehr gut!! :) lg

    PS: schau doch mal wieder in der Gruppe thrilleronline vorbei. Die Webpräsenz steigt (finde ich echt toll!)

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